01.05.2019 – Konzertrückblick Nothing More und Black Peaks

Als Eröffnungsband am 1. Mai waren die Black Peaks angekündigt. Die Band aus Brighton kombiniert Rock, Heavy Metal und Hardcore-Punk und sorgt für massenweise positive Vibes. Mit dem zweiten Album “All That Divides” kehrt die vierköpfige Band zu ihrer gewohnten Richtung aus alternativem Rock, Heavy Metal und Hardcore-Punk zurück.

Begleitet von begeistertem Applaus betraten die Black Peaks die Bühne. Als sie ihr Set mit diversen Songs der neuen Platte eröffneten, war es offensichtlich, dass “All That Divides” ein Hit bei ihren Fans ist. Haufenweise Singalongs, unter anderem bei „The Midnight Sun“ und „Electric Fires“, haben die Energie im Raum auf ein fantastisches Niveau angehoben und die Band schien das zu geniessen. Es ist selten, einen Frontmann zu sehen, der die Energie der Menge so geschickt nutzt wie Will Gardner. Seine Witze und sein Geplänkel zwischen den Songs haben grossartige Arbeit dabei geleistet, Vertrautheit zwischen der Band und dem Publikum zu schaffen.

Gardner, der mit seinem prächtigen Schnurrbart definitiv einem jungen Ron Swanson ähnelt, verfehlt keine einzige Note und seine umwerfenden Schreie sind tadellos, besonders während “Say You Will”, wo er mit weit offenen Armen auf der Bühne steht wie an einem Kruzifix.

Bei einigen Liedern wie “Eternal Light” und “Glass Built Castles” klingt Joe Gosney wie drei Gitarristen zusammen und beim Schlagzeuger Liam Kearley könnte man davon ausgehen, er verfüge über Ganeshas Arme. Unglaublich viel Geschwindigkeit, Energie und Präzision wird da geboten. Wenn ihr noch nie was von den Black Peaks gehört haben solltet, empfehle ich euch dringendst, mal reinzuhören.

Nun weiter zum Hauptact des Abends. Sänger Jonny Hawkins erschien als Schatten und kletterte auf eine Leiter, die auf der Bühne aufgestellt wurde. Das Volumen eskalierte sofort und verteilte sich über das treue Publikum, als die Ummantelung nach unten fiel und eine post-apokalyptische Einstellung zeigte. Hawkins stapfte die Bühne auf und ab, als sich die Menge gegen die Barrikade drängte, um die Endorphine des Eröffnungsfeuers voll auszukosten. Hawkins ist unglaublich dynamisch, seine Ausstrahlung und Präsenz strahlt bis ins hinterste Eck des Raumes. Der Gitarrist Mark Vollelunga und der Bassist Daniel Oliver grinsten über das ganze Set weg von einem Ohr zum anderen, während der Schlagzeuger Ben Anderson abhob, oft zusammen mit Hawkins in einem Centerstage-Kit. Apropos Schlagzeug: Nothing More lieben dieses Instrument und sie machen ein Spektakel daraus, indem sie alle darum herum angeordnet spielen.

Der Scorpion Tail (ein von Nothing More selber angefertigtes Effektgerät) ist wohl eines der krassesten Instrumente. Hydraulics hoben Hawkins fast an die Decke, als er die Knöpfe zog und drückte, um elektronische Klänge zu erzeugen. Die Herren spielten eine ganze Reihe von Tracks aus ihrer gesamten Diskografie, darunter die Hits “Jenny”, “This Is The Time” und neueres Material  wie “Go To War” und “Don’t Stop” aus ihrem neuesten Album.

“Ich liebe meine Schwester, aber manchmal ist sie ein Arschloch.“, meinte Hawkins etwa zur Hälfte der fast ausverkauften Show  im Dynamo in Zürich. Es war eine unerwartete, offene Aussage über die psychische Gesundheit. Die Art von Aussage, die man in einem persönlichen Gespräch erwarten würde. Diese aufrichtigen, herzlichen Äusserungen und Texte sind eindeutig das, was Fans des Texas Quartetts seit ihrem Durchbruch angezogen hat. Die Band schloss den Abend mit einem gut durchdachten Cover von Skrillexs “First of the Year (Equinox)” und Queen’s “We Will Rock You” ab, bevor sie mit einem epischen Drum-Solo zu “Burn the Witch” endete.

Hawkins erwähnte zwischen den Songs, dass sie mit dem Schreiben und Aufnehmen ihres nächsten Albums beginnen werden, sobald ihre Europatournee abgeschlossen ist. Als jemand, der als zufälliger Zuhörer der Band in die Show kam, kann ich es jetzt schon kaum erwarten, die nächste Etappe dieser bemerkenswerten Band zu erleben.