12.02.2019 – Wir waren bei Parkway Drive, Killswitch Engage und Thy Art Is Murder

Was passiert, wenn man drei technisch versierte Bands mit unterschiedlichen Fan-Bases für eine Show zusammenbringt? Ihr bekommt reines Chaos! Thy Art Is MurderKillswitch Engage und Parkway Drive heizten das Schweizer Publikum kräftig ein. Die Schlange vor der Halle 622 war gigantisch, aber angesichts des Line-ups keine Überraschung.

Den Auftakt machte die Deathcore-Einheit Thy Art Is Murder, die auf die Bühne kam und dann die Menge mit ihrer Performance direkt zum Kochen brachte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht der grösste Deathcore-Fan bin. Musikalisch kann man sagen, dass diese Jungs hart daran gearbeitet haben, an ihrer Live-Performance zu schleifen, denn alles klang grossartig. Die dissonanten Gitarrenriffs und der donnernde Bass waren sicherlich die wichtigsten Highlights, auch wenn der eine Gitarrist nicht den motiviertesten Eindruck machte. Das trat jedoch weitgehend in den Hintergrund, da sich alles um ein Wettrennen zwischen CJ und dem fast unmenschlichen Drumming von Lee Stanton drehte, welches die Aufmerksamkeit der Fans erhielt. Es gab rasiermesserscharfe Gitarren, Thor-ähnliche Drums und Sänger CJ McMahon schien sich an der bereits entwickelnden Partyatmosphäre zu erfreuen. Er hüpfte wie ein Besessener auf der Bühne umher. Wenn Blicke töten könnten, dann hätte er die gesamte erste Reihe um die Ecke gebracht.

Als nächstes Killswitch Engage. Diese Massachusetts-Metalcore-Veteranen bekamen von der Menge ein Gebrüll, das Erdrutsche und Erdbeben hätte auslösen können. Ich könnte hier sitzen und Seite für Seite darüber schreiben, wie brillant dieses Set war. Zu den absoluten Highlights gehörten Klassiker wie “Rose of Sharyn”, “My Last Serenade” und mein persönlicher Favorit “The End Of Heartache” sowie Sänger Jesse Leach. Die Menge befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Fiebertemperatur und von meinem Standpunkt sah das Publikum aus wie ein gewaltiger Bienenschwarm, aus dem Arme, Beine und Köpfe in alle Richtungen ragten.

Bevor ich in die Nuancen der Band-Performance von Parkway Drive einsteige, geht ein besonderer Shout-Out an ihren Lichttechniker. Wenn ich jetzt auf die Pyrotechnik, Beleuchtung und die Gesamtqualität der Produktion eingehen würde, könnte ich noch eine weitere Seite darüber schreiben. Feuerwerkskörper, Flammenwerfjets und sonst alles, was das Pyroherz begehrt!

Frontman Winston McCall war wieder der Zeremonienmeister, der die Menschenmenge fesselte und durch die Show führte.

Wenn ihr Parkway Drive bereits live gesehen habt, wisst ihr, was geboten wird. Die Show fühlte sich an, wie man es von den Australiern erwartet. Die Herren haben aber wieder neue Elemente eingebaut,  zum Beispiel wurde die Show mit einem Einzug der Band durch das Publikum eröffnet. Begleitet wurden sie von vermummten Fackelträgern. Sie wissen einfach, wie man ein Show-Spektakel gestaltet.  Es gibt viele Wörter, die verwendet werden könnten, um die Performance der Band als Ganzes zu beschreiben. Ich sage bloss: vorbildlich. Das Donnern von hinten auf der Bühne bot die perfekte Plattform für die abgedämpften Gitarrenriffs, die Parkway Drive ihren unverwechselbaren Sound verleihen. Sie legten gelegentlich Solis hin, bei denen die Menschen mit den Fingern in der Luft wedelten, als würde sie etwas unsichtbares kitzeln. Ja, die Stimmung war einmalig, oder zumindest so, wie man es von Parkway Drive kennt.

Die Songs zu Beginn des Konzertes „Wishing Wells“ und „Prey“ waren in unheimlicher Ausstrahlung furchterregend, später sollen andere herausragende Titel wie „Shadow Boxing“, „Karma“ und „Bottom Feeder“ Schlag auf Schlag folgen. Unterstützt wurde die Band mit einer dick aufgetragenen Bühnenproduktion: Flammen, die überall aus dem Bühnenboden schnellten oder quer über die Band hinwegschossen. Die Gewalt von der Bühne würde wohl definitiv ausreichen, um Jason Voorhees in die Hölle zu geleiten!

Falls ihr nicht dabei wart, habt ihr echt was verpasst! Meine Ohren dröhnen immer noch, aber es hat sich absolut gelohnt. Die Show war EXTRAORDINÄR!

Eric hat den Abend für euch in Bildern festgehalten. Hier geht es zu seiner Gallery.