Monatsrückblick: Mai 2019

Jede Woche werden hunderte und tausende von Alben in die Sphären des Internets geschossen, wer soll da noch alles mitkommen? Der rawk.ch-Monatsrückblick ist zwar nicht allumfassend, doch soll diese Rubrik einen Überblick über Neuerscheinungen aus verschiedenen musikalischen Ecken geben. Die darin enthaltenen Meinungen und Einschätzungen sind nicht die des rawk.ch-Teams, sondern meine persönlichen (Marc). Wer sich nicht die Mühe machen will, durch die Liste zu scrollen, kann sich meine 20 Top-Tracks des aktuellen Monats einfach in dieser laufend aktualisierten Spotify-Playlist anhören.


Album des Monats

https://f4.bcbits.com/img/a3944658589_10.jpgHer Name is Calla – Animal Choir | self-released

Eine der spannendsten und unkonventionellsten Rockbands verabschiedet sich mit einem letzten Album, das über seine 80 Minuten Spielzeit noch einmal die Bandbreite dieser Musiker zeigt. Wenige vermögen Bombast und Minimalismus mit so viel Herz zu verbinden. You will be missed.

Anspieltipp: A Moment of Clarity

Genre: Post-Rock/Indie Rock

FFO: Yndi Halda, mewithoutYou, Talk Talk


Grossartig

https://e.snmc.io/i/fullres/s/13cee7c5b1336cda1430e1ee0d966fdb/7414500Pile – Green and Gray | Exploding in Sound

Rotzig, laut, schräg: Pile machen weiterhin ihren mies gelaunten Indie Rock und fahren sogar die Melodie noch ein bisschen zurück, um noch gefährlicher zu wirken. Eingängig ist das weniger, das Suchtpotenzial aber umso höher.                                                                                                  d

Anspieltipp: Lord of Calendars

Genre: Indie Rock/Post-Hardcore/Noise Rock

FFO: Drive Like Jehu, Shellac, Idles


Empfehlenswert

https://media.pitchfork.com/photos/5cb4e2e4c1c4822dfeb3f9bd/1:1/w_320/TheNational_IAmEasyToFind.jpgThe National – I Am Easy to Find | 4AD

Die Band, die man so einfach als langweilig abstempeln kann, tut irgendwie viel und irgendwie wenig, um das zu ändern. Trotz mit Streichern, Elektornica und Frauenstimmen gründlich übererarbeiteter Facade bleiben sie halt im Grunde doch, wie sie sind. Und das ist schon ok so.

Anspieltipp: Rylan

Genre: Chamber Pop/Art Rock

FFO: Arcade Fire, Local Natives, Sharon van Etten

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/3ab9d48e621794cc0aa3514ad700f5a3/7342925tricot – リピート (Repeat) | Bakuretsu

Die Japaner fahren den Math-Anteil zugunsten geradlinigerer und poppigerer Strukturen zurück. Je nach Stimmung kann man einen gewissen Nerv-Faktor schlecht leugnen, aber es ist Sommer, und diese Musik macht Laune.                                                                                                                                                                       d

Anspieltipp: BUTTER

Genre: Math Rock/Progressive Pop

FFO: Delta Sleep, toe, Orchards

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/2947c62255c09ca09454a2506f43acda/7533045Tyler, the Creator – Igor | Columbia

Tyler kehrt dem Hip Hop nun fast ganz den Rücken. Musikalisch der konsequente nächste Schritt nach dem grandiosen „Flower Boy“ und mindestens genauso spannende Produktion. Mehr Rap und weniger Soul/Gesang hat mir aber besser gefallen.                                                                          d

Anspieltipp: Earfquake

Genre: Neo-Soul/Experimental Hip Hop

FFO: Kanye West, Childish Gambino, Anderson .Paak

 

https://f4.bcbits.com/img/a1599309367_10.jpgVAR – The Never-Ending Year | self-released

Viel direkter, kürzer und poppiger als das grandiose Debüt. Ist schon immer noch ziemlich mein Ding, aber stellenweise eher bitzeli zu viel Kitsch und zu wenig Zauber, schade! Immerhin keine Stagnation, und die meisten Songs sind schon echt gut, darum: reinhören.                                                                                d

