Album Review: Herod – Sombre Dessein

Fuck, ist das heavy! Aus irgendeinem Grund waren Herod für mich immer nur eine „jaja, Westschweizer, die halt irgendwie Metal machen“-Band, aber bereits nach der ersten Minute des neuen Albums „Sombre Dessein“, das am 15.02.2019 via Pelagic Records (also eigentlich kein Wunder, dass da was Gutes kommen muss, hä) erscheint, ist die Reue gross. 

Irgendwo zwischen Sludge-/Post- und irgendwie bizli proggigem Metal sumpfen und wabern und schweben sich Herod durch mal dichteres Moorland, mal lichtere Nebellüfte und liefern dabei das, was ihr Pressetext verspricht: „Staggering riffs, intricate yet groovy polyrhythmic patterns and sheer heaviness.“ Atmosphäre gibt’s obendrauf, wie’s sich gehört, und wer jetzt an 0815-Meshuggah-Worship denkt, könnte falscher nicht liegen (moll, natürlich könnte mensch das, aber es ist halt nicht unimaginatives 00-000-Gedjente).

Die Romands bedienen sich zwar schon ähnlicher Elemente wie all die (meistens) langweiligen „uh, wir machen imfall progressive Musik, kompliziert, Polyrhythmik, Space, Transzendenz“ – Metalbands, erinnern immer mal wieder bspw. an die Monuments, aber erstens geht nie die Heavyness verloren und zweitens können Herod Songs schreiben, die nicht bloss eine Aneinanderreihung von Klischées sind. Und halt Riffs, die fetzen, dir — um meinerseits einen abgedroschenen Genresprech zu bemühen — die Magengrube massieren und direkt in die Nackenmuskeln fahren, sorrynotsorry. 

Anspieltipps: Fork Tongue, Mourning Grounds, There Will Be Gods

Herod — Sombre Dessein (VÖ: 15.02.2019 via Pelagic Records)

Tracklist

1. Fork Tongue Intro
2. Fork Tongue
3. Reckoning
4. Don’t Speak Last
5. Silent Truth
6. Mourning Grounds
7. There Will Be Gods