Album Review: Nuvolascura – Nuvolascura

Musikblogs sind tot (sagen Menschen auf anderen Blogs — ok, Vlogs, hä, but still…). Aber weil es ja im Hardcore so Usus ist, dass etwas viel realer wird, wenn’s um der Freude an der Sache willen gemacht wird anstatt um des #fames willen, schreibt mensch doch gern immer noch. Und: wenn nur ein mensch jetzt das neue (einzige) Album von NuvolascuraNuvolascura“ (VÖ: 22.01.2019 via Zegema Beach Records) hört, dann wird mir schon ganz warm ums Herz. 

Warm ums Herz (zagg, Überleitung wie aus dem Bilderbuch) wird’s einem eben auch, wenn man Nuvolascuras Debütalbum auflegt (metaphorisch, aber es wird’s bald (Februar) auf Platte geben, if that’s your thang) — kathartischer noisiger Screamo, der tiefste menschliche EMOtionen anspricht (Klischeekanone 1 : Basil 0). Und auch wenn der Name so ein bisschen … „naja“ … ist — echt jetzt, wer hat gedacht, dass das gut klingt? Gut, in Amilanden vielleicht… —, so gibt’s an der Musik nicht wirklich etwas auszusetzen (sprich: nichts, das Album ist super, hör’s dir einfach an und spar dir das lesen).

Zwar ist diese Self-Titled das erste Album als Nuvolascura (als Vril gibt’s schon drei Veröffentlichungen), aber das da schon länger Musik gemacht wird, hört man eben schon: Die Band besteht aus Mitgliedern, die auch bei SeeYouSpaceCowboy, Letters To Katalonia, Curtains, Heritage Unit und Ghost Spirit Musik mach(t)en — so ein bisschen ein Who is Who der Screamo+ – Szene, gell, aber Supergroup klingt ein bisschen deplaziert. (Sidenote: Die wissen ja, wie gute Bandnamen gehen, wer kam bloss auf diese Schnapsidee?)

Ein bisschen drüber schwätzen, wie das Album denn klingt, wär doch gut? Naja, wild und ungetüm, erbarmungslos dreinbreschend, chaotisch durcheinanderwirbelnd, immer wieder innehaltend, die Richtung wechselnd, dich wiegend, dich antreibend, auf sich aufbauend, Geschichten erzählend, Spannungsbögen errichtend, alles niederreissend. Und ja, am Schluss wird mensch atemlos zurückgelassen und will gerne zurückspulen, weil das Album doch keine halbe Stunde lang ist und mensch nicht ganz fassen kann, was gerade aus den Boxen/Kopfhörern geschleudert kam. Ausserdem: moshable / 10! Und ganz viele Blastbeats! Gebretter! Geschrei! Gegitarrengeshredde!

Anspieltipps? Starte bei „death as a crown“ und hör mit „design for an altar auf“.

 

Nuvolascura – Nuvolascura (VÖ: 22.01.2019 via Zegema Beach Records)
Tracklist
1. death as a crown
2. … on account of poison
3. flower offering
4. saccharine trance
5. it comes in plagues of consciousness
6. vow of violence
7. half truth
8. cerulean wound
9. zen depression
10. the slowest color seeping through (mask of myself)
11. design for an altar