NOFNOG “Thieves” – Album Review

No Fight No Glory (abgekürzt und offiziell NOFNOG genannt) wurde vor 15 Jahren auf dem Skateplatz in Oberriet im St. Galler Rheintal gegründet. Nebst vielen CH-Shows waren NOFNOG die letzten Jahre auch im Ausland unterwegs und traten in Ländern wie Mexiko, Kuba, Kanada sowie in einigen Ländern in Europa auf. Aus einer Leidenschaft wurde mehr und die Band entwickelte und etablierte sich von Jahr zu Jahr weiter. Erste kleinere und grössere Tourneen fürs 2019 sind ebenfalls bereits gebucht.

Wie schon bei den vorherigen Alben “At Death’s Door” und “Is It Worth The Glory” wird auch bei “Thieves” keine Zeit verschwendet: schnelle Gitarren und ein Trommelwirbelwind, während Jéromes aggressive aber saubere Vocals die Trommelfelle angreifen. Offensichtlich hat die Band ihren melodiösen Vorsprung gegenüber anderen Künstlern nicht verloren. Dieses Album ist solide und energetisch. Jeder Punk-Rock-Liebhaber kann die Wut und die Botschaft jedes einzelnen Songs spüren; denn NOFNOG vermitteln ihre Botschaft und ihre Gefühle kraftvoll an den Zuhörer weiter. Die Songwriting-Skills fügen sich hier aussergewöhnlich gut mit den Instrumenten zusammen, die so viel tiefer gehen als je zuvor.

Die Singalongs zwischen diesen rasenden Songs und Breakneck-Protestliedern bilden die Grundlage für die allgemeine Botschaft, die NOFNOG zu vermitteln versucht. Es sind die Texte, die diese Platte überhaupt so phänomenal machen, denn sie führen den Hörer auf eine soziopolitische Reise. NOFNOG erforschen Themen der Politik sowie Brüderlichkeit und tauchen in die Tiefe der reinen Wut, die wild und ohne Zurückhaltung auf die Regierung schiesst.

Langjährige Fans von NOFNOG werden auch nach 15 Jahren vom neuen Album nicht enttäuscht sein. Die Band ist so unermüdlich wie nie zuvor. Musikalisch ist das Album eine Mischung aus melodiösen wie auch schwereren Songs. Die Dissonanzen und die Melodien sind wie immer wunderbar ausbalanciert. Crushing-Breakdowns werden mit sauber gesungenen Singalongs abgerundet und bissige Riffs werden weitgehend durch kontrollierte Mid-Tempo-Grooves ersetzt. NOFNOG bringt auch auf diesem Album einen Killer-Opener: “When All Lights Go Out!” beginnt mit einer Wildheit gepaart mit einer Infektionskraft, welche von NOFNOG bereits zu erwarten war.

Nach dem ausklingen des ersten Songs schlägt der zweite Track “Cheat Death” mit halsbrecherischer Geschwindigkeit ein. Die Vocals wechseln von sanft und melancholisch zu aggressiv und wütend und somit sind NOFNOG zurück in ihrem altbewährten Stil. Ihre Wut erlaubt es ihnen, Alben von solch unvergesslicher, atemberaubender und zeitloser Intensität zu veröffentlichen.

Die grösste Überraschung, die das Album “Thieves” meines Erachtens zu bieten hat, ist der Song “Have Hope” – einer der wenigen Tracks, der sich vom restlichen Album abhebt, indem er sich mit einer ausschweifenden Atmosphäre, Blast-Beats und einem kraftvollen Singalong ausbreitet.

“Thieves” ist eine wahrhaft gelungene Ergänzung zu ihrem Repertoire und das Album hat sich ebenfalls sehr schnell in meine aktuelle Playlist integriert. Alles in allem ist es ein weiteres Stück purer melodischer Perfektion.

VÖ: Dezember 2018
1. When All the Lights Go Out!
2. Cheat Death
3. Memories
4. Vicious Circle
5. Manifest of Thieves
6. Have Hope
7. Opposition
8. All Said and Done
9. Cemetery
10. Fortress
11. Rewrite & Repeat