EP Review – “Metamorphosis” von Wilderness

Wie klingt musikalische Wildnis für dich? Rein vom Wortlaut her denkt man wohl eher an wilden, chaotischen Noise-Rock. Dieses Genre würde auch zu den Covers der zwei veröffentlichten EPs von Wilderness passen. Wildnis ist aber in der heutigen, medienüberfluteten und “geordneten” Welt der entschleunigte Gegenspieler. Die Zürcher Band nimmt sich diese Entschleunigung sehr zu Herzen.

Das Trio kreiert vom Synthesizer dominierten Indierock. Vom ersten Song an zeigt die Band die geschmeidige Seite des Indierocks, ohne dabei kitschig zu klingen. Wer auf feine Männerstimmen mit viel Hall steht, ist hier sicher richtig. Tanzmusik ist es aber nicht, auch wenn die Synthie-Klänge und Beats die eine oder andere Inspiration von Discosound übernehmen. Wilderness sind so luftig wie das französische Duo Air. Der Vergleich passt gut, denn wie auch bei Air bilden verspielte Synthie-Sounds und kleine Details die Essenz von Wilderness. Dabei setzt einen die Band vor eine emotionale Unklarheit. Ob die Musik traurig, sehnsüchtig, verwirrt oder fröhlich ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen. Aber faszinierend ist der Sound. Hört doch beim Video unten zu “Blame it on the Seeds” gleich kurz rein.

Wer fasziniert ist von feinen Instrumentierungen, Synthies und einem etwas anderen Sound, ist mit Wilderness am richtigen Platz. Ruhige und feine Musik zum Hinlegen und Entspannen, um dabei von der Wildnis zu träumen.

Wilderness – “Metamorphosis”
1. Blind Animals
2. Metamorphosis
3. This is Nothing
4. Bedtime
5. Adapt to the Sun