Greenfield 2019 – Tag Drei: Der Samstag

Sabaton

Der letzte Festival-Tag fiel buchstäblich ins Wasser… Obwohl das Wetter bis am späten Nachmittag noch gut war, wirkte sich das Unwetter am Abend leider auf die Stimmung und das Line-Up aus.  Die schwarzen Wolken am Himmel und der aufkommende Wind verhiessen nichts Gutes und die Sicherheit ging auf jeden Fall vor. Deshalb verkündeten die Veranstalter um 19.00 Uhr, das Konzert-Gelände müsse evakuiert werden und sie forderten die Besucher auf, sich in den Fahrzeugen in Sicherheit zu bringen. Glücklicherweise schien die Situation gefährlicher, als sie schlussendlich war. Zwar fegten einige heftige Sturmböen über das Gelände und es regnete währenddessen in Strömen, aber die Blitzaktivität fiel eher gering aus. Wir im Camper hatten unseren Spass! Die Besucher auf dem Zeltplatz wurden gebeten, zu dem Campern auszuweichen und sich einen sicheren Platz zu suchen. Ein Meer aus Warnblinkern weiste den aus den Zelten Evakuierten den Weg zum nächsten sicheren Plätzchen und so haben wir dann den kurzen aber deftigen Regen zu zehnt in unserem Camper mit Bier, Musik und ordentlich guter Stimmung verbracht. Man muss nur wissen wie!

Leider musste aber wegen all dem neben dem Set von Our Last Night auch jenes von  Me First & The Gimme Gimmes abgesagt werden. Schade, sehr, sehr schade… Coversongs wie “I Believe I Can Fly” wären echt nice gewesen. Der Unterbruch und die grosse Niederschlagsmenge sorgten auch dafür, dass viele Besuchende das Festival nicht bis zum Schluss durchhielten und das Greenfield vorzeitig verliessen. Wir haben dem Wetter standgehalten, die Stimmung nicht verloren und waren dann nach dem Gröbsten auch schon wieder auf dem Konzertgelände.

Beim Konzert-Auftakt am Nachmittag jedoch war das Unwetter noch weit entfernt. Das erfrischende Bier war noch kaum wegzudenken und wer die Sonnencreme vergessen hat, wird nun wohl mit einem leicht rötlichen Souvenir zuhause oder bereits wieder bei der Arbeit sitzen.

Nachdem Cellar Darling und Tesseract gespielt hatten, lieferten Zebrahead eine der besten Shows des Tages: Die Sonne strahlte, die Punkrock-Melodien animierten zum Tanzen, und die Band sorgte mit ihren Aufforderungen zum Massen-Crowdsurf (ähm eigentlich ist das am Greenfield verboten…) für ausgelassene Party-Stimmung. Zebrahead bewiesen damit, dass sie über zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums auch mit ihrer aktuellsten Scheibe “Brain Invaders” ihre Fans und solche, die es werden wollen, begeistern können.

Relativ pünktlich nach dem Wetter-Debakel durften wir uns inmitten der entstandenen Pfützen die Ohren mit Eluveitie wieder aufwärmen. Chrigel und Co. aus Winterthur haben uns mit ihrem Folk-Metal bezaubert, wobei man meiner Meinung nach eher Fabienne und Co. sagen sollte. Ich glaube das Highlight der Show lag ganz eindeutig in ihrer Stimme und ihrer Bühnenpräsenz. Ich habe die Band das erste Mal “aktiv” gehört und muss sagen, obwohl mir Folk-Metal sonst eher weniger zusagt, dass Eluveitie live echt hörens- und sehenswert sind.

Eluveitie

Als letzte Band auf der Eiger Stage spielten die Schweden von Graveyard. Diese hatten sich zwischenzeitlich zwar einmal aufgelöst, sind aber seit ein paar Jahren in abgeänderter Besetzung wieder aktiv. Ihre Musik erinnerte an eine Mischung aus Bluesrock und Alternative und kam beim Publikum äusserst gut an – auch wenn nicht mehr ganz so viele Festivalgänger*innen da waren, wie unter ‘normalen’ Wetterbedingungen vielleicht zu erwarten gewesen wären. Passend zur Musik, sorgten der Zigarrettenrauch und die orangefarbene Bühnenbeleuchtung für ein grooviges Ambiente. Als Zugabe gab es zwar nur einen Song, aber Graveyard hatten mit ihrem Set für einen angemessenen Abschluss auf der kleinen Bühne gesorgt.

Graveyard

Inzwischen spielten nun auch die letzten Headliner des Greenfields 2019 auf der grossen Jungfrau Stage: Sabaton, ebenfalls aus Schweden.  Über ihre Tauglichkeit als Headliner für ein Greenfield Festival liess sich die ganzen drei Tage streiten. Aber jedem das seine und die Masse vor der Bühne hat schlussendlich auch für sich gesprochen. Mitgebracht hatte die Band eine aufwändige Bühnendekoration, inklusive Sandsäcken und riesigem Panzer. Also passend zu ihrem Konzept: Denn die Musik von Sabaton thematisiert historische Kriege, kombiniert mit melodischem Heavy-Metal – also ein pompöser musikalischer Abschluss für das diesjährige Greenfield.

Sabaton

Kaum waren die letzten Klänge von Sabaton verstummt, pilgerte die Menge zur Burning Hand, der grossen Holzhand, die nun angezündet wurde. Sogleich brannte sie lichterloh, das Holz knisterte und die gleissenden Funken stoben in den dunklen Nachthimmel. Andächtig bewunderten wir das Geschehen. Und als die Burning Hand schliesslich in sich zusammenbrach, war das Unwetter der vergangenen Stunden auch irgendwie wieder vergessen und wir spürten, wie die Vorfreude auf das nächste Greenfield Festival in uns hochstieg.

An dieser Stelle noch einen Applaus für unsere beiden Fotografen Florence und Eric! Auch zu Tag drei haben die beiden alles in wunderbare Bilder gefasst und uns eine Gallery gezaubert. Daumen hoch!