20.10.2016 – Frank Carter And The Rattlesnakes reissen das Werk21 ab

Endlich, endlich, endlich haben sie’s geschafft: Frank Carter und seine Rattlesnakes sind gesund und munter ihre Euro-Tour am absolvieren und haben dabei auch im Zürcher Dynamo, respektive dem Werk21, Halt gemacht und dabei ganz casually den Keller abgerissen.

Vor noch nicht so zahlreich anwesendem Publikum eröffneten The Giving den Abend; keine halbe Stunde nach Türöffnung, so dass einige Überraschte auch erst nach dem zweiten Song hineinstürchelten. Die Davoser HC-Punks (Punkers?) gaben sich trotz des weiten Halbkreises – der vom Sänger aber gut gefüllt wurde und schliesslich nach energischer Aufforderung desselben auch von den Zuschauern betreten wurde – vor der Bühne redlich Mühe und was da geboten wurde, muss sich nicht verstecken. Geile Songs, super Bühnenpräsenz. Hört euch das Album an und wenn die Band mal in der Nähe spielt: Hingehen lohnt sich auf alle Fälle!

Weiter ging’s mit God Damn, dem Toursupport der Rattlesnakes. Das Trio bestehend aus Drums, Gitarre/Gesang und Synthie/Bass – wobei der Gitarrist und Synthie-Bediener auch gerne mal die Plätze tauschten – konnte schon vor ziemlich viel besser gefüllten Reihen auftreten und vermochten mit ihrem fuzzigen Garage-Rock/Punk (wtf, was schreib ich da) auch schon einige Köpfe zum Nicken und Menschen zum Mitsingen zu bewegen. Wunderschönes Outfit vom Drummer – Latzhosen ftw -, energiereiche Performance, meine Musik war’s aber dann doch nicht so zu 100%.

Tja, und dann Mr. Frank Carter and the Rattlesnakes. Die Erwartungen an den Mann in Anzug und seine Kumpanen in den chicen Hemden sind hoch, so vielversprechend sahen alle Konzertausschnitte auf Youtube aus, so genial war das Debütalbum „Blossom“. Und um es gleich vorneweg zu nehmen: Ja, es war gut, verdammt gut! Vom Anfang bis zum Schluss hatte der Rotschopf das Werk21 in seiner Hand, konnte mit dem Publikum spielen, wie es ihm beliebte. Mit seiner Mischung aus Unberechenbarkeit, Charme – dem er selber sich auch unglaublich bewusst zu sein scheint – und Authentizität ist er eben durchaus einer der besten Frontmänner dieses Planeten. Und seine Band ist natürlich auch arschtight, das groovt, drückt, regt zum tanzen an. Das wurde dann auch gemacht, daneben kräftig mitgebrüllt, sogar beim neuen „Snake Eyes“ von der im Januar kommenden zweiten Platte, mit einer Ausnahme: Der neue unveröffentlichte Titeltrack „Modern Ruin“, vor dem Herr Carter eine charmante Anleitung zum Stagediven („You don’t know the words to this one, so this is the stagedive-song.“ „Rule Nr. 1: Make sure, the people you dive on, know, that you’re about to jump. And if you’re heavy, please don’t stagedive, I can’t bear seeing little girls get crushed to death.“ – ist das schon Fatshaming?) gab. Ausserdem Gänsehautmomente bei „Beautiful Death“, bei dem tatsächlich der ganze Keller den ganzen Song – und die ohne Mikrofon vorgetragene Einleitung – über mucksmäuschenstill am Boden sitzt, andächtig lauscht. Ja, und daneben natürlich: Pogo, Pogo, Pogo. Einziger Minuspunkt: So, so, so kurz war’s. Da hätten locker noch fünf Songs mehr gespielt werden können – das Material wäre ja da gewesen. Aber naja, irgendwie auch besser, als wenn man sich nach der Hälfte des Sets langweilt…
Hoffentlich auf Bald!!