02.02.2015 – Tenacious D in Zürich: Mehr als ein Comedy-Duo

Jack Black und sein Bandkollege Kyle Gass können vor allem eines: Ihre akustischen Gitarren bedienen.

Zwei Mal Glück, ein Mal Pech: Nach staufreier, 1,5-stündiger Fahrt nach Zürich kriegen wir  im Komplex 457 einen super Platz auf der kleinen Erhöhung neben der Bar. Leider kam kaum Bier aus den Zapfhähnen – und das in der übervollen Halle. Doch nach einer halben Stunde Durst und Hitze kommt die Rettung kistenweise. Raus aus der Glasflasche, rein in den Becher. Und dann geht’s los.

Pünktlich um 20:25 Uhr betritt Mike Bray alias Sasquatsch die Bühne. Alleinunterhaltend mit seiner E-Gitarre sowie am Schlagzeug rockt er gute 20 Minuten die Bühne. Grosse Stimme, geiles Kostüm, grosses Kino!

Nach einer halbstündigen Umbauphase schmettern Tenacious D uns gleich einmal „Tribute“ akustisch um die Ohren. Black, mit grau meliertem Bart und übergrossem Löwen-Print auf dem T-Shirt und der glatzköpfige Gass stehen selbstbewusst breitbeinig auf der Bühne.

Das Greenfield-ähnliche Publikum singt inbrünstig mit und mit jedem Song wird es heisser im ausverkauften Komplex. 27 Songs geben Gass und Black zum Besten, ab und zu unterstützt von Sasquatsch und einem Roadie. Eine Setlist, die keinen Wunsch offen lässt.

Wären Tenacious D ein reines Comedy-Rock-Duo, könnten sie wohl kaum nach 20 Jahren noch Hallen füllen. Kyle Gass ist ein Virtuose an der Akustikgitarre und Jack Black singt mit operettenhafter Inbrunst.

Eines fehlt jedoch hin und wieder: die Band. Was viele Lieder der beiden ausmacht, ist das Zusammenspiel von E- und Akustik-Gitarre. Da folgen auf feine Akkorde, ebenso feine Heavy-Metal-Riffs aus der Steckdose. In der Menge der Zuschauer geht das Holz-Gitarrenspiel ein bisschen unter.

Der guten Stimmung unter den Fans schadet das jedoch kaum. Textsicher und mit Fan-T-Shirts eingekleidet sind sie mehrheitlich voll bei der Sache. Doch ein Set mit kompletter Band hätte wohl den einen oder anderen Konzertbesucher noch etwas zufriedener nach Hause gehen lassen.

Die Sketche zwischen den Songs beschränken sich auf wenige Gesten, bandübliche Streitigkeiten und Versöhnungen. Wünschenswert wären dennoch erzählerische Überleitungen zwischen den Songs gewesen.

Wie auch immer, der Montagabend war definitiv eine Tribute an die Rock-Musik und die beiden zeigten auch so, dass es im Prinzip nicht viel braucht um als Musiker perfekt zu funktionieren.
Klar, dass das Duo – auf vielfachen Wunsch des Publikums – zum Schluss noch einmal die Hommage an den besten Song der Welt herunterrockt. Ein krönender Abschluss.