Wir waren bei Look Mum No Computer im Mascotte Zürich!

Zwischen dem alles überragendem snobby Opernhaus und dem Duft von Kamel- und Bauernhof des Zirkus Knie liegt unscheinbar der Eingang vom Mascotte Klub. Den Gerüchen vom Sechseläutenplatz entkommend steigen wir  über die Treppe in die nächstes Sinnesflut, die zum Glück anstelle vom Kamelscheisse “Synthie-Klängen” bereithält. Wir sind hier für Sam Battles Musik und vor allem, um seine Basteleien zu betrachten und zu hören. Der Britische Geek im blauen Onesie mit Künstlernamen “Look Mum No Computer”  ist auf seiner ersten Tour, die ihn letzte Woche am 16. Mai auch in die Schweiz brachte. Supportet wird er dabei von der Schweizerin Namaka, die schon die Stromkreise in Betrieb gesetzt hatte, während wir die Treppe hochkommen.

Es ist wie ein Portal, wenn mensch vom urschweizerischen Sechseläutenplatz in die verdunkelten Halle tritt, die von atmosphärischen Klängen dekoriert wird. Positioniert am rechten Rand hören wir der wirklich tollen Stimme Namakas zu. Sie steht alleine mit ca. 4 Synthesizern auf der Bühne und schafft es nicht schlecht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihr Sound erinnert – was ich glaube, dass es ihr Ziel ist – an Björk. Wilde Klänge, ein bescheidener Bass, fast keine Drums und dazu ihre prächtige Stimme. Es ist ein gute Auftritt, aber wie gesagt: Wo sind die Drums? Mit Drums meine ich nicht die Snare und Bassdrum, die gelegentlich mal ein Gastauftritt haben in ihrem Set. Mit Drums meine ich einen Rhythmus, einen Groove, der einem zum Tanzen verleitet. Nach 30 Minuten Atmosphäre ist es genug der mystischen Stimmung, so zieht die Frau alleine – wie sie gekommen ist – wieder von der Bühne, die schon vom Synthiealtar und einem Auschnitt der Furby Organ von Sam Battle verstellt ist.

Dann, pünktlich um 21.30, ist es soweit: Look Mum No Computer tritt auf die Bühne. Vom ersten Moment an hat der Brite alle Sympathien auf seiner Seite. Aus seinem riesigen selbstgebauten Synthesizer kommen die verschiedensten Klänge, welche die Menge zum Tanzen bewegen. Ich muss zugeben, meine Musik wäre das normalerweise nicht, aber als Fan seiner Youtube-Videos und mit dem Wissen, wie die Instrumente gebaut wurden, hört man der Musik ganz anders zu. So tanzte auch ich und das ganze Publikum zu den Elektro-Songs. Mein Highlight war aber nicht die Musik, sondern das ganze Rundherum. Während dem Konzert kam ich mir vor, als schaute ich ein 1.5 stündiges Youtube-Video und das im positiven Sinne. Sam Battle unterhielt das Publikum einerseits mit seinen faszinierenden Instrumenten, aber vor allem mit seinen Gesprächen zwischen den Songs. So erfuhren wir einiges über Prokrastination, Amerikaner, Stereotypen über Schweizer und Guilty Pleasure-Songs. Auch erzählte er uns über seine Probleme mit seinen Instrumenten, welche auf der Tour kaputt gingen. Dies war auch der Grund, weshalb wir die Furby-Orgel leider nicht in Action sehen konnten. Doch Sam meinte dazu nur: “We’ve got synthesizers, that’s all that matters”.

Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte, deshalb hier die Fotos der Show:

Text: Simon & Angie
Fotos: Angie