10.08.2019 – Sziget Festival 2019: Samstag

Colloseum

Nach einem erholsamen Schlaf starteten wir bereits früh in den vierten Tag des Sziget Festivals und wir hatten viel vor. Nach ein wenig Schreibarbeit starteten wir mit unserer Stempeljagd, welche uns fast um die ganze Insel herumführte. Den ersten Halt machten wir bei der Artzone, welche sogleich Kreativität versprühte. Malarbeiten, Stickereien und alle Arten an fantasievollen Installationen waren zu sehen, so dass wir gleich auch bei einzelnen Ständen mitmachten.

Nach einiger Zeit zog es uns weiter zur Sportzone. Hier gab es fast alles um sich sportlich zu betätigen, sei es Laufbänder, Basketball, Springturm, Fussball und vieles mehr. Die Sonne schien weiterhin über ganz Budapest und so war es uns zu heiss um Sport zu treiben. Ich (Adrian) liess es mir jedoch nicht nehmen, mich kurz bei einem kleinen Kletterparcour zu versuchen. Nach kurzer Zeit und viel Schweiss später folgte ein Töggelimatch, was zu einem nervenaufreibenden Kampf zwischen Rawk.ch und zwei Jungs aus Belgien führte.

Ein sehr knapper Sieg später ging es Richtung Fluss. Beim Durchqueren des Waldes sind uns viele interessante Zelt- und Hängematte-Konstruktionen aufgefallen. Der Strand der Insel war sehr gut gefüllt, versprühte jedoch eine ausgelassene Atmosphäre. Während einige im Wasser herumplanschten, gönnten sich andere ein Nickerchen. Übrigens, jeweils am Vormittag findet hier auch eine Yogasession statt.

Beim Weg zurück ins Zentrum der Insel kamen wir bei der Music Box Stage vorbei, die gerade von I am Soyuz bespielt wurde. Die Singer-Songwriterin aus Skandinavien zog uns in ihren Bann und präsentierte ein tolles Alt-J Cover.

Jedoch mussten wir bereits nach kurzer Zeit Richtung Mainstage, auf welcher Mura Masa auftrat. Begleitet von zwei Sängerinnen überzeugten mich besonders die spielerischen Beats, die voller Hingabe präsentiert wurden. Auch sind die amüsanten Tanz-, resp. Twerk-Einlagen der Sängerinnen zu erwähnen, die sehr amüsant waren.

Obwohl die Zeit knapp war, statteten wir Bluebay Foxes auf der Volt Stage noch einen kurzen Besuch ab. Dabei handelt es sich um eine ungarische Indie-Rock Band, welche Angie schon im Vorfeld entdeckt hatte. Wir genossen zwei Songs, danach mussten wir “leider” weiter, denn auf dem Plan stand Angies Highlight des Festivals: Roosevelt. Die Show war wie zu erwarten super. Angie war sowieso hin und weg und sogar Adrian, der Roosevelt vorher nicht kannte, meinte: “hat mich gepackt!”.

Während dem Roosevelt-Konzert wurde bei der Mainstage die Flag Party durchgeführt, die erneut bewies, wie unglaublich viele Länder an diesem Festival vertreten sind. Kurz darauf startete die Show von einem – aufgrund der riesen Zuschauerzahl zu schliessen – heiss erwarteten Acts: Macklemore! Der Rapper brachte das Publikum zum Schreien und Herumhüpfen und schmetterte einen Hit nach dem anderen raus. Jedoch war unserer Meinung auch ein wenig Mist dabei und auf musikalischer Ebene konnte uns der Act nicht vollumfänglich überzeugen. Wir waren uns aber einig, dass der Amerikaner einen guten Job als Entertainer macht. Während der Show gab es im Publikum zudem einen speziellen Auftritt, denn Le Caramantran mit ihren Riesenpuppen durchquerten die Zuschauermenge.

Der Headliner des Abends: The National. Frontmann Matt Berninger führte wie gewohnt souverän durch die Show und die Band lieferte eine solide Performance ab. Immer wieder spazierte er mit einem Kaffeebecher über die Bühne, was da wohl wirklich drin war?
Wir genossen zwar die Show, jedoch wurde uns der melancholische Sound bald einmal zu viel und wir gönnten uns eine Essens- und Bierpause.

Als krönender Abschluss dieses Tages führte es mich (Adrian) zu den elektronischen Stages, wobei mich besonders W&W und die bebenden Bässe bei KiNK bei der Colosseum Stage überzeugen konnten. Und so feierten wir ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.

Mein (Angie) Abschluss des Tages verlief etwas anders: Zuerst zog es mich zum Luminarium, ein begehbares Kunstobjekt. Dabei handelt es sich um mehrere aufgeblasene, eierförmige Räume, welche mit dämmrigem Licht beleuchtet sind. Nun ja, die erstenfünf5 Minuten darin waren spannend, danach habe ich persönlich nicht mehr viel daraus ziehen können. Aber kann man mal machen. Während meines Mitternachtssnacks (Essen gibt’s hier übrigens alles, was man sich nur denken kann) setzte ich mich nochmals zur Music Box, dort spielte Manny Walters, ein Südafrikaner mit sehr gemütlichen Songs im Gepäck. I like!

Fazit: Uns hat es gefallen, nun endlich diese grosse Insel genauer zu erkundigen und neue Dinge zu entdecken. Und dennoch haben wir noch nicht alles gesehen. Bereits jetzt sind wir ganz gespannt, was uns der nächste Tag bringen wird. Weitere Bilder des zweiten Tages findet ihr in unserer Galerie.