10.08.2019 – Heitere Openair Zofingen: Tag 2

Der zweite Tag am Heitere Openair in Zofingen beginnt mit einer unschönen Überraschung: Unser Pavillon steht unglaublich schräg – immerhin steht er noch, nicht so wie derjenige unserer Nachbarn – , mein Campingstuhl ist durchnässt, nichts ist mehr trocken. Nach einer kurzen Aufräumaktion aber sind wir bereit für Tag zwei am Heitere!

Musikalisch startete der Tag mit Sonnenschein und Nemo auf der Lindenbühne. Der 20-Jährige bot so einiges auf der grossen Bühne, die er so ganz für sich einnahm: Energie, Freude, Können und ganz viel Bock auf das Heitere. Mit seiner erfrischenden und sympathischen Art brachte er das gesamte Konzertgelände zum Mitsingen und zeigte sich gesprächig. „Mini Eutere hei mi Nemo touft. Niemer. So chani aues wärde.“ Nemo überrascht nicht unbedingt mit seinem Mundart-Pop-Rap, mehr aber mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz und einem erfrischenden Auftritt.

Sechzehn neue Songs, zehn unglaubliche MusikerInnen und ein vollgestopftes Konzertgelände. Das kann nur Patent Ochsner schaffen. Es schien, als ob sich jede und jeder auf dem Zofinger Hausberg vor die Lindenbühne begeben hat um die Berner Kultband zu hören. Patent Ochsner könnte sich mit ihrem Status wohl fast alles erlauben. Ihr Auftritt aber war stark und vollgepackt mit grossen Emotionen, gefehlt hat einzig etwas die Interaktion mit dem Publikum, Sänger Büne Huber zeigte sich nicht so redselig wie auch schon. Gänsehaut pur aber als Huber, authentisch mit einem Glas Rotwein in der Hand, den Song „Für immer uf di“ spielte. Für mich das grösste Stück von Patent Ochsner. Einmal mehr hat es sich gelohnt. Danke Patent Ochsner – für immer uf di.

Weiter ging es mit der dänischen Band Lukas Graham. Nicht der erwartete Popsound, sondern soulige Klänge drangen bis in die hinteren Reihen.  Das Publikum war begeistert. Die Band zeigte echte Freude auf der Bühne. Als zum Abschluss das weltberühmte „7 Years“ über den Heiternplatz dröhnte waren sicherlich alle Zuhörenden (eigentlich vor allem Zuhörerinnen) wunschlos glücklich.

Ebenfalls grossen Ansturm erhielt die britische Band Bastille. Mit ihrem neuen Album „Doom Days“ touren sie zurzeit durch Europa, Australien, Neuseeland und die USA. Die Indie-Rocker boten eine solide Show. Die Londoner Jungs haben aber sicherlich mehr zu bieten als wir gezeigt bekommen haben. Woran das wohl lag? Die Crowd, auf jedenfall, sang heftig bis zum Schluss mit. Schade gab es keine Zugabe, nach “Pompeji” war direkt Schluss mit den Indie-Hymnen von der grossen Insel.

Zum Tagesabschluss brachten The Electric Swing Circus den Heiteren Boden zum Beben oder viel mehr das Publikum, welches mächtig abging. Die Elektro-Swing-Band aus Birmingham bot genau das, was noch gefehlt hat: Energiegeladenen Sound um sich auszutoben und in die Nacht hinein zu tanzen. Gitarrist Tom Hyland, charmant britisch und euphorisch am Mikrophon: „Guys, you are absolutley, absolutley incredible.”

Am zweiten Tag am Heitere gibt es nicht viel auszusetzen, beinahe konnte der erste Tag wieder gut gemacht werden. Nun bleibt noch ein letzter Tag und das Heitere ist wieder Geschichte. Wir freuen uns auf einen gemütlichen, hoffentlich sonnigen Abschluss!