Monatsrückblick: Januar 2019

Jede Woche werden hunderte und tausende von Alben in die Sphären des Internets geschossen, wer soll da noch alles mitkommen? Der rawk.ch-Monatsrückblick ist zwar nicht allumfassend, doch soll diese neue Rubrik einen Überblick über Neuerscheinungen aus verschiedenen musikalischen Ecken geben. Die darin enthaltenen Meinungen und Einschätzungen sind nicht die des rawk.ch-Teams, sondern meine persönlichen (Marc). Wer sich nicht die Mühe machen will, durch die Liste zu scrollen, kann sich meine 20 Top-Tracks des aktuellen Monats einfach in dieser laufend aktualisierten Spotify-Playlist anhören.


Grossartig

https://e.snmc.io/i/fullres/s/4415044b0160d9b5b666f4ce26e85359/7140895The Twilight Sad – It Won/t Be Like This All the Time | Rock Action

The Twilight Sad sind zurück mit ihrem fünften Album und vereinen vielleicht prägnanter denn je die grosse Geste mit Intimität. Treibende Rhythmen, eisige Synthies, charismatischer Gesang: Die Schotten reichern ihren Post-Punk-Revival-Sound weiterhin mit Darkwave- und Shoegaze-Elementen an.

Anspieltipp: I/m Not Here [Missing Face]

Genre: Indie Rock/Post-Punk

FFO (For Fans of): Interpol, The Cure, Depeche Mode, Mogwai


 Empfehlenswert

https://e.snmc.io/i/fullres/s/a2b7b7537b71e26c0273e5cd01b83ab1/7347052Better Oblivion Community Center – Better Oblivion Community Center | Dead Oceans

Der legendäre Conor Oberst wird auf diesem Album unterstützt von der Newcomerin Phoebe Bridgers. Die beiden ergänzen sich toll und herausgekommen ist ein reduziertes, sehr stimmiges und melancholisches Album.

Anspieltipp: Service Road

Genre: Indie Rock/Folk Rock

FFO: Bright Eyes, boygenius, Okkervil River

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/e572f7735d13a70e78f3d0736beacc9c/7214454Deerhunter – Why Hasn’t Everything Already Disappeared? | 4AD

Meine zwei liebsten Aspekte dieses Albums: Die Gegenüberstellung von poppig-glücklicher Instrumentierung und dunklen Lyrics sowie die Drums-/Percussions-Produktion. Mit guten Kopfhörern geniessen!                                                                                                                                                                                     x

Anspieltipp: Death in Midsummer

Genre: Indie Rock/Neo-Psychedelia

FFO: Spirtualized, Wild Nothing, Grizzly Bear

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/ec5e389153a5f332b665d2e02de034b8/7225798Pedro the Lion – Phoenix | Big Scary Monsters

David Bazan erweckt seinen Pedro the Lion-Moniker nach 15 Jahren wieder zum Leben mit diesem unaufgeregten, nostalgischen Album. Die ausführliche Review findest du hier.                                                                                                                                                                                                             x                                                                                 x

Anspieltipp: Quietest Friend

Genre: Indie Rock

FFO: The Weakerthans, The Wrens, Elliott Smith

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/f4e7f3b9106e307102278037fde918dd/7241842Malibu Ken – Malibu Ken | Rhymesayers

Malibu Ken ist ein neues Projekt bestehend aus Produzent Tobacco und Rapper Aesop Rock. Ersteren kannte ich bisher nicht, doch wo Aesop Rock draufsteht, ist immer Qualität drin. Wie üblich unglaubliche Lyrics, hier gepaart mit experimentellen Beats.                                                                                                                                   x

Anspieltipp: Tuesday

Genre: Experimental Hip Hop/Abstract Hip Hop

FFO: Aesop Rock, Tobacco, El-P

 

Image result for Mineral – One Day When We Are YoungMineral – One Day When We Are Young | House Arrest

Die 90er-Emo-Helden sind tatsächlich mit neuer Musik zurück. Es sind zwar nur zwei Songs, aber sie sind gut – zumindest viel besser als das ausgesprochen hässliche Artwork erwarten lässt.                                                                                                                                                                                       x

Anspieltipp: Aurora

Genre: Midwest Emo

FFO: American Football, Christie Front Drive, The Appleseed Cast

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/e76914470a494c6ff1b8fb6b8469c8f5/7167096MONO – Nowhere Now Here | Temporary Residence

Das zehnte MONO-Album hat nicht nur einen schlechten Namen, sondern startet auch nicht gerade vielversprechend. Nebst dem fehlgeschlagenen Experiment, in einem Song Lyrics zu brauchen, und einigen Samples und Synthies gibt’s nicht viel Neues, doch die zweite Hälfte ist fürchterlich schön.

