Album Review: Adam Angst – Neintology

Hast du draufgeklickt, weil du die Band schon kennst und wissen willst, wie das neue Album ist (bzw. inwieweit sich deine Meinung mit meiner deckt)? Oder hast du draufgeklickt, weil der Name der Band so geil ist, dass du wissen musst, was für Sound dahinter steckt? Spielt eigentlich keine Rolle, gibt mir aber einen gute Einstiegsmöglichkeit in diese Review. Kurz das Wichtigste: Adam Angst haben am 28.09.2018 via Grand Hotel van Cleef ihr neues Album „Neintology“ veröffentlicht. Sie machen Deutschpunk mit Anleihen von ganz vielen Orten und haben gescheit-ironische Texte.

Etwas länger: Mal direkt punkig, mal mehr im Hardcore, mal schon fast richtig schräg, mal ganz poppig, meistens mit einem Augenzwinkern und immer direkt in den Ohrwurmteil deines Gehirns. Um ehrlich zu sein, ist Adam Angst bei mir eine dieser „ja kenn ich vom Namen“-Bands, die man immer mal hören wollte, aber dann doch nicht dazu kam — wenn die älteren Alben ähnlich klingen wie „Neintology“, dann war das definitiv ein Versäumnis! Auf dem neuen Album packt einem die Band nämlich direkt mit dem ersten Song (nach dem Intro) „Punk“ selbstironisch am Kragen, ironisiert sich durch drei Minuten Punkrock ohne peinlich zu sein und natürlich lässt auch die Musik nichts zu wünschen übrig — wenn man denn natürlich auf diese Genres steht, versteht sich. 

Im weiteren Verlauf des Albums kommen Nazis („D.I.N.N.“) dran, werden (deutsche) Spiessbürger („Immer noch“) aufs Korn genommen, übt man ein bisschen Technologiekritik („Alexa“) und noch ganz viel mehr — die Texte kommen glücklicherweise mehrheitlich klischeefrei und erfrischend daher. Ausnahmen bilden „Damit ich schlafen kann“ und „Alphatier“, die irgendwie zu bieder ernsthaft daherkommen — die Themen sind beide brennend, aber irgendwie will der Funke hier textlich nicht überspringen. Fairerweise muss man aber anmerken, dass man auch hier auf hohem Niveau nörgelt, kein „Wannsee“ in Sicht bei Adam Angst.

Anspieltipps: „Alle sprechen Deutsch“, „Punk“, „D.I.N.N.“

Übrigens: Live kannst du Adam Angst am 18.11. im Dynamo Zürich erleben!

 

 

Adam Angst – Neintology
Tracklist:
1. Der Beginn von etwas ganz Grossem
2. Punk
3. Alexa
4. Blase aus Beton
5. Alle sprechen Deutsch
6. Damit ich schlafen kann
7. Kriegsgebiet
8. Immer noch
9. Alphatier
10. D.I.N.N.
11. Physik