Greenfield 2019 – Tag eins: Der Donnerstag

Die Vorfreude hatte sich dieses Jahr irgendwie noch in Grenzen gehalten. Schuld daran war aber nicht das Greenfield Festival gewesen, sondern einzig und allein das Wetter. Die Tage vorher waren oft verregnet gewesen und auch die Prognosen für die Festivaltage selber hatten so ein, zwei Wochen vorher nicht gerade rosig ausgesehen.
Alles Schall und Rauch. Abgesehen vom Mittwoch, als es gelegentlich noch ein bisschen regnete, war es unglaublich sonnig. Dies war für die Stimmung der Festivalbesucher dann wahrlich eine grosse Wonne. Das Bier ist kalt, die Sonne scheint und die Bands geben Vollgas! Was will mensch mehr?

Den Anfang machten, abgesehen von den alljährlich anwesenden Alphornbläsern, Halestorm. Die Band um Frontfrau Lizzy Hale machte ordentlich Stimmung und zeigte, dass sie neben einem Schlagzeugsolo mit übergrossen Drumsticks und einer Stimme, die seit Doro Pesch ihresgleichen sucht, auch ordentlich coole Gitarrensolos abliefern kann. Super Start!

Gleich darauf ging es auf der Eiger Stage mit Power Trip aus Dallas, Texas weiter. Der Mix aus Thrash Metal und Hardcore regte zu einem schönen Moshpit an und headbangen konnte man zu dem fetten Stomp auch was das Zeug hält. Mucho Gusto!

Millencolin danach auf der Hauptbühne waren wohl die Pechvögel des Tages. Sie hatten einige technische Probleme, welche sie aber glücklicherweise wie die Profis meisterten.

Zwischenzeitlich gönnten wir uns wieder ein kühles Rugen und haben uns beim Unmeat-Stand mit einem Burger verköstigt, welcher auf dem Festival seinesgleichen sucht.

Am frühen Abend startete dann der Marathon welcher dafür sorgte, dass wir dauernd von Eiger Stage zu Jungfrau Stage und wieder zurück pilgerten. Kvelertak aus Stavanger in Norwegen sorgten mit ihrem Mix aus Hardcore, Rock und Black Metal für ordentliches (positives) Kopfschütteln. Was für eine Bühnenpräsenz diese Jungs an den Tag legten! Und vor allem ist es eine Band, welche tatsächlich mit drei Gitarristen etwas Tolles liefern kann.

Während Kvelertak noch ordentlich Radau machten, betraten Behemoth die Bühne und boten eines der absoluten Highlights! Meine Güte, wie bombastisch kann es denn bitte sein!? Mit ihrem Mix aus Black Metal und Death Metal walzten Behemoth von der Bühne aus alles nieder und scheuten sich nicht im Geringsten, dem Publikum mit ihrer Pyro-Show noch einmal mehr einzuheizen. Nicht, dass das bei diesem Wetter noch notwendig gewesen wäre. Blow your Trumpets, Gabriel, der epische antichristliche Weltuntergang ist da!

Behemoth

Und wieder zurück ging es zur kleinen Bühne. While She Sleeps legten los. Die “Sleeps Brothers” haben sich wohl zum Ziel gesetzt jede Band an diesem Festival zu übertreffen, wenn es um Bewegung auf der Bühne und Action im Publikum geht. Und es hat gewirkt! Die Leute rasteten richtiggehend aus und es war ein Riesenspass!

While She Sleeps

Während While She Sleeps dem Publikum vor der kleinen Bühne noch den Rest gaben, kam die Bostoner Beer-Rock Gruppe Dropkick Murphys auf der Hauptbühne in Fahrt. Mit Hits wie “Johnny I Hardly Knew Ya” und “Rose Tattoo” begeisterten sie das Publikum einmal mehr am Greenfield. Mit ihrem irischen Rock sind die Jungs gern gesehene Gäste in Interlaken und wissen dies auch zu schätzen.

Wir waren etwas verwundert, dass Beartooth und nicht While She Sleeps Headliner auf der kleinen Bühne waren. Nach etwa zehn Minuten war aber klar, wieso. Beartooth wurden dem Status des “kleinen Headliners” absolut gerecht und es wurde mitgesungen und gemosht, was das Zeug hält!

Am Ende des Tages beehrte der erste Headliner, Die Toten Hosen, zum ersten Mal seit dem allerersten Greenfield Festival 2005 wieder die Jungfrau Stage. Gibt es eine Band, bei der man jeden Song mitsingen kann? Ja, das wären wohl definitiv Die Toten Hosen. Seit über 30 Jahren wissen sie, wie es geht und haben immer noch genug Energie, das gesamte Publikum zum Tanzen zu bewegen. Darüber hinaus haben sie auch einen absoluten Bonus, weil es einfach mega sympathische Typen sind! Toll!

Somit kann man also sagen, dass der erste Tag überaus gelungen ist! Bilder dazu gibt es übrigens in unserer Gallery. Wir freuen uns auf die weiteren Konzerte und die gute Stimmung am Greenfield Festival 2019! Weiter so!