16.10.2018 – So war die Marcus King Band im Zürcher Kaufleuten

Ja, ich war unglaublich gespannt aufs Konzert des Ausnahmetalents Marcus King letzte Woche. Schon lange bin ich Fan des Gitarristen und Sängers, doch noch nie zuvor konnte ich ihn live hören. Wie es nun war, als er samt Band im Zürcher Kaufleuten spielte? Leider mässig – für meinen Geschmack zumindest.

Ich bin die Art Mensch, die gerne auch mal eine Verschnaufpause hat beim Musikhören. Diese habe ich beim 22-Jährigen und seiner Band leider vermisst. Denn da war sehr viel los – und das durchgehend.

Versteht mich nicht falsch: Marcus King kann wirklich unglaublich gut Gitarre spielen, doch vom andauernden Gedudel seines sehr aggressiv klingenden Instruments hatte ich schon nach drei Songs genug. War es gerade mal nicht der Frontmann, so übernahm ein anderer Instrumentalist das allzu dröhnende Zepter. Ruhepausen fürs Ohr waren während des gesamten Konzerts leider Fehlanzeige. 

Nebst dem Stress fürs Gehör barg das Konzert zwei Überraschungen für mich. Zunächst staunte ich nicht schlecht über Kings Stimme. Was auf der Platte sehr nach James Morrison klingt, erinnerte live viel mehr an Janis Joplin in ihren besten Tagen. Das war geil, sehr sogar!

Die zweite, fast grössere Überraschung lieferten Marcus King und Band mit ihrem Musikstil. Dieser war nämlich ganz anders als man das aufgrund seiner bisherigen Publikationen erwarten könnte: Was da in 80% der Zeit auf der Bühne abging war Jazz, nicht etwa Blues. Nach einer kurzen Phase der Verwirrung hatte ich mich aber dran gewöhnt und fand auch das geil.

Fazit: Die Marcus King Band lieferte im Zürcher Kaufleuten einige Überraschungsmomente. Musikalisch waren alle wie zu erwarten TOP, doch ein bisschen weniger von allem hätte meinen Ohren gut getan. Vielleicht braucht die junge Truppe einfach noch ein wenig Zeit, bis sie Ruhemomente während Shows zu schätzen lernen.