06.06.2015 – Kyle Kass Band im Kofmehl Solothurn – Quit work, make music

Zuletzt war er noch mit seinem Partner Jack Black als Tenacious D. auf Tour, nun hat er es mit seiner eignen Band gewagt: Kyle Gass gastierte am Mittwochabend in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn und wusste mit feinstem Classic-Rock, gepaart mit lockeren Spässen und einer extrem guten Band als “Kyle Gass Band” zu begeistern.

Der Flöten-Virtuose Kyle holte alles aus seiner metallic-blauen Flöte und seiner Altflöte heraus – wenn es sein musste, auch aus beiden Instrumenten gleichzeitig. Mit seinen grauen, krausen Haaren, die auf der Seite leicht abstanden und seinem Bäuchlein – auf dem er immer wieder eine Hand platzierte –  erinnerte er Phasenweise an einen Clown im Zirkus. Auch in Sachen Comedy stand er einem talentierten Clown in nichts nach. Sein musikalisches Talent wird durch seine spassige Mimik und Gestik wunderbar unterstrichen und macht jeden Song zu einem abgerundet Meisterwerk. Auch die Interaktion mit dem Publikum holt nochmals tausend Sympathie-Punkte raus. Mal nippte er an einem Besucher-Bier, mal wuselte er durchs Publikum, klatschte mit Fans ab und nahm dankend Ricola-Täfeli entgegen.

Auch Mike alias Sasqmikekofmehluatch begeisterte mal an der Gitarre, mal am Bass und sogar am Schlagzeug. Seine Stimme hat unglaublich viel Rock ’n‘ Roll und hey, ziemlich viel Sex-Appeal. Er lebt, was auf seinem zerlöcherten T-Shirt stand: Quit work, make music. Wenn das einer kann, dann er! Übrigens hätte ich gerne so ein T-Shirt, please.

Ein weiteres Highlight war die Gesangs- und Tanzeinlage von Schlagzeuger aka Frauenschwarm Tim Spiers. Mike setzte sich hinter die Drums und Tim tanzte und sang  bei einem Medley so, dass es sogar Michael Jackson in den Schatten stellen würde, wäre er noch unter uns. Wow!

Bei „Gypsy Scroll“ schlüpften die beiden Gitarristen Mike und John, der mit seinem Wuschelkopf und Pilotenbrille übrigens noch heute wie der perfekte Siebzigerjahre-Hippie ausschaut, in mittelalterliche Umhänge. Wer den Song nicht kennt, ändert das bitte. Der Gypsy-Dialog ist ein Muss, klar?

Uncle Jazz, der Bassist Jason Keene, begeisterte uns nicht nur an seinem Stamminstrument, sondern präsentiere auch sein Mundharmonika-Spiel. In dieser Band kann jeder alles spielen, unglaublich!

Gleich nach der Show verliess Kyle Gass die Bühne, natürlich durchs Publikum hindurch, um am Merchandising Stand im Vorraum für Fotos und Autogramme zur Verfügung zu stehen.

Und was haben wir an diesem Abend gelernt? Kinder, lernt wieder Blockflöte spielen! Vielleicht seid ihr nicht Kyle Gass, aber hey, mit einer Blockflöte kann man Karriere machen – oder zumindest den Weg dazu frühzeitig ebnen. Jawohl.

Fotos: Kofmehl
http://www.kofmehl.net