06.12.2018 – Wir waren bei Bury Tomorrow, 36 Crazyfists, Cane Hill und Crystal Lake im Dynamo

Das Konzert fing verhältnismässig früh an. Schon um 18:45 Uhr starteten Crystal Lake ihr Set. Wir mussten noch für die Garderobe anstehen und waren deswegen nicht während des ganzen Konzertes anwesend. Ach ja, die Dynamo-Garderobe: Ein Thema, über welches ich mich stundenlang beschweren könnte. Aber das tue ich jetzt niemandem an. Zurück zu Crystal Lake, die auf der Bühne abgingen wie Raketen. Und das sage ich jetzt nicht nur auf den Song “Apollo” bezogen. Wenn die Tokioter (ja, das ist die korrekte Form) auf der Bühne stehen, dann steht vor der Bühne niemand still. Definitiv ein Must-See für alle, die sie noch nie live gesehen haben.

Als zweites waren Cane Hill an der Reihe. Die Amerikaner spielen laut Bandwebsite Metal. Was eine gute Beschreibung ist, da ich sie definitiv nicht einordnen konnte. Manchmal klang es wie Machine Head, dann wieder sehr nach Metalcore. Die Screams konnten sich hören lassen und der eher cleane Gesang passt perfekt ins Gesamtbild. Irgendwie eine komische, aber sehr gut gelungene Mischung.

Danach waren 36 Crazyfists dran. Und jetzt schäme ich mich zu sagen, dass ich vor dem Konzert noch nie von ihnen gehört hatte. Ein Metalcore-Urgestein. Seit über 20 Jahren sind die Herren schon zusammen unterwegs. Sie klangen für mich ein bisschen wie Five Finger Death Punch in gut und brutaler. Der Cleangesang war einwandfrei und hat sich super in die Musik eingefügt. Definitiv eine Band, in welche ich mehr reinhören sollte.

Als letztes waren Bury Tomorrow an der Reihe. Die Herren hab ich jetzt auch schon gefühlte sieben Mal gesehen. Und trotzdem freute ich mich wie ein kleines Kind, da mir das aktuelle Album sehr zusagt. Und die Engländer sind eine der am Boden gebliebensten und echtesten Bands, die ich kenne. Anhand meines momentanen Muskelkaters und blaue Flecken-Fazit kann ich sagen, dass das Konzert bombastisch war. Auf jeden Fall für mich. Es gab ein paar Mosher, die noch nicht ganz verstanden haben, dass Moshen nicht nur rumfliegen und Leute schubsen ist, sondern auch heisst, gewisse Regeln zu befolgen und dass man für seine eigenen Ellenbogen verantwortlich ist. Aber grundsätzlich keine böswilligen Absichten, deswegen fand ich’s ganz okay. Bury Tomorrow spielten einen guten Mix aus alten Songs und neuen Liedern. Ich sang alles so schräg und textunsicher mit, wie ich nur konnte. Und hatte dabei den Spass meines Lebens. Herrlich! Hat dann aber doch nicht gereicht, um mir einen 60(?)-Stutz-Hoodie zu gönnen, auch wenn er wunderschön gewesen wäre. Janu, vielleicht das nächste Mal. Denn das, so versprachen sie es uns, gibt es sicher bald wieder. Bis dahin werde ich mich weiter mit meiner Vinyl-Ausgabe von “Black Flame” beschäftigen.