13.08.2019 – Sziget Festival 2019: Dienstag

Frank Carter & The Rattlesnakes

Und schon brach der letzte Festivaltag am Sziget Festival in Begleitung von Gewitterwarnungen an. Diese wurden mittels Lautsprechern über die ganze Insel übermittelt, dass nach einiger Zeit alle Besucher genaustens informiert waren. Aufgrund des Gewitters zog es uns für die letzte Nacht in ein AirBnB (danke nochmals an Julia!).

Nach dem Beziehen unseres Zimmers ging es gleich wieder zurück und so kamen wir pünktlich zum Konzert von Frank Carter and the Rattlesnakes an. Der charismatische Sänger kam mit seiner Nieten-Jeansjacke, sowie einem riesen Grinsen auf die Bühne und startete gleich mit dem Song “Tyrant Lizard King“. Bereits am Anfang war klar, dass viele der Zuschauer lediglich dort sind, um twenty one pilots von möglichst nah zu sehen. Diese Tatsache hielt aber den Engländer nicht auf, eine riesen Show hinzulegen. Nachdem er einen Song inmitten des Publikums sang, rief er explizit für das weibliche Publikum zum Crowdsurfen und Moshpits auf. Dieses machte mit einer unglaublichen Freude mit und bedankte sich mit viel Geschrei über diese tolle Atmosphäre. Musikalisch wurden viele der neuen Songs, aber auch einige Klassiker (“Devil Inside Me“) präsentiert, welche mir (Adrian) persönlich besser passen. Die Show konnte mich und auch Angie, die anfangs nur aus Neugier zum Konzert kam, stark überzeugen und wir würden sehr gerne mal mit Frank ein Bier trinken gehen!

Anschliessend folgte eine kleine Pause, wobei wir beim sogenannten XS-Land vorbeischauten. Ein Ort, wo viele Stände darüber informieren wie es ist, wenn man zum Beispiel blind oder stumm ist oder an einer anderen Beeinträchtigung leidet.

Anschliessend folgte ein riesig erwarteter Act: Twenty One Pilots. Die Show war gespickt mit vielen, kleinen Spielereien. So gab es viele Instrumenten- und Outfitwechsel, aber auch die übliche Turmbesteigung von Sänger Tyler Joseph durfte natürlich nicht fehlen. Dessen Stimme ist speziell zu erwähnen, denn live war es unglaublich anzuhören, wie dieser Typ seine Stimme veränderte. Bestes Beispiel war dabei der Song “Jumpsuit”, zuerst melancholisch und plötzlich ein Brett voller krächzendem Geschrei. Aber auch Drummer Joshua Dun kam nicht zu kurz und legte einige tolle Solos hin.  Angie durfte die Show aus nächster Nähe im Fotograben miterleben, kam dann jedoch etwas enttäuscht zurück. Sie hatte die Band zuletzt im 2015 gesehen und wünschte sich die Zeit mit weniger kreischenden Mädchen und weniger spektakulären Showstunts zurück.

Seit längerer Zeit hatte ich beim Sziget (Adrian) nicht mehr das Problem, dass nacheinander auf der Mainstage krasse Bands auