Monatsrückblick: Februar 2019

Jede Woche werden hunderte und tausende von Alben in die Sphären des Internets geschossen, wer soll da noch alles mitkommen? Der rawk.ch-Monatsrückblick ist zwar nicht allumfassend, doch soll diese Rubrik einen Überblick über Neuerscheinungen aus verschiedenen musikalischen Ecken geben. Die darin enthaltenen Meinungen und Einschätzungen sind nicht die des rawk.ch-Teams, sondern meine persönlichen (Marc). Wer sich nicht die Mühe machen will, durch die Liste zu scrollen, kann sich meine 20 Top-Tracks des aktuellen Monats einfach in dieser laufend aktualisierten Spotify-Playlist anhören.


Grossartig

Im Februar erschienen zwar einige gute, aber für mich kein wirklich umwerfendes Album.


 Empfehlenswert

https://e.snmc.io/i/fullres/s/7ea59e4b2827c3abc80d9403ddb68e25/7288599Be Forest – Knocturne | We Were Never Boring

Cover und Albumname verraten alles: Es handelt sich hier um ein Album für die Stunden, in denen sich die Sonne nicht zeigt. Gute Mischung im Sound: Treibender als typischer Dream Pop, sphärischer als typischer Post-Punk und fassbarer als typischer Shoegaze.

Anspieltipp: Bengala

Genre: Post-Punk/Shoegaze/Dream Pop

FFO: Slowdive, Cocteau Twins, DIIV

 

Broken Social Scene – Let’s Try the After (Vol. 1) | Arts & Crafts

Eigentlich sollte es eine Band wie Broken Social Scene schaffen, eine kurze “All-Killer-No-Filler”-EP zu schreiben. So gut ist dieses Ding hier leider dann nicht, aber der vielschichtige Sound ist natürlich trotzdem eine Empfehlung wert.                                                                                                                  x

Anspieltipp: 1972

Genre: Indie Rock/Chamber Pop

FFO: Arcade Fire, Built to Spill, Grizzly Bear

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/0fba5fb5698593a02213572ea22e620c/7264655Copeland – Blushing | Tooth & Nail

Erschienen am Valentinstag auf dem berüchtigten Christenlabel. Es gibt so viele Gründe, einen grossen Bogen um dieses Kitsch-Fest zu machen – aber warum will ich es immer wieder hören?                                                                                                                                                                                                                       x

Anspieltipp: Colorless

Genre: Indie Pop/Art Pop

FFO: Damien Rice, From Indian Lakes, Foxing

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/e00031497116d9ed984c16d71c49b410/7243051The Saxophones – Singing Desperately Suite | Full Time Hobby

Jaja, der titelgebende Song war schon auf dem Album und zwei Songs sind nur kurze Skizzen, also ist da nicht viel Fleisch am Knochen. Aber eine gute Einführung in ihr Werk, wenn man sie noch nicht kennt.

Anspieltipp: Singing Desperately

Genre: Chamber Pop/Slowcore

FFO: Cigarettes After Sex, Mazzy Star, Beach House

 

Scarabeusdream – Crescendo | Noise Appeal

Ok, ist im Januar erschienen, aber was für ein Fund. Ein wahrlich abenteuerlicher Stilmix, den die beiden Österreicher hier präsentieren. Mit Piano und Schlagzeug als Basis geht es auf wilde Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Musiklandschaft.

Anspieltipp: Origin

Genre: Art Rock/Post-Hardcore

FFO: David Bowie, Chiodos, Biffy Clyro


 Nett

Astronoid – Astronoid | Blood

Das Label nennt sie (augenzwinkernd?) „Masters of Dream Thrash“. Dämlich, aber treffend. Verdammt cheesy und ein bisschen gar steril von der Produktion her, aber dammit, ist das ein breites Grinsen auf meinem Gesicht?                                                                                  x

Anspieltipp: I Dream in Lines

Genre: Post-Metal/Dream Pop

FFO: Mew, Deafheaven, Saosin

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/7c63a21f3e49ad3cd4f7def43d7873cb/7206067Beirut – Gallipoli | 4AD

Klar, Beiruts Musik soll schön und beruhigend und voller Sonnenschein und nicht in irgendeiner Weise konfrontierend sein. Aber wenn das Ding einfach so dahintrullert, ohne dass irgendwas hängen bleibt, ist’s halt nur öde.

Anspieltipp: Gallipoli

Genre: Indie Folk/Indie Pop

FFO: Fleet Foxes, Grizzly Bear, Belle and Sebastian

 

https://f4.bcbits.com/img/a1457768013_10.jpgBetter Than Mending – Desire Lines | self-released

Post-Hardcore im Stile der frühen 00er – poppiger als die vorangehenden Fugazis und Jawboxes, rauer als die folgenden Schrei-Sing-Schrei-Sing-Schönlinge –  ist nicht mehr so in Mode. Better Than Mending werden das nicht ändern. Eine schöne Dosis Nostalgie ist die EP aber allemal.

