Erinç von Mantar im Interview über das neue Album “The Modern Art Of Setting Ablaze”

Am diesjährigen Greenfield Festival hatte ich die gelegenheit mit Erinç von Mantar über die Band und ihr neustes Album zu plaudern. Nachfolgend könnt ihr etwas darüber erfahren, was die Batteriefraktion von Mantar von ihrem neuen Album hält und wie die Zusammenarbeit in einer zwei-Mann-Band funktioniert. Am Ende des Interviews findet sich auch noch eine kleine Review zur Scheibe.

Erinç, ihr seid ja bei Mantar nur zu zweit unterwegs. Woher kam die Idee eine Zwei-Mann-Band zu gründen?
Nun, Hanno – unsere andere Hälfte – und ich, wir kennen uns schon seit über 20 Jahren und wir wussten schon lange, dass wir zusammen Musik in einer Band machen möchten. Wir haben die Band ohne spezielles Vorhaben gegründet und es war auch nicht unser Ziel nur zu zweit zu bleiben. Leider aber konnten wir einfach kein drittes Mitglied finden. Wir wollten eigentlich am Anfang noch einen Bassisten, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man nicht einfach eine Anzeige aufgeben kann und dann findet man einen Bassisten, welcher passt. Irgendwas stimmt dann bestimmt nicht. Also kuckt man im Freundeskreis, aber wenn man niemanden findet, der Bock darauf hat, wird es halt schwierig.
Irgendwann stand unser erster Auftritt vor der Tür und weil wir bereits unsere erste Scheibe nur zu zweit aufgenommen haben, haben wir uns entschieden es für diesen Auftritt nur zu zweit zu probieren. Das hat dann auch gut geklappt und deshalb haben wir es auch so belassen.

Dann bleibt das also auch so?
Joa da müssen wir jetzt nichts mehr daran ändern. Wir haben herausgefunden, dass es auch mit zwei Gitarrenverstärkern und einem Bassverstärker an einer einzelnen Gitarre richtig fett klingt und das lassen wir jetzt. Wir haben uns auch mittlerweile so gut aufeinander eingespielt, dass es gar nicht mehr in Frage kommt, dass da noch jemand dazu kommt.

Euer erstes Album “Death By Burning” war ein grosser Überraschungserfolg. Auch mit “Ode To The Flame” konntet ihr weitere Erfolge feiern. Wie erlebt ihr diesen konstanten Aufschwung?
Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar. Wir machen beide seit über 20 Jahren Musik, aber das ist das erste Projekt, wo die Leute tatsächlich unsere Platte kaufen. Wie viele Platten wir verkaufen, bekommen wir gar nicht so mit. Aber die Resonanz bei den Konzerten, das ist das, was wir spüren und das ist toll.

Lebt ihr mittlerweile von der Musik?
Ja, wir können tatsächlich davon leben. Wir machen jetzt überhaupt nicht das grosse Geld, aber es reicht. Wir haben die komfortable Lage, dass wir nur zu zweit sind und es deshalb für uns ausreicht. Dazu kommt, dass wir vieles selber machen. Klar, wir haben ‘ne Booking-Agentur und einen Manager, aber darüber hinaus machen wir alles selber. Auch fahre ich zum Beispiel oft auf Tour und mache das Tour-Management. Das geht jetzt auch noch ganz gut. Kann gut sein, dass es mir irgendwann zu viel wird, aber aktuell passt das so.

Ihr stammt beide ursprünglich aus Bremen, aber mittlerweile hat sich euer Zuhause bei beiden ziemlich verändert.
Richtig, Hanno ist nach Florida gezogen und ich lebe in Hamburg.

Wie funktioniert das mit der Band bei dieser Distanz?
Eigentlich ganz gut. Wir treffen uns halt nicht mehr jede Woche oder jede zweite Woche zum Proben, sondern wir machen das mehr blockweise. Wir haben uns anfangs Jahr in Hamburg getroffen und waren dann eineinhalb Monate ununterbrochen im Proberaum und haben da an den neuen Songs gewerkelt. Oder bevor wir auf Tour gegangen sind, haben wir uns eine Woche vorher getroffen und haben eine Woche lang jeden Tag geprobt. Und manchmal tut es auch gut, wenn man den andern ein paar Wochen nicht sieht, haha!

Erinç von Mantar beim Auftritt am Greenfield Festival 2018.

Erinç von Mantar beim Auftritt am Greenfield Festival 2018.

Jetzt habt ihr ja ein neues Album am Start. Was können eure Zuhörer von “The Modern Art Of Setting Ablaze” erwarten?
Die Leute, welche die ersten beiden Alben kannten, werden die neuste Scheibe abfeiern. Es ist wirklich gut geworden. Also das sage ich selten über meine eigenen Sachen, aber ich glaube, das darf ich dieses mal wirklich behaupten. Auch finde ich, wenn man es selber nicht gut findet, dann braucht man es ja auch gar nicht erst herauszugeben.
Es ist wirklich typisch Mantar und hat doch auch ein paar neue Elemente. Zum Beispiel haben wir ein paar Hardcore Elemente drin, was mir auch selber sehr gut gefällt.

Was war denn dieses Mal beim Entstehungsprozess anders, als bei der letzten Scheibe?
Das ist gar nichts gross anders gelaufen als beim letzten Mal. Hanno hat Ideen für Songs zusammengetragen und die haben wir dann zusammen weiter ausgearbeitet. Das braucht bei uns schon ordentlich Zeit, aber das ist auch OK so. Wir sind keine Band, welche in einem Tag fünf Songs schreiben kann, welche dann auch noch geil sind. Wir brauchen da mehr Zeit und brauchen auch eine Weile, um alles zu verdauen, damit wir sagen können, dass wir damit zufrieden sind. Da sind wir dann im Nachhinein aber auch umso stolzer, weil wir wirklich auch merken, dass wir was geleistet haben.

Textlich ging es bisher ja immer grob um das Thema “Zerstörung”. Bleibt das auf “The Modern Art Of Setting Ablaze” so, oder habt ihr was daran geändert?
Genau Zerstörung, Natur und oft auch Tod sind so unsere zentralen Themen. Das bleibt auch vorerst so. Mann muss hier erwähnen, dass die Songs auf “The Modern Art” alle zuerst ohne Texte entstanden. Wir haben also alle zwölf Songs zuerst rein Instrumental geschrieben bevor irgend ein Text dazu kam. Wir haben uns zuerst komplett auf die Musik konzentriert. Die Texte sind danach alle von Hanno geschrieben worden. Ich bin nicht der Texter und ich bin froh, dass Hanno das schnell und vor allem sehr gut macht.

Was Kann man den Zukünftig von euch erwarten?
Also jetzt erstmal das neue Album und danach eine Tour. Und sonst kann man sagen: Wir haben tierisch Spass an dem, was wir machen, und deshalb wird sich vorerst nicht viel ändern. Touren und Shows spielen und irgendwann dann einmal wieder ein neues Album. Klar wir wollen jetzt erst mal sehen, wie die neuen Songs so ankommen, und da sind wir auch sehr gespannt darauf. Man hat ja den Stolz auf sein neustes Baby und will sehen, wie das ankommt, und hofft, dass die Zuhörer das selbst auch so abfeiern wie man selber.

Das klingt super! Danke vielmals!
Danke dir!

Das neue Album von Mantar – The Modern Art Of Setting Ablaze

 

Review

Wie bereits von Erinç im Interview erwähnt bleibt beim neusten Album des Duos vieles beim Alten. Und das ist auch gut so! “The Modern Art Of Setting Ablaze” macht da weiter wo “Ode To The Flame” aufhört ohne dabei wie eine B-Seite zu wirken. Obwohl auf der Labelseite von Nuclear Blast angegeben wird, dass es sich um Black Metal handelt, lässt sich auch jetzt wieder kein eindeutiges Genre zuordnen. Klar, Black Metal-Einflüsse sind vorhanden, aber es hat auch Einflüsse aus dem Death Metal, Stoner sowie Hardcore.
Wie auch bei den Vorgängern stimmt der Gesamteindruck des Albums. Die Songs sind kurzweilig und das Album kommt aus einem Guss daher. Dabei klingt die Scheibe gewohnt dreckig, was nicht zuletzt an Hannos garstiger Stimme liegt. Das Tempo wechselt  immer zwischen groovigen Midtempo-Songs, welche nur so zum Headbangen einladen und schnellen riffigen Tracks, bei welchen man Bock auf einen Moshpit bekommt. Wenn man Mantar bereits live gesehen hat, weiss man auch, dass sie auf der Bühne sowie auf Konserve genau gleich klingen. Sie nehmen ihre Scheiben mit demselben Setup auf, wie sie auch Live spielen, was ihre Alben gleich noch besser macht. Der rohe Sound kommt dahe nicht von Ungefähr! Oder um es kurz zu sagen: Wer bisher seine Freude an dem Duo hatte, wird auch weiterhin auf seine Kosten kommen.Anspiel Tipps:

  • Age Of The Absurd
  • Seek + Forget
  • Dynasty Of Nails
  • Anti Eternia

 

The Modern Art Of Setting Ablaze erschien am 24.08.2018 via Nuclear Blast.