Album Review: Lotrify – Resilience

Yes, wir haben’s auch noch geschafft — mittlerweile ist’s bald mehr als einen Monat her, seit Lotrify ihren Debüt-Langspieler veröffentlicht haben: „Resilience“ (äh, via DIY, dänk!) erschien am 21.9.2018 und ist nun die komplette Version eines auf drei EPs verteilten Konzeptalbums, Thema: Aliens, Weltraum, sick! Übrigens: Für die absolute Gönnung gibt’s noch einen Comic dazu, den Gitarrist Yannick gezeichnet und geschrieben hat!

Was uns aber mehr interessiert, das ist die Musik, und die hat es in sich. Lotrify setzten sich ja schon immer so ein bisschen zwischen die Stühle mit ihrer Musik, Alternative Metal (also so Avenged Sevenfold), ein bisschen Metalcore, ab und an sogar Blastbeats und dann wieder beinahe Power Metal der alten Schule — und so weiter. Wo das auf der 2013 veröffentlichten EP „Light Passes, Shadow Remains“ zuweilen noch etwas holprig und inkonsistent klang, hat man jetzt das Rezept gefunden, verschiedenste Stile nahtlos ineinanderzufügen.

Nach einem sphärischen Intro in Prog-Metal-Manier geht’s zu Beginn des Albums mit dem Siebenminüter „Prophecy“ gleich einmal quer durch alle Härtegrade; zuerst fetzt man sich durch ein wüstes Geprügel, yeah, Thrash Metal, danach wird es schon verzwickt und melodisch, doch ehe man sich versieht, findet man sich in einem grossen Refrain wieder, der (ohne zu fragen, imfall) in einen Nu-Metal-artigen Breakdown mündet — und so geht’s weiter. Über all diesem Geriffe, Geshredde und Gefetz thront Sascha Wackers Stimme, die scheinbar mühelos zwischen wüsten Growls und tadellosem Klargesang zu oszillieren (Fremdwort, yeah! Aber bedeutet es wirklich das, was Saschas Stimme macht? Gute Frage!) scheint — zweifellos ein wichtiges Werkzeug im Sound der Band. Was gibt’s sonst noch auf dem Album: Ein Instrumental mit geilen Riffs, ein weiteres sieben Minuten langes Opus, das sich als Halbballade tarnt, Nackenbrecher, Circle-Pitter, was man halt so schreibt.

Soviel zu einem, naja, objektiven Blick auf das Album — mir persönlich ist das Ganze dann aber vielfach zu „Metal“ (manche sind eben selten zufrieden) und trotz allem Erfindungsreichtum und trotz aller songwriterischen Finesse ein bisschen zu sehr an Orten zu finden, die ein bizli wenig wehtun — und zuuuu vieeeele Gitarrensooolii (aber: selten mindless Gewixxe, viel geschmackvolle Arbeit, darum nicht soooo schlimm). Aber eben, das ist halt Geschmackssache, gell. Wenn du mit Metal — ein weiter Begriff, aber eben, Lotrify stürmen da einmal über das ganze Feld — etwas anfangen kannst, dann gib dir die CD unserer Wacken 2018-Helden!

Anspieltipps: Prophecy, Ill-Minded

 

 

Lotrify – Xenophobic
Tracklist
1. Intro
2. Prophecy
3. Something To Nothing
4. Life’s I
5. Xenophobic
6. Gravity
7. Welcome To Reality
8. Ill-Minded
9. Floating To Fall
10. One Kind
11. The Fence
12. Fragments (Kanny’s adress to humans)
13. Termination