Anspieltipp: Provider

Genre: Post-Hardcore/Emo

FFO: Senses Fail, Finch, Thursday

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/c8e096595f797e69f687a79e67cd6349/7226885Cherry Glazerr – Stuffed & Ready | Secretly Canadian

Eher ein 90s-Throwback gefällig? Nebst einigen angesagten Bedroom/Indie Pop-Passagen gibt’s hier vor allem No-Bullshit-Rock. Verzerrte Gitarren sind ja schon was Tolles, aber das klingt irgendwie nur mässig inspiriert und inspirierend.                                                             x

Anspieltipp: Ohio

Genre: Alternative Rock/Indie Rock

FFO: Pixies, Weezer, The Lemonheads

 

Czarface & Ghostface – Czarface Meets Ghostface | Silver Age

Nach der letztjährigen Collaboration mit MF Doom haben sich Czarface nun mit Ghostface (Wu-Tang Clan) zusammengetan. Wer dem goldenen Zeitalter des Hip Hop nachtrauert, findet hier jede Menge Boom Bap, Braggadocio, Comic-Thematik und 0% Trap. Richtig erinnernswerte Songs aber auch eher weniger.

Anspieltipp: Powers and Stuff

Genre: Boom Bap/East Coast Hip Hop

FFO: Wu-Tang Clan, Mobb Deep, Heltah Skeltah

 

https://f4.bcbits.com/img/a1064902984_10.jpgDesperate Journalist – In Search of Miraculous | Fierce Panda

Ein ausgesprochen kompetentes Indie-Album, Jo Bevans Stimme ist Geschmacksache, aber für mich ein Highlight. Das “Miraculous”, das die Band zu suchen scheint, habe ich hier aber auch nicht gefunden.

Anspieltipp: Cedars

Genre: Indie Rock/Post-Punk

FFO: The Twilight Sad, The Smiths, Editors

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/cbd6b9051d5cca014abdf27d4685e699/7229025Ithaca – The Language of Injury | Holy Roar

Dieses Album wurde im Rahmen des 00er-Metalcore-Revivals in mein Bewusstsein gespült. Wie bei vielen dieser Alben bin ich zunächst jeweils fasziniert, bis ich nach ein paar Minuten merke, dass ich mir lieber etwas Anderes anhören würde.                                                                                                                                        x

Anspieltipp: Clsr.

Genre: Metalcore/Mathcore

FFO: Converge, Vein, Botch

 

https://f4.bcbits.com/img/a0529145318_10.jpgSpielbergs – This Is Not the End | By the Time It Gets Dark

Mal hymnisch, mal noisig, einige Ausflüge in atmosphärischere Gefilde: Das Full-Length-Debut der Norweger macht irgendwie vieles richtig, aber zündet bei mir doch nicht so richtig.                                                                                                                                                                                                                         x

Anspieltipp: NFL

Genre: Indie Rock

FFO: Japandroids, Cloud Nothings, Foo Fighters

 

https://f4.bcbits.com/img/a3682927431_10.jpgTides of Man – Re:visions | self-released

Zum fünfjährigen Geburtstag ihres ersten Instrumentalalbums haben Tides of Man drei Songs von ebendieser Platte umarrangiert. Die reduzierteren Versionen sind mal weniger gut (Mountain House) und mal besser (Parallels) als das Original. Nice to have.                                                                                        x

Anspieltipp: Parallels

Genre: Post-Rock/Acoustic

FFO: The Album Leaf, Explosions in the Sky, This Will Destroy You

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/dc03b29c7b7214513df7182a22ba012f/7316088White Lies – Five | PIAS

Die Hälfte der Songs sind gute, catchy, Post-Punk-inspirierte Stadionrocker, die andere Hälfte nur catchy, Post-Punk-inspirierte Stadionrocker. Wie gewohnt etwas gar glattgebügelt, aber keinesfalls schlecht.                                                                                                                                        x

Anspieltipp: Believe It

Genre: Post-Punk Revival, Synthpop

FFO: Editors, The Killers, Depeche Mode

 


 Nope

Der Pool an schlechten Bands und Alben ist natürlich unerschöpflich, aber diese Sektion ist reserviert für Bands, die ich schon kenne und mich enttäuschen, oder wenn etwas ein bisschen “szenig” ist und so gehypt wird, dass ich es mir anhören muss. Hier alle Imagine Dragons, Ed Sheerans und Trauffers aufzuführen, wäre eine müssige Aufgabe und ziemlich sinnlos. In diesem Sinne ist diese Sektion diesen Monat zum Glück leer.

 


Nebst den Hightlights der obengenannten Alben/EPs befinden sich folgende im Februar erschienenen Singles in der Playlist:

+++ Foals – On the Luna +++ Orchards – Young +++ The Deadnotes – Makeup +++ American Football – Every Wave to Ever Rise +++ Westkust – Cotton Skies +++ Kettcar – Palo Alto +++ Weezer – High As a Kite +++ Stephen Malkmus – Rushing the Acid Frat +++ La Dispute – Rhodonite and Grief