Greenfield 2019 – Tag Zwei: Der Freitag

Slipknot

Der zweite Tag des diesjährigen Greenfield Festivals war angebrochen und für die meisten Personen bedeutete dies ein Auskurieren der letzten Nacht. Für mich hiess es, Gepäck zusammenstellen und ab nach Interlaken. Erfreulicherweise war uns auch an diesem Tag das Wetter wohl gesonnen und bis auf ein paar kleine, herumschwirrende Wolken war am Himmel nichts zu sehen. Nach meiner Ankunft ging es gleich weiter, nämlich mit den täglichen Shoutouts, die wir in diesem Jahr durchführten. So kamen an diesem Tag erneut einige Bands, die sich bei uns meldeten, um sich über unsere sozialen Medien vorzustellen.

Auch musikalisch startete der Tag bereits früh… Chelsea Deadbeat Combo spielten nach 2016 bereits zum zweiten Mal am Greenfield und dies vor einer beachtlichen Menge an Publikum. Die Freude über diesen Auftritt war auf den Gesichtern der ganzen Band klar zu erkennen und mit ihrer sympathischen Art boten CDBC einen tollen Auftakt. Unser Andi begleitete die Band backstage, um euch einen Einblick hinter die Kulissen einer solchen Show zu bieten. Den Bericht dazu findet ihr demnächst auf unserer Hompage.

Nach einer kleinen Pause ging es gleich mit Eskimo Callboy weiter. Die Show war gut inszeniert und es gab einige tolle Interaktionen mit dem Publikum. Dennoch konnte mich die Show nicht komplett überzeugen. Während einige Songs genial rübergebracht wurden, fehlte es bei anderen an Energie.

Anschliessend gab es einen kleinen Rückzug aus dem Konzertgelände meinerseits. Es folgten einige amüsante Diskussionen auf dem Campingplatz und natürlich durfte das eine oder andere frische Bier nicht fehlen.

Zu einem späteren Zeitpunkt ging es dann zurück zur Hauptbühne, wo Frank Turner & the Sleeping Souls mit ihrer Schunkelmusik bzw. Folk-Rock eine ausgelassene Stimmung verbreiteten. Zwar nicht so harte Musik, aber dennoch wurden viele Personen dazu motiviert, ihr Tanzbein zu schwingen.

Darauffolgend betraten State Champs die Eiger Stage. Ihr gemütlicher Pop-Punk kam bei der Crowd, den Gesichtern nach zu beurteilen,  gut an. Und immer noch war es an diesem Tag zu empfehlen, zur Sonnencreme zu greifen, denn die Sonne schien konstant über Interlaken. Dies hat wohl Sänger Derek DiScani nicht bemerkt, denn sein Gesicht ähnelte immer mehr einer Tomate.

Lamb Of God

Bereits frühzeitig hiess es wieder Stagewechsel, denn auf der Jungfrau Bühne beehrten uns Lamb of God. Was für eine Show! Zusammengefasst: geniale Songs, viel Power und top abgemischt. Da ich die Band zum ersten Mal sah, war ich besonders überrascht, wie technisch begabt und professionell diese Truppe ihr Set ablieferte.

Auch in diesem Jahr gab es beim angebotenen Essen wieder eine tolle Auswahl für verschiedenste Geschmäcker. Nach einer kurzen Verpflegungspause gelangte ich wieder zur Jungfrau Stage. Mit dem Song «Who do you Trust?» betraten Papa Roach die Bühne und die Stimmung der Menge stieg abrupt. Obwohl mir nicht jeder Song zusagte, schafften es die Jungs ein tolles, nostalgisches Feeling hervorzurufen. Ein persönliches Highlight war, dass zu Ehren von Keith Flint, welcher erst kürzlich verstorben war, ein Cover des Prodigy-Songs «Firestarter» hingebrettert wurde.  

Papa Roach

Zu einem späteren Zeitpunkt gönnte sich Andi das Konzert von Underøath, welches ihn positiv überraschte. Mit erfrischend abwechslungsreichem Metalcore konnten die Amerikaner überzeugen. Leider war das Konzert nicht besonders gut besucht, die Band hätte mehr Publikum verdient gehabt!

Amon Amarth lieferten, wie gewohnt, ein Brett von Show. Zum Glück der Band – ein Glück, welches Behemoth am Vortag leider nicht hatten – war es bereits am Eindunkeln und die Stimmung war ziemlich perfekt. Nicht jedermenschs Sache, aber für mich haben die Schweden wie immer einen grossen Teil zu einem grossartigen Festival beigesteuert. Wer sie kennt, kann das bezeugen, wer sie noch nicht kannte, kann mir zumindest ab sofort zustimmen, wenn ich sage, dass sie alles richtig machen und die Stimmung in die richtige Richtung leiten. 

Als Headliner der kleinen Greenfield-Bühne präsentierten The Amity Affliction ihre Show. Zwar eine wirklich solide Show und dennoch wäre ein wenig mehr Energie im Klang sicher nicht falsch gewesen.

Während Ste sich ein Nickerchen gönnte, anstatt Schreib-Material anzuhören, zog es uns mit der Mehrheit aller Besuchenden Richtung Mainstage. Nach einiger Zeit kamen dann auch schlussendlich die Headliner des Abends auf die Bühne. Ausgestattet mit neuen Masken präsentierten Slipknot einen Klassiker nach dem anderen und so blieb fast kein Songwunsch offen. Auch das ganze Auftreten der Band sowie die Bühnenshow konnte uns überzeugen. Ich persönlich fand die zwei Trommel-/Pauken-Türme sehr cool. Nach vielem Mitgesang, einigen Moshpits und einem letzten kleinen Bierchen hiess es dann schlussendlich ab ins erholsame Bett/Zelt.

Fazit: Der Freitag hatte viele kleine Höhepunkte sowie einen tollen Headliner zu bieten. Und das Wetter machte glücklicherweise auch mit, was alle freute. Nebenbei: Uns fiel auf, dass während des ganzen Tages keine einzige Frau auf der Bühne spielte. Frauenstreik auch hier…😉 (eher so verzweifelt-hysterisches Lachen – meine Güte, Greenfield und Rockwelt allgemein, ist das so schwierig? – die Redaktion). Die bildlichen Höhepunkte vom Freitag seht ihr hier in unserer Gallery. Greenfield 2019, 2 down, 1 to go!