Album Review: White Dog Suicide – “Broken Hearts & Broken Bones”

White Dog Suicide muss mensch doch eigentlich in der Schweiz nicht mehr vorstellen, die haben’s ja sogar bis zu Vice geschafft. Jetzt – bzw. mittlerweile vor einem ganzen Weilchen, wir Dööfis haben’s einfach bis jetzt verschlafen – haben die Punks aus dem Glarnerland ihren ersten Lanspieler veröffentlicht, „Broken Hearts & Broken Bones“ (VÖ: 21.09.2018, diy wie’s sich für Punks gehört, denk). 

Die Anti-Flag-Referenz – ob nun beabsichtigt oder nicht – findet ihren Widerhall durchaus auch in der Musik – Melodien und so –, aber so die grossen Paten der Linthaler Posterpunks sind Bands wie die Casualties (deren neuer Sänger Dave Rodriguez ist übrigens auch auf einem Song des Albums zu hören) und alle anderen Street Punk Acts, die irgendwie gleich klingen. Die Gitarren schrummeln mal punkig-hardcoreig, mal metallischer, das Drum macht Umpa-Umpa und geschrien wird, als gäb’s kein morgen. Ausserdem: Wooo-ooo—oooo, Gitarrenmelodien und Nachrichten-Samples.

Die Songs auf „Broken Hearts & Broken Bones“ verheben natürlich schon, White Dog Suicide machen das ja mittlerweile auch nicht zum ersten Mal (Musik und alles selber aufnehmen) und sind grössenteils sowohl live-erprobt, als auch schon auf einer EP oder Single erschienen – wer also alles Material bereits kennt, kann sich die Platte sparen – ausser man steht auf schickes Artwork, denn es gibt da so blau durscheinende Vinyls, die schon ziemlich schick sind. 

Zurück zur Musik: Eben, alles gut gemacht, alles grosse Refrains zum Mitgröhlen, so 100% meine Sache ist’s aber nicht, so ca. auf 50% aller Wooo-ooos hätte mensch gerne verzichten können und auch so die Gitarrenmelodien wirken manchmal es bizeli dünn – aber wer’s mag, der mag’s, gell. Dafür ist mit „Left Alone“ ein fast-schon-Emo-Song drauf, der besonders in der ersten Minute mein Album-Highlight darstellt. 

Gönn dir die farbigen Haare an einem Konzert, ist eh Livemusik. Ausserdem sind die Glarner bald mal auf Tour und auf selbiger auch so ein, zweimal noch in der Schweiz anzutreffen: am 09.März im Sedel und am 05.April im Treppenhaus Rorschach.

Anspieltipps: Left Alone, Let Me Be, Suddenly I see

 

White Dog Suicide — Broken Hearts & Broken Bones (VÖ: 21.09.2018)

Tracklist

1. Intro
2. Suddenly I See
3. False Hope
4. You’re Not Alone
5. This World Will Never Change For Me
6. Left Alone
7. No More
8. Let Me Be
9. Nothing Will Change (Unless You Try)
10. Break Away
11. Falling Apart