Anspieltipp: Where to Find You

Genre: Post-Rock/Indie Rock

FFO: Sigur Ros, Immanu El, ef


Nett

https://e.snmc.io/i/fullres/s/cbcb7594527cb00d597fb520d7f57a6c/7412868Defeater – Defeater | Epitaph

Und die Defeater-Saga geht weiter. Irgendwie war schon bei den letzten zwei Alben ein wenig die Luft draussen. Das neue ist wieder spannender, aber immer noch zu hardcoreig für meinen unhardcoreigen Geschmack.                                                                                                            d

Anspieltipp: List & Heel

Genre: Melodic Hardcore

FFO: Touché Amoré, Landscapes, Modern Life is War

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/cd973c12c6a48755c48427fc5bb0c1f1/7537155Denzel Curry – ZUU | Loma Vista

Statt elaboriertem Konzept, düsterer Stimmung und Tiefgang wie auf dem letztjährigen Album, gibt es beim Follow-Up (das zugegebenermassen zunächst nur als Mixtape geplant war) nur eine knappe Halbstunde trappige Banger. Weniger für mich, bis zum nächsten Mal, Mr. Curry.

Anspieltipp: SPEEDBOAT

Genre: Southern Hip Hop/Trap Rap

FFO: Travi$ Scott, Post Malone, 2 Chainz

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/182a985e8e2e87d60a0d04086afbee94/7448434Interpol – A Fine Mess | Matador

Weder wirklich “fine” noch ein “Mess”. Interpol by the numbers. Aber wie was soll man von einer EP mit Überbleibseln aus den Sessions für das bereits eher mässige “Marauder” schon anderes erwarten.                                                                                                                                                                                                                                      d

Anspieltipp: Fine Mess

Genre: Indie Rock/Post-Punk Revival

FFO: White Lies, The Strokes, Editors

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/fbbc653359a8d5e9f48459dbb8f71e60/7408005Sebadoh – act surprised | Dangerbird

90er Indie-Schrummel-Helden schreiben 15 Songs. Darunter ein paar gute und ein paar weniger gute. Die guten kommen in die Indie-/Sommer-Playlist. Das Album geht vergessen.                                                                                                                                                                                                                                                                               d

Anspieltipp: celebrate the void

Genre: Indie Rock

FFO: Dinosaur Jr., Pavement, Nada Surf

 

https://e.snmc.io/i/fullres/s/945e191f49bb7079006d32a29b18d634/7386175We Never Learned to Live – The Sleepwalk Transmissions | Through Love

Yeah, 00er Post-Hardcore mit Post-Rock-Einflüssen! Weniger Yeah: Es klingt wie ein langer Song mit zu vielen hymnischen Alternative Rock Refrains und zu beliebigen Crescendi.                                                                                                                                             d

Anspieltipp: Owari

Genre: Post-Hardcore

FFO: Hopesfall, Underoath, Thrice


Nope

https://f4.bcbits.com/img/a0337651703_10.jpgThe Get Up Kids – Problems | Big Scary Monsters

Wenn sich beim Familienfest der “alternative”, aber eigentlich ziemlich langweilige Onkel ein altes Bandshirt überzieht, sich mit einem Club Mate an den Tisch mit den Jugendlichen setzt und einfach mal so tut, als wäre er noch so unbekümmert wie früher: Das Album.

Anspieltipp: Satellite

Genre: Power Pop

FFO: Saves the Day, Weezer, The Movielife

 

Image result for biffy clyro balance not symmetry coverBiffy Clyro – Balance, Not Symmetry | 14th Floor

“Komm wir eröffnen unser Album mit einem unserer energetischten Songs seit Jahren, dann merkt keiner, dass wir in Wahrheit immer noch im Niemandsland zwischen anbiederndem Pop-Rock und halbgaren Experimenten herumeiern.“                                                                                                                                             d

Anspieltipp: Balance, Not Symmetry

Genre: Alternative Rock/Pop Rock

FFO: Twin Atlantic, Foo Fighters, Imagine Dragons


Nebst den Hightlights der obengenannten Alben/EPs befinden sich folgende im Februar erschienenen Singles in der Playlist:

+++ The Appleseed Cast – Time the Destroyer +++ A Beacon School – Fade in Nylon +++ Alexisonfire – Complicit +++ Archive – Erase +++ CHON – Peace +++ Like Lovers – Fall +++ Oso Oso – dig (II) +++ Sufjan Stevens – With My Whole Heart