5 Fragen an Lukas Fuchs von Prince Jelleh

Heute erscheint die Single “Hail Down” von Prince Jelleh aus Winterthur. Nach den beiden EPs Lily und Antarctica folgt mit “Hail Down” nun ein erster Vorgeschmack auf das Debütalbum, welches diesen Herbst erscheinen soll. Auf der Single sind erstmals Synthies und arabische Trommeln zu hören, womit die Band rund um Sänger und Songwriter Lukas nun eine neue Richtung einschlägt. Der wie gewohnt ehrliche Indie-Folk Sound der Single macht Lust auf mehr und weckt Vorfreude auf die kommenden neuen Songs.
Zur Feier der Single stellten wir Lukas fünf Fragen, durch die ihr mehr über den neuen Song erfahren könnt:

Hallo Lukas, als Erstes: Gratulation zur neuen Single! Kannst du uns etwas mehr über die Geschichte hinter dem Song erzählen?
Hallo und vielen Dank!
In “Hail Down” geht es hauptsächlich um die erwachsenen Leute, die man als Kind nie werden möchte. Um Menschen, die beispielsweise davon ausgehen, dass ältere Personen grundsätzlich recht haben. Ich möchte jedoch überhaupt nicht aussagen, dass das Erwachsenwerden nicht schön ist, oder die Kindheit zu romantisieren. Im Gegenteil – ich bin unglaublich froh, nicht mehr ein Kind zu sein und heute die schon damals als negativ empfundenen Erwachsenen immer noch doof zu finden.

Im Musikvideo sieht man einen kleinen Jungen, welcher in einem Warteraum sitzt und auf einen Termin mit dir wartet. Dabei erscheinen immer wieder Illustrationen von Menschen um ihn. Was wolltest du mit dem Video aussagen und warum spielt ihr am Schluss ausgerechnet Mario Kart?
Die Idee war, ein Kind zu zeigen, das ständig damit rechnen muss, zurechtgewiesen zu werden. Es wartet vor der Tür des Rektors, die Erwachsenen und ihre Meinungen schwirren wie Geister um ihn herum und lassen es nicht mal in Ruhe, wenn es alleine ist. Wir fanden nur schon spannend, dass man als Kind ganz selbstverständlich immer damit rechnet, jeden Moment etwas falsch machen zu können, ob man es weiss oder nicht.

Der Schluss ist natürlich nicht mehr allzu ernst gemeint. Wir wollten einfach diese Erwartung vom Kind von «jetzt werde ich bestraft» brechen. Und naja – vielleicht musste es Mario Kart wegen der Musik sein. Vielleicht ist es auch einfach das gleichzeitig geilste und blödste Spiel auf der Welt. Von Nintendo wurden wir übrigens nicht bezahlt.

Noch dieses Jahr erscheint das Debütalbum von Prince Jelleh – da kann es schon mal drunter und drüber gehen. Wie chaotisch oder geordnet sah die Entstehung bei euch aus?
Ich will gar nicht zu sehr darüber nachdenken. Das Album, das wir schon seit einer halben Ewigkeit planen, musste natürlich genau auf mein Bachelorsemester fallen. Die beiden bisher grössten Projekte meines Lebens zur gleichen Zeit. Ich bleibe aber trotzdem positiv, weil ich weiss, dass mich solche Zeiten auch unglaublich pushen können. Ich wünschte es wäre anders, aber ich bin leider auch einer von denen, die oft nur arbeiten, wenn sie müssen.
Ich muss noch dazu sagen, dass die Entstehung noch voll im Gange ist.

Was erwartet uns auf dem Album, kannst du uns etwas mehr darüber verraten?
Was ich lustigerweise schon länger ankündige – ein lauteres und wilderes Prince Jelleh mit mehr elektronischen Elementen und härteren Texten als zuvor, das trotzdem noch Prince Jelleh bleibt.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich dich und deine Band 2015 in Winterthur auf der Bühne gesehen habe. Was hat sich seitdem an euren Konzerten verändert?
Die Musikfestwochen damals waren eines unserer ersten grösseren Konzerte und auch ein ganz spezielles; als Winterthurer an den Musikfestwochen zu spielen, ist natürlich ein Traum. In der Zwischenzeit veröffentlichten wir zwei EPs, schrieben neue Songs und vergassen andere. In dieser Zeit hatten wir auch die Möglichkeit viele Erfahrungen auf verschiedenen kleinen und grossen Bühnen zu sammeln. Ich glaube, wir sind spontaner geworden, was ich in erster Linie als positiv empfinde, weil es heisst, dass wir musikalisch besser geworden sind. Also hoffentlich! Das ist ja immerhin vier Jahre her. Manchmal vermisse ich es zwar auch, live nicht mehr studieren zu müssen, weil man jeden Ton schon weit im voraus weiss. Ich glaube aber, dass man, wenn man in Bewegung bleiben will, sich nicht nur auf der sicheren Seite ausruhen darf, und mir gibt diese Leere auch eine extreme Energie.

Die Single findet ihr hier: iTunes, Google Music oder Soundcloud

Live könnt ihr Prince Jelleh hier erleben:

22.02.2019 – Rorschach, Treppenhaus mit MEGAN
01.03.2019 – Luzern, Treibhaus
02.03.2019 – Zürich, RADAR Festival
30.03.2019 – Frauenfeld, Eisenwerk, Support für Steiner & Madlaina
03.05.2019 – Baden, Werkk, Support für Dennis Kiss & The Sleepers