Anspieltipp: Meet Us Where the Night Ends

Genre: Post-Rock

FFO: This Will Destroy You, Mogwai, Yndi Halda

 

Image result for say anything oliver appropriateSay Anything – Oliver Appropriate | Dine Alone

Ich war nie der grösste Say Anything-Fan, doch irgendwas (wohl vor allem die Lyrics) an diesem Album hat mich gepackt. Aufs erste Hören musikalisch nicht so ganz meins, ist es mir schon ziemlich ans Herz gewachsen.                                                                                                                                                                                 x

Anspieltipp: Daze

Genre: Indie Rock/Emo-Pop

FFO: Saves the Day, The Front Bottoms, Tigers Jaw

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/78050793a219c5a7faa6fb40cf4e5007/7176669Sharon van Etten – Remind Me Tomorrow | Jagjaguwar

Ich kann mich noch an den Hype um Sharon van Ettens letztes Album “Are We Here” erinnern, habe aber damals keinen Zugang gefunden. Nun, fünf Jahre später mit dem neuen, ausgefleischteren und elektronischeren Album hat’s geklappt.                                                                                                  x

Anspieltipp: Seventeen

Genre: Indie Pop/Singer-Songwriter

FFO: Arcade Fire, Lana del Rey, Angel Olsen


 Nett

https://e.snmc.io/i/fullres/s/bdd20cd7e5ffd204ff0ddfe9b212d4df/7322012AJ Suede – Darth Sueder III | self-released

Zehn Songs in unter 20 Minuten gibt’s nicht nur im Hardcore Punk. Das hier ist ein kurzweiliges, geschmeidiges Hip-Hop-Mini-Album. Netter digitaler Wühlkistenfund, aber das Gegenteil von weltbewegend.                                                                                                                                   x

Anspieltipp: Sleepwalking

Genre: East Coast Hip Hop

FFO: Roc Marciano, Wolftone, The Alchemist

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/9cc277db9d3e44e94cd9d00516062028/7196607Angelo de Augustine – Tomb | Asthmatic Kitty

Es ist unbestreitlich, dass viel Emotionen, Schmerz und Trauer in dieses Werk geflossen sind. Doch die musikalische Umsetzung lässt das gewisse Etwas vermissen, das die Stücke zu mehr als Sufjan Stevens-B-Seiten erheben würde.                                                                                                    x

Anspieltipp: I Could Be Wrong

Genre: Indie Folk/Singer-Songwriter

FFO: Sufjan Stevens, Bon Iver, The Tallest Man on Earth

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/6b92f833c21851afd23ac96866ec5227/7224335Dendemann – da nich für! | Vertigo

Ich mag Daniel Ebel aka Dendemann – kann man ihn nicht mögen? Der (Wort-)Witz und die Kernaussagen sind weiterhin grösstenteils höchst ansprechend, was sich leider über die Beats nicht unbedingt sagen lässt.                                                                                                                                                                                                              x

Anspieltipp: Keine Parolen

Genre: Hip Hop

FFO: Casper, Antilopen Gang, Blumentopf

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/e096df25efbcb6537f3a127f6285d1a9/7337128James Blake – Assume Form | Polydor

Natürlich ist James Blake mehr als nett – ein ziemlich bedeutender Musiker mit unbestreitbar viel Talent. Ist nur (noch?) nicht so mein Ding.                                                                                                                                                                                                                                                             x

Anspieltipp: Where’s the Catch?

Genre: Alternative R&B/Art Pop

FFO: Uhm…James Blake?

