Am 21. März nahmen Of Mice & Men die Kulturfabrik Kofmehl ein

Auf die Sekunde genau legten Volumes um 19.00 Uhr los. Voller Energie liessen die Herren aus Los Angeles ihre wuchtigen Songs auf das ausverkaufte Kofmehl los. Präzise wie ein Uhrwerk knallten die Lieder durch die Halle und rissen einem Ohren und Augen auf. Obwohl ich selber nicht viel mit Djent – man nennt es auch Progressive-Metal – im CD-Player anfangen kann, ist die brutale Präzision auf der Bühne doch sehr faszinierend. Hut ab.

Da wurde es um einiges zutraulicher bei The Amity Affliction aus Australien. Schönes Intro, aufbauende Strophe, mitreissender Refrain, hübsches Breakdown. Ist eigentlich genau mein Ding, aber nachdem sie den gleichen Song in zehn fast identischen Variationen gespielt haben, drohte sogar der Sänger einzunicken. Vielleicht hatten sie bloss einen miesen Tag, aber in meinem stillen Mineralwasser schien mehr Energie zu stecken.

Als dann gegen neun Uhr die Headliner Of Mice & Men die Bühne des Kofmehls einnahmen, legte auch das Publikum richtig los. Verständlich, denn diese perfekt eingespielte Band versteht ihr Handwerk. Brachiale Songs mit viel Gefühl, präsentiert mit Sympathie, haufenweise Freude und Dankbarkeit gegenüber dem Publikum. Anscheinend haben die Jungs auch zahlreiche weibliche Fans von ihrer vergangenen Tour mit Linkin Park mitgebracht, die nach jedem Song sofort ein Kreischkonzert angestimmt haben und auch mal einen Büstenhalter auf die Bühne fliegen liessen. Der schier unglaublich gute Sound hallte auf der Heimfahrt in meinem Kopf wieder und liess noch am darauf folgenden Sonntagmorgen meinen Schädel dröhnen. Ganz ohne Alkohol. Was will man mehr?