22.11.2018 – Nightwish machten Halt im Hallenstadion Zürich

Grundsätzlich finde ich Konzerte in grossen Arenen nicht sehr ansprechend. Als ich jedoch gesehen habe, dass Nightwish nach Zürich ins Hallenstadion kommen, gab ich mir einen Ruck und ich begab mich wieder einmal in die grosse Halle. Dort angekommen schon die erste Überraschung: Die Fotografen erhalten erst eine Viertelstunde vor Konzertbeginn Einlass in die Location. Also sah ich mich vor einer Wartezeit von einer Stunde im eiskalten Zürich wieder. Zum Glück gibt es in der Nähe des Hallenstadions mehrere Bars, in welche ich mich dann mit anderen Fotografen verzog, damit wir nicht komplett unterkühlten. Ich habe übrigens eine Objektivheizung mitgenommen, damit meine Objektive nicht zu stark abkühlten. Ansonsten hätte ich wohl gar keine Bilder liefern können, denn Glas beschlägt sich mit Kondenswasser, sobald man es schnell von einem kalten in einen warmen Ort transportiert. Aber genug zur Technik – wir sind hier ja nicht in einem Kameraforum…

Beast in Black

Bekanntlich haben es die Supportbands nicht sehr leicht. Die Crowd ist erst am Eintreffen und muss zuerst warm werden. Bei grossen Shows springt der Funke meist erst gegen Ende des Support-Acts über – oder gar nicht. Die fünf Finnen von Beast in Black bewiesen das Gegenteil! Die Band spielt einen Mix aus Heavy- und Power-Metal. Mit ihrer Spielfreude und ihrer energetischen Bühnenpräsenz vermochte die Band bereits beim ersten Song die Zuschauer zum Headbangen zu animieren. Als Fotograf kam ich besonders in den Genuss: Das Quintett flirtet mit der Kamera, albert herum und zeigt sich so von der sympatischsten Seite. Extrem beeindruckt hat mich die Frontröhre Yannis Papadopoulos. Dieser vermochte sein Stimmorgan so einzusetzen, dass es zeitweise gar klassisch oder opernhaft klang – spielen da etwa schon Nightwish? Ansonsten gaben sie sich typisch heavy-metal-haft, etwas, was mich meistens nicht vom Hocker reisst. Beast in Black holten mich mit ihrer sympatischen und technisch sattelfesten Spielweise ab. Ich bin definitiv im Hallenstadion angekommen. Danke, Beast in Black!

Hier einige Impressionen ihres Auftrittes:

 

Nightwish

Nach 30 Minuten Umbaupause standen bereits Nightwish auf der Bühne. Der Anfang der Show war eine Reizüberflutung, die Seinesgleichen sucht: Das Bühnenbild wird von einer riesigen LED-Wand dominiert, welche immer zum Song passende Videos und Animationen zeigt. Dazu jagen sich Flammen von Ecke zu Ecke.

Ja, dem Publikum wurde etwas geboten an diesem Donnerstagabend. Aber lenkte diese Produktion von der Show ab? In diesem Fall nicht! Die Band reihte Hit um Hit aneinander und entführte das Publikum in die Welt von Nightwish. Die Band hatte sichtlich ihren Spass und das Publikum ebenfalls. Spätestens als Songs wie “Last Ride Of The Day” oder “Nemo” gespielt wurden, riss es auch mich mit. Fast mit Freudentränen in den Augen lauschte ich den Klängen, die von der Bühne her dröhnten und Gänsehaut machte sich bei mir breit. Jedoch war ich mir nicht ganz so sicher, ob diese der Band zu verdanken war oder den kühlen Temperaturen in der Halle. Diese Kälte war wohl der Eisfläche unter den Stehplätzen zu verdanken.

Und immer wieder dachte ich: Wie kann Floor Jansen menschlich sein? Durch das ganze Set fehlerlos, meisterte sie technisch anspruchsvolle Gesangparts mit scheinbarer Leichtigkeit. Da fragte man sich wirklich, war dies “The Greatest Show On Earth”?  Diese Show ist definitiv eines meiner Highlights von 2018. Bei so einer grandiosen Performance vergass man schnell, dass man im Hallenstadion ist. Für Nightwish war das Hallenstadion keine Grösse zu gross, da hat alles gepasst.

Und hier die Bilder von Nightwish:

 

Fazit
Ein Abend voller guter Laune und guter Musik geht zu Ende. Kompliment! Ein Event von dieser Grösse ist nicht einfach zu organisieren und zu koordinieren. Trotzdem wurde ein reibungsloser und pünktlicher Ablauf realisiert. Die Tontechnik hat ganze Arbeit geleistet. Zweimal wurde uns ein extrem klares Klangbild präsentiert, das trotzdem druckvoll blieb und nicht zu überladen wirkte.

Einziger Kritikpunkt bleiben die Bedingungen für Fotografen: Klar, der Treffpunkt stand fest. Jedoch kommt ein Fotograf nicht auf den letzten Drücker und hat meistens übrige Zeit. Vielleicht könnte ein verfrühter Einlass der Fotografen ermöglicht werden, damit wir nicht zu Eiszapfen werden. Immerhin durften wir die Wartezeit zwischen Beast in Black und Nightwish im Hallenstadion verbringen. Nach Nightwish ging es wieder aus dem Hallenstadion und wir mussten für fünf Schweizer Franken das Kameragepäck an der Garderobe abgeben, um wieder in die Arena zu dürfen. Dies könnte meiner Meinung nach etwas besser gelöst werden.

Alles in allem aber war der Abend definitiv gelungen und ich komme gerne wieder! Es war sehr interessant ein etwas grösseres Konzert zu fotografieren.

Veranstalter: Gadget