Album Review: Wayste – The Flesh And Blood

Manchmal tut man so einen Glücksgriff, stolpert über eine Band, wird auf wen aufmerksam gemacht, wie auch immer; und ein Album, an das man eigentlich gar keine Erwartungen stellte, haut einem total um. So geschehen mit mir und dem neuen Album von Wayste aus Deutschland, „The Flesh and Blood“ (VÖ: 07.09.2018 via Day By Day Records / Through Love Records). Warum? Darum:

Wer ein Album mit Feedback beginnen lässt, hat mich schon auf seiner Seite, wenn danach noch so ein wütend-schräges — „schräg“ ist’s eigentlich im engeren Sinne nicht, aber es bedient eine Tonalität, die mich schmelzen lässt, blue note und so — Geprügel folgt, ist’s um mich eh geschehen.

Wayste präsentieren hier nämlich ein Werk, das wunderschön feedbackt, das in den buntesten Farben schreit, das wie ein altes Holzhaus knarzt, das dir nach dem Knockout freundlich die Hand reicht, um dich auf die Schultern zu nehmen, zweimal im Kreis herumzuschleudern und dann torkelnd erneut zu Boden gehen zu lassen. 

„Alternative Hardcore“ spielt die Truppe laut Eigenbeschrieb, und auch wenn dieser Genrebeschrieb eher etwas leer daherkommt, so versteht man nach dem Hören doch, was gemeint ist: Ganz viel Every Time I Die, etwas Norma Jean, ein Interesse an (düsteren) Melodien und immer mal wieder (bluesiger?) Hardcore Punk à la Gallows oder Frank Carter. Mitsing-Parts, Mosh-Parts, Gänsehaut-Momente, Wayste bieten einem eigentlich alles, was man sich so wünschen kann — und natürlich, auch diese Band erfindet das Rad nicht neu, aber man präsentiert sich doch einiges origineller als 90% des grossen Metalcore/Hardcore-Kuchens und das ist schön. Mehr solche Bands bitte!

Einziger Wunsch für die Zukunft: Noch ein bizeli mehr stumpfer Mosh wäre schön, einfach weil’s geil ist. Aber um ehrlich zu sein, ich bin glücklich, wenn weitere Musik auf diesem Niveau folgt! (Übrigens: Die Band hat auch schon eine geile EP rausgebracht, hier zu finden!)

Anspieltipps: „Chosen“ (Clowns-mässiger Hardcore-Brecher), „Elder“ (‚Ballade‘, aber hey, so schön), eigentlich kann die Platte einfach von Vorne durchgehört werden!

Wayste – The Flesh And Blood
Tracklist:
I And You
The Great Disguise
Sever And Serve
Mourn
Chosen
Killing Pace
Holy Smoke
Fall
Elder
Snake Oil
Pious Brother
Losing Touch