Ausverkauft, Ausgetrunken und Ausgepowert. So war das HCUF VI.

Ganz nach dem Motto «Alle Jahre wieder» stand neben Weihnachten und Silvester auch das Hardcore United Fest in meinem Kalender gross eingeschrieben. Der erneut ausverkaufte Sedel zeigte auch dieses Jahr, dass ein Besuch des Festes lohnenswert ist. Meine Erwartungen waren gross, denn das Line- up versprach einen tollen Hardcore-lastigen Abend mit viel Energie, Herumgewirbel und Gebrüll. Vorab: die Meute wurde nicht enttäuscht! 

Mit insgesamt acht Bands im Line-up startete das Hardcore United Fest wie gewohnt eher früh. Jedoch mussten die Jungs von Blackwall aus gesundheitlichen Gründen absagen und so starteten Your Fault um 18:20 Uhr. Die Emmentaler schafften es bereits zu Beginn, viele Besucher anzulocken. Es war trotzdem verständlich, dass zu so früher Sunde viele das Konzert eher von den hinteren Reihen aus betrachteten. 

Nach einer kurzen Pause ging es gleich weiter. Invoker betraten die Bühne und ich war besonders gespannt, denn es war schon einige Zeit vergangen, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe. Wenn man den Auftritt in drei Worten beschreiben müsste, dann wären das meiner Meinung nach: emotional, intensiv und sicher. Kein Wunder, denn die Band war mit ihrem neuen Album voll ausgerüstet und präsentierten ein tolles Konzert. 

Der Saal füllte sich immer mehr, als Horace ihre Show starteten. Die Berner schafften es mit ihrem klassischen Hardcore Sound, die Menschen vor die Bühne zu locken und sie verbreiteten eine tolle Stimmung. So entwickelten sich auch die ersten Moshpits und das Publikum wurde immer tanzfreudiger. Leider gab es auch einige Violent Dancer, welche sich eher nicht unter Kontrolle hatten.  

In der Pause ging es ab an die frische Luft. Neu gab es auch einen kleinen Weihnachtsmarkt in Form eines Insanity-Glühweinstandes. Vera und ich gönnten uns natürlich ein, zwei Becher des vorzüglichen Getränks. Leider war der Essensstand an diesem Abend unterbesetzt und als wir uns eine Portion Pommes holen wollten, mussten wir ca. 45 Minuten anstehen.  

Die Zeit während dem Anstehen verflog allerdings schnell und so bemerkten wir nicht, dass wir den Auftritt von Cancel total verpasst haben. Die Personen, welche sich aber die Show ansahen, kamen mit einem begeisterten Grinsen heraus. Uns wurde erzählt, dass das Konzert unglaublich böse und düster, im guten Sinne, gewesen sei. Zudem wurde auch die abgestimmte Lichtshow gelobt. 

Gestärkt durch Essen und Getränke zog es uns wieder vor die Bühne, denn Chelsea Deadbeat Combo starteten. Jedes Mal, wenn ich diese Band sehe, ist einfach eine Heiterkeit inklusive guter Musik bereits vorprogrammiert. Es war ein tolles Set mit einem guten Mischmasch aus Hardcore und Punk.  

Nach dem Konzert merkte man, dass nun jeder richtig aufgewärmt war. Begleitet von einzelnen Beats betraten Insanity die Bühne und die vorderste Reihe begann schlagartig durchzudrehen. Ein Mix aus allen veröffentlichten Alben wurde gespielt und natürlich durfte der Singalonghit «Part of Us» mit Gastsänger nicht fehlen. Die Temperatur stieg immer weiter in die Höhe und das Publikum wurde mehr und mehr zu unzähligen Stagedives motiviert. Ganz erschöpft, aber mit guter Laune verliessen wir den Saal. 

Der krönende Abschluss präsentierte die aus Polen stammende Metalband Materia, die extra für diesen Abend in die Schweiz reiste. Da das HCUF einem alljährlichen «Kumpeltreffen» gleicht, sind viele Diskussionen und Bekanntschaften immer auch Teil des Programms. Deshalb haben wir uns Materia, welche eine solide Show ablieferten, nur teilweise gesehen.  

Nach sieben Bands wurde der tolle Abend mit der Aftershowparty abgeschlossen. Und so begab auch ich mich nach einiger Zeit auf den Heimweg. Vielen Dank an Hardcore United Booking für die Organisation. 

Foto: Insanity am HCUF VI