Crystal Lake sprechen über Bühnenpräsenz, Bandnamen und Vorbilder

Am zweiten Tag des Open Air Gränichen durften wir kurz mit einem Teil der Band Crystal Lake plaudern. Die Band aus Japan ist bekannt für ihre Bühnenpräsenz und laut eigener Aussage jederzeit gerne wieder bereit, in der Schweiz zu spielen. Mit ihrem harten Metalcore überzeugten sie dieses Jahr auch das Gränichen Publikum. Woher ihre Energie und ihr Bandname kommt, könnt ihr hier nachlesen:

Hallo zusammen, danke, dass ihr euch Zeit für ein Interview nehmt. Wie gefällt es euch hier in der Schweiz?
Ryo: Ich liebe die Schweiz! Es ist unglaublich, hier sind alle so herzlich und freundlich.

Das ist nicht das erste Mal, dass ihr hier spielt. Seht ihr Unterschiede in der Metalszene in der Schweiz und in Japan?
Ryo: Ja, das ist das fünfte Mal, dass wir hier spielen. Was die beiden Szenen betrifft, so sind sie eigentlich recht ähnlich. Sie sind beide nicht so gross, aber sehr familiär und sehr freundlich zu uns als Band.

Ich hab euch bei eurem ersten Auftritt im Werk21 gesehen und es war abartig gut. Wie schafft ihr es, diese Energie auf die Bühne zu bringen?
Ryo: Diese Energie, oder Passion zu zeigen, ist das einzige was wir können und wollen. Viele grössere Bands verlieren diese Energie, aber wir versuchen sie beizubehalten. Es macht Spass hart und energetisch zu spielen.

Aber es ist nicht einfach sie zu behalten, wenn man so viele Shows spielt, oder?
Ryo: Ja, das ist es nicht. Aber aufzutreten ist unser Leben.

Sind die grossen Bühnen oder die Klubshows einfacher für euch?
Ryo: Ich glaube, es ist das gleiche. Mir gefallen die kleinen Shows eigentlich ziemlich gut.

Yudai: Für uns ist es einfacher, grosse Bühnen zu spielen. Weil da ist es nicht so heiss! (lacht) Nicht so verschwitzt.

Das aktuelle Album scheint viel düsterer zu klingen als das davor. Woher kommt dieser Wechsel?
Ryo: Das ist eine gute Frage. Aber ich glaube, wir haben uns nicht verändert. Ich wollte meine persönlichen Emotionen reinbringen und aufzeigen. Das hat viele Songs beeinflusst. Deswegen sind sie auch so düster und heavy. Dieser Zorn mir selbst gegenüber, Depressionen, grundsätzlich halt eher dunkle Emotionen.

Yudai: Wir haben versucht, einen neuen Stil zu finden, neue Songs zu schreiben und den Prozess einfach zu geniessen.

Es scheint auch musikalisch komplexer zu sein. Gab es dafür einen Auslöser?
Ryo: Ja, das kommt davon, dass wir Neues ausprobieren. Wir wollen irgendwie anders sein, als andere Bands.

Was waren die Überlegungen hinter dem Mix aus diversen Genrerichtungen wie Rap und zum Beispiel Screams?
Ryo: Das waren keine bewussten Überlegungen. Ich entwickle mich als Sänger weiter, deswegen wollte ich da auch mehr ausprobieren. Ich liebe Rap, ich liebe Metal, ich liebe fast jede Art von Musik und wollte mich da nicht einschränken.

Schreibst du die Lyrics alleine oder schreibt ihr zusammen?
Ryo: Ich schreibe die Songst mit einem Freund, er ist ein Übersetzter und hilft mir mit den Texten. Aber die Ideen sind meine eigenen.

Haben diese auch einen Einfluss auf das schreiben der instrumentalen Musik?
Ryo: Es kommt drauf an. Manchmal schreibt Yudai Riffs, ich schreibe dann Texte dazu. Dann überarbeitet er sie wieder. Es ist eine Auseinandersetztung.

Yudai: Jedesmal wenn wir einen neuen Song schreiben, sprechen wir vorher über das Bild oder das Konzept, dass wir damit ausdrücken wollen.

Was waren eure Vorbilder, als ihr angefangen habt Musik zu machen?
Yudai: US-Hardcore Bands, Newschool Style Bands und Bands wie Heaven Shall Burn, oder Caliban. 90er Hardcore hat uns sehr beeinflusst.

Ryo: Earth Crists, Firestone und Morning Again wären auch solche.

Waren es hauptsächlich westliche Bands oder hattet ihr auch japanische Gruppen als Vorbilder?
Ryo: Ja, wir hatten viele japanische Bands als Vorbilder. Wieder die 90er Jahre Musik. Stage Craft z.B. Und Good Life Recordings als Label.

Woher kommt euer Bandname? Wir hatten vermutet von Film „Friday the 13th“. Liegen wir da komplett falsch?
Ryo: Teilweise. Wir haben es nach einem Platz in dem japanischen Spiel SaGa benannt. Da gibt es einen Ort, der Crystal Lake heisst.

Ja, dann herzlichen Dank für das Interview.
Yudai: Oh noch was: Das letzte Mal als wir hier waren, ich glaube es war im Dynamo mit Bury Tomorrow, da hatte es einen Fluss daneben. Da sind wir nach dem Konzert reingesprungen. Es war im Winter und wir sind fast gestorben vor Kälte, aber es war so gut. Aber jetzt denke ich immer daran, wenn ich die Schweiz komme. Wir sind immer auf der Suche nach einem Gewässer zum reinspringen.

Foto: Shinya, Vera, Yudai, Andi, Ryo