Demo Review: Mantra – Mirrorspeak

Die Zürcher (äh ja, Kanton Zürich, nicht Stadt) Band Mantra マントラ ist so ein bisschen ein Garant geworden für guten, experimentellen Alternative Rock, der nicht zuletzt durch die Stimme von Saskia Goldschmid (ja, ich musste auf Bandcamp nachkucken) geprägt war. Auf dem am 1. Januar 2019 (diy! Gitarrero Oli hat sein eigenes Studio, das Mantrastudio) erschienen Demo „Mirrorspeak“ ist nun ein neuer Sänger zu hören. Wie hält sich das Material?

Mantra betiteln „Mirrorspeak“ zwar als Demo, doch das, was geboten wird, hat weit mehr als „nur“ „Demo-Qualitäten“ und das nicht nur in punkto Soundgewand. Die Songs sind ausgereift, gut durchdacht und zu Ende komponiert — man hört eine Band, die ziemlich genau weiss, was sie tut und was sie will (– Mantra wollen aber halt nicht unbedingt das Gleiche wie ich, darum auch dieser eher objektive Tonfall und nicht das übliche Gejubel, gell). Eigentlich ist das ja auch nicht weiter verwunderlich, denn abgesehen vom Wechsel am Gesang besteht die Band ja auch schon ein Weilchen. 

Drei Songs finden sich auf diesem neusten Release und bei aller Verschiedenheit klingt’s doch wie aus einem Guss, immer ist da einerseits der Wille, es nicht zu einfach zu haben, es sich nicht zu bequem zu machen aber andererseits auch das Talent für und die Lust an grossen Melodien — und ja, Riffs, Riffs und Riffs! Im Ernst, das Strophenriff von „Fear Trigger“ ist eines der packendsten, das ich seit langem gehört habe — und auch daneben wird’s an der instrumentellen Front nie langweilig (abgesehen von Gitarrensoli, aber dasch halt Gschmackssach, gell. Immerhin ist es kein „öh, kuck mal, ich habe Licks geübt“ – Penisvergrösserungsgeshredde, aber trotzdem, Gitarrensoli müssen halt in meiner Welt sehr selten sein…).

Auch der Gesang von Patrik Schmid muss sich nicht verstecken, aber mein Ding ist halt diese sehr typische „alternative Rock“-Stimme irgendwie nicht — auch wenn die gesangliche Leistung, soweit ich das beurteilen kann, keine Wünsche offen lässt. Die Stimme rückt die Band halt so ein bisschen in bekanntere und „weniger gewagte“ Gefilde, was irgendwie schade ist, denn die Mantra hätte, glaub ich, noch mehr angehme Weirdness zu bieten. 

Anyway, du magst “Alternative Rock”, der gerne mal experimentiert, der mal stark fuzzig faucht, sich mal am Metal bedient, progressive Elemente zulässt und trotzdem ein angenehmes Hörerlebnis ermöglicht? Hör dir “Mirrorspeak” an!

Mantra – Mirrorspeak
Tracklist:
1. Mirrorspeak
2. Fear Trigger
3. Witches