EP-Review: THORN. – THORN.

Dass es in der Schweiz einen Haufen Qualitätsmusik aus verschiedensten (mehr oder weniger) alternativen Genres gibt, ist ja längst kein Geheimnis mehr — und 2018 war (und ist immer noch) auch für die hiesige Szene ein Jahr mit vielen starken Veröffentlichung. Nun haben auch THORN. aus Olten am 21.10.2018 ihre Debüt-EP (diy! Labels are for cops!) rausgebracht.

Progressive Metalcore das Genre, tief die Gitarren und fett die Produktion — soweit so gut. THORN. liefern ab, was man sich von dieser Art Musik verspricht und das machen sie gut. Es groovt, es melodisiert (is this even a word?) und es knallt, alles immer im rechten Mass und zur rechten Zeit. Shouter Ronnie verfügt über ein mächtiges Organ, alles ist druckvoll und „Blegh“ kann er auch.

In den sieben Songs findet man also: Eine gute Portion Djent, elektronische Spielereien, atmosphärisch-getragene Passagen, metalcoreige Riffs und Gangshouts gibt’s als Zückerli obendrauf. Eine Leerstelle oder einen schwächelnden Moment sucht man in der ganzen EP vergeblich.

Was dann auch etwas mein Problem damit ist: Natürlich, das Songwriting ist gut, die Riffs stimmen und es ist alles, wie es sein muss — aber eben, es ist in keiner Weise überraschend, es wirkt beinahe zu gekonnt, ja fast wie am Reissbrett entworfen. Die Frage ist, ob man hier THORN. etwas vorwerfen kann oder nicht, denn das liegt halt auch an diesem Genre, das sich irgendwohin entwickelt hat und nun so ein bisschen dort stehen bleibt — denn wieso soll man etwas ändern, wenn doch alles so wunderbar passt (und wenn’s gefällt, dann sowieso).

Also: Wer auf Architects, Northlane und Konsorten steht, wird auch an dieser EP seine Freude haben. Verstecken vor irgendjemanden müssen sich THORN. nämlich nicht, einzig die hohe Dichte an qualitativ ähnlich hochwertigen Bands ist in diesem Genre halt eben schon hoch — muss man ehrlich sagen.

Anspieltipps: Black Sun, Clarity

Was wäre eine Veröffentlichung ohne Release-Show? Ebe, gell. Die von THORN. findet am 03.11.2018 im Coq D’O in Olten statt und neben Support von Nubia (uhuh, da kommt dann auch noch eine EP, man sei gespannt), Artifiction und No Kings, No Slaves gibt’s eine 90er-Afterparty. What’s not to like? Eben. Tickets für 20.- an der Abendkasse!

Header-Bild: Silvan Dietrich

THORN. – THORN.
tracklist
1. Peace Of Mind
2. Clarity (feat. Julian Thalmann)
3. Deep Blue
4. Prometheus
5. Static Dream
6. Black Sun
7. Enlightenment (Follow The Light)