So waren Graveyard und Bombus im Kofmehl

Am Sonntag durfte ich bei der Show der schwedischen Classic Heavy Rock, Blues, und Psychedelia Band Graveyard im Kofmehl in Solothurn mit dabei sein. Eines der Konzerte, auf die ich mich schon lange gefreut hatte.

Als Support standen Bombus, was aus dem Lateinischen kommt und “Hummeln” bedeutet, auf der Bühne. So träge wie Hummeln waren die fünf, die ebenfalls den Weg aus Göteburg nach Solothurn gefunden haben, jedenfalls nicht. Von Anfang bis zum Schluss boten Bombus eine energiegeladene und interessante Show.

Einem Genre zuordnen lässt sich ihr Sound nicht ohne wenn und aber. Sie selbst nennen es “Heavy Duty Bomboozle Bonanza”, womit jedoch immer noch nicht wirklich klar ist, wo man die Schweden einordnen darf. Jedenfalls hatte das Ganze eine gesunde Portion Hard Rock, eine Prise Blues und ab und an einen Funken Punk mit dabei, was zusammen eine unglaublich interessante Mischung ergab. Einen kurzen Moment glaubte ich sogar, einige Klänge aus “Phantom Of The Opera” gehört zu haben. Der Dresscode hingegen schien sehr klar definiert zu sein: Enge Hosen, Schnauzbärte und Tattoos – und was für welche. Die Arme des Bassisten Ola Henriksson zieren beispielsweise eine Schlange mit Feuer speiendem Affenkopf und eine Katze mit Laserstrahl-Blick. Wäre durchaus interessant gewesen zu wissen, was da sonst noch für Gestalten zu finden wären. Anyway, genau so spannend wie die Körperbemalung des Bässelers war auch die Show. Deshalb: unbedingt mal probehören. Auf meine Playlist haben es Bombus geschafft.

Die Schnauzbärte und die engen Hosen hatten sich wohl an dem Abend rumgesprochen, denn auch die Herren von Graveyard traten im selben Look auf die Bühne. Irgendwie wirkten die vier verbraucht, vielleicht von der Tour, vielleicht vom Abend, vielleicht einfach so. Auch ein wenig kühler war die Show, jedoch auf den Punkt und stimmlich einfach grossartig. Joakim Nilsson hat hier mit seiner bluesigen, kratzigen Röhre ein gesangliches Feuerwerk geboten.

Nach dem Austritt von Drummer Axel Sjöberg und der kurzen Pause haben sich Graveyard gleich mit ihrem neuen Album “Peace” zurückgemeldet und auch am Sonntag einige der Songs davon zum besten gegeben. Mit ihrem Album-Opener “It Ain’t Over Yet” wollten die Göteburger wohl auf ihre kurzweilige Auflösung und Wiedervereinigung anspielen. Man merkte gut, dass die Band Spass daran hatte, die neuen, etwas feurigeren Songs zu spielen. Denn diese kamen mit einer Energie daher, die man nicht mit der, die bei den Songs ihrer älteren Alben zu spüren war, vergleichen konnte. Und dies, obwohl die Stücke von “Hisingen Blues” definitiv mehr Substanz und mehr Seele haben. Eigentlich schade, denn es schien, als würden ihre früheren Songs sie etwas langweilen, als wollten sie sich eher auf die Perfektion der neuen konzentrieren.

Als gebührenden Abschluss der Show gaben Graveyard als dritte Zugabe noch “The Siren” zum Besten, ein Song, der eindeutig zu meinen Lieblingen gehört. Das ganze Konzert hindurch haben sie eine perfekte Balance zwischen ihren langsameren und schwungvolleren Songs geschaffen, die bis zum Schluss angehalten hat.

Alles in allem war es sicher schade, dass das Konzert an einem Sonntag war. Bei mir herrschte den ganzen Abend eine leichte Aufbruchstimmung und der altbekannte Sonntags-Blues, was die Gesamtstimmung ein wenig trübte. Rein musikalisch war es jedoch einwandfrei und ich bin überzeugt, dass ich die beiden schwedischen Bands nicht das letzte Mal gehört habe.