Album Review: Brutus – Nest

Brutus waren ja schon immer eine Kategorie für sich, sei das live oder auf Platte — sowohl die 7-Inches als auch Burst (2017)  waren, äh mangels besserer Adjektive: grossartig. Jetzt wurde mit Nest (VÖ: 29.03.2019, via Hassle Records) nachgelegt und scheinbar gibt es nichts, was diese Band aufhalten kann. 

Wer Brutus einmal gehört hat, weiss, wie unverwechselbar der Sound des Trios ist — irgendwo zwischen Post-Hardcore, Post-Punk und Alternative Rock (oder so, frag mich nicht), Tremologitarren, wuchtigem Bass und der wunderbaren, zwischen absoluter Rage und tiefster Verletzlichkeit hin und her schwankenden Stimme von Stefanie bauen die Belgier Klangwände auf, lassen Crescendos wieder in die Tiefe stürzen und schaffen es, gleichzeitig ultra catchy und trotzdem angenehm weird zu sein. 

Vom Opener „Fire“ bis zum letzten, sich etwas in die Länge ziehenden „Sugar Dragon“ kommt also das ganze Album über keine Langeweile auf; im Gegenteil, Brutus laden einen geradezu ein, in den Songs zu verweilen und sich zu verlieren im Wechselspiel von bretternden Drums und getragenen, aber dringlichen Vocals — richtig nice eben, so wirklich Worte hab ich grad auch nicht dafür. 

Ein bisschen weniger heftig als auch schon mag das neue Werk von Brutus zwar geraten sein, aber deswegen nicht weniger gut, denn diese Band hat so viele Stärken, da kommt eh alles gut — auf alle Fälle ein Anwärter für die 2019er-Bestenliste!

Anspieltipps: Ehrlichgesagt wieder einmal ein Album, das von vorne bis hinten einfach durchgehört werden kann, aber wenn’s sein muss: “War” ist extrem berührend, “Cemetery” fetzt, “Fire” ist ein super Opener.

Brutus – Nest (VÖ: 29.03.2019 via Hassle Records)

1. Fire
2. Django
3. Cemetery
4. Techno
5. Carry
6. War
7. Blind
8. Distance
9. Space
10. Horde V
11. Sugar Dragon