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/f0c5d0af0d706c5248f1e84fd27cf808/7328573Nuvolascura – Nuvolascura | Zegema Beach Records et al.

Basil sagt alles, was man über dieses Album wissen muss, in seiner Review. Dass ich nicht ausflippe, hat nur damit zu tun, dass ich im noisigen, chaotischen Ende des Screamo nicht so zuhause bin.                                                                                                        x                                                                                                                                           x

Anspieltipp: half truth

Genre: Screamo/Emoviolence

FFO: Orchid, Gillian Carter, pg.99

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/64649b9457976658f996f5900cc5726a/7340146Old Solar – SEE | self-released

Verspielte Elemente wie zum Beispiel das Klatschen und die Xylophone im Opener sowie eine Handvoll überzeugende Melodien sorgen für ein solides, leicht überdurchschnittliches, aber nicht gerade aufregendes Crescendocore-Album.                                                                    x

Anspieltipp: While the Earth Remains

Genre: Post-Rock

FFO: MONO, Caspian, Leech

 

Image result for Tiny Moving Parts – For the Sake of Brevity / Fish BowlTiny Moving Parts – For the Sake of Brevity / Fish Bowl | Big Scary Monsters

Zwei neue Songs der spielfreudigen Ami-Emos. „For the Sake of Brevity“ bekommt nach neun Jahren das Full-Band-Treatment, „Fish Bowl“ ist soviel ich weiss ein neuer Song. Nicht dass man es erschliessen könnte, die Band hat sich ja nie grundlegend verändert.

Anspieltipp: For the Sake of Brevity

Genre: Midwest Emo/Pop Punk

FFO: Free Throw, Modern Baseball, Cap’n Jazz


 Nope

https://e.snmc.io/i/fullres/s/6a00439333c48f5abbbae2d749e4160f/7346090Bring Me The Horizon – amo | Sony

Cause it’s got my head running 24/7, I don’t know if I can figure it out. It’s all messed up, only one thing I know for sure: We’re so full of Sugar, Honey, Ice and Tea“. Well god fucking damn it.                                                                                                             x

Anspieltipp: I Don’t Know What to Say

Genre: Electropop/Alternative Rock

FFO: Imagine Dragons, Linkin Park, Maroon 5

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/02617010223900b543bf55840366f119/7285882The End of the Ocean – -aire | Equal Vision

Was ist instrumentaler Post-Rock ohne Emotionen, fesselnde Atmosphäre, frische Ideen oder eingängige Melodien? Das Ding hier gibt mir überhaupt nichts.                                                                                                                                                                                                                                                                                   x

Anspieltipp: jubilant

Genre: Post-Rock

FFO: Explosions in the Sky, God is an Astronaut, Russian Circles

 

Image result for strength in numb333rsThe Fever 333 – Strenght in Numb333rs | Roadrunner

Eines der schrecklichsten Alben, das ich seit langem gehört habe. Miserable Texte, nervtötende Refrains, schlimme Produktion. Etwas Positives fällt mir leider nicht ein, ausser vielleicht dass einige Aussagen in den Lyrics sicher gut gemeint sind.                                                                                                                            x

Anspieltipp: Ich würde nicht…

Genre: Rapcore

FFO: Linkin Park, The Red Jumpsuit Apparatus, Papa Roach

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/4e838a71518cb3f7bfb80bd876a8da16/7347024Weezer – Weezer (The Teal Album) | Crush

Mit diesem Cover-Album ist Weezer endgültig in den Olymp der Meme-Bands aufgestiegen. Erm…Gratulation?                                                                                                                                                                            x                                                                                                                                   x

Anspieltipp: Mr. Blue Sky

Genre: Pop Rock/AOR

FFO: Weezer, Karaoke, Vaterschaft


Nebst den Hightlights der obengenannten Alben/EPs befinden sich folgende im Januar erschienenen Singles in der Playlist:

+++ Radiohead – Ill Wind +++ A Mote of Dust – Second Last First +++ Be Forest – Genemi +++ American Football – Uncomfortably Numb (feat. Hayley Williams) +++ Westkust – Swebeach +++ Spangle Call Lilli Line – so as not to +++ Wild Nothing – Blue Wings +++ La Dispute – Footsteps at the Pond