28.07.2018 – Ein Abend am Than Rock

Simon & His Uncle

Am letzten Wochenende ging in Zäziwil, genauer in Than Reutenen eine weitere Ausgabe des Than Rock über die Bühne. Wir waren am zweiten Tag des kleinen aber feinen Festivals vor Ort. Bereits der Freitag sei mit über 250 Besuchern gut besucht gewesen und er lag den meisten bekannten Gesichtern noch ziemlich in den Knochen. Da wurde gefeiert, bis die Morgendämmerung am Horizont erschien. Da wir nur am Samstag vor Ort waren, verpassten wir Bands wie Bullfrogs, 3rd Choice oder Dominant Seventh. Es habe aber alles gerockt, ist uns zu Ohren gekommen.

Bereits die Anfahrt ans Than Rock war wunderbar: Grüne Wiesen und Hügel, wo man hinsah. Das Festival selber findet in einem kleinen Tal statt, wo im Winter jeweils eine Natureisbahn zum Eislaufen einlädt. Da der Samstag wohl der einzige Tag in diesem Monat war, wo etwas Regen fiel und die Sonne für einmal nicht vom Himmel brannte, erwarteten uns angenehme Temperaturen. Die Regenwolken verzogen sich aber, bevor die ersten Gäste auf dem Gelände erschienen. Musikalisch startete der Samstagabend mit den Irish-Punk-Rockern Tortilla Flat. Dudelsack und Schottenrock gepaart mit etwas schiefen Gesangseinlagen. Die Herren stehen schon über 25 Jahre zusammen auf der Bühne und haben sichtlich Freude, zusammen Musik zu machen.

Zwischen den Auftritten auf der Hauptbühne unterhielt uns jeweils Simon & His Uncle auf der kleinen Bühne im Zelt. Anhand des Pressetextes hatten wir schon so eine leise Ahnung, wer sich hinter dem Pseudonym verbergen könnte. Die Freude war natürlich gross, als dann tatsächlich Andy May und Joho himself ihre Hits und unzählige Covers zum Besten gaben. Bei Patent Ochsner Songs sang das Publikum im Zelt lautstark mit und auch die JØHO-Klassiker haben sich bei vielen schon in den Gehörgängen gefestigt und wurden mitgeträllert.

Weiter ging’s draussen mit den Groove Druids aus Bern. Ganz nach dem Motto: Eben noch auf dem Klo und jetzt schon auf der Bühne des Than Rock. Ja, das mit der Magen-Darm-Grippe von Sänger Res gehörte eher in die Kategorie „too much information“ aber hey, wenn Mann kurz darauf schon wieder dermassen die Sau rauslassen kann: Hut ab! Die Druiden überzeugten mit dreckigem Stoner Rock, fliegenden Haaren und durchtrainierten, nackten Oberkörpern. Ja, der Sound ist definitiv mitreissend und schweisstreibend, wird aber jeweils zwischen den Songs durch das etwas verplante „nämets mit Humor“-Geplapper von Sänger Res wieder geerdet. Passt, machte Spass!

Und auch die nächste Umbauphase wurde durch Simon & His Uncle musikalisch versüsst, so dass ruckzuck die letzte, offizielle Band des Abends die Hauptbühne enterte: Scream Your Name. Die Burgdorfer spielten am Than Rock ihre zweitletzte Show, bevor sie sich ab Herbst auf unbestimmte Zeit vom Musikjungle zurückziehen werden. Rund 300 Besucher – ein Besucherrekord am Than Rock – erwarteten das Quartett, das in gewohnter SYN-Manier die Erde zum Beben brachte. Anstelle einfacher Scheinwerfer flackerten an der hinteren Bühnenwand viele bunte Farben über schön arrangierte LED-Bahnen. Ein grosses Kompliment an den Lichttechniker Fäbu, das war grosses Kino! In den vorderen Reihen ging das Publikum voll mit und feierte die energetische Show mit Pogo und viel Gehüpfte. Nachdem Scream Your Name die Bühne verlassen hatten, schallte ihr Remix von „Demons“ aus den Boxen und die Menschen am Than Rock packten ihre Elektro-Tanzschuhe aus!

Die Party war noch lange nicht zu Ende und einige virtuose Gestalten gaben bis in die frühen Morgenstunden alle Schweizer Mundarthits zum Besten, die man sich vorstellen kann. Der Bierkonsum ging übrigens durch die Decke, das OK musste sich fleissig um Nachschub kümmern.

Ich hätte meinen Schlaf im Zelt auf dem kleinen Zeltplatz ja genossen, wenn da nicht ein unangenehmer Zwischenfall mein Blut zum Kochen gebracht hätte: Kickt doch ein Idiot einfach auf Zelte ein. Sag mal, wie blöd bist du denn eigentlich? Schon mal darüber nachgedacht, dass du jemanden am Kopf treffen könntest? Ja, und das kann böse Folgen haben, du hirnloser Vollpfosten! Schade, gibt es immer Menschen, die beim ersten Schluck Bier ihren Anstand und den gesunden Menschenverstand hinter sich lassen.

Fazit: Das Than Rock überzeugte uns mit seinem speziellen Charme, toller Musik und einer super Organisation. Weiter so!

Fotos vom Abend gibt es auf Bern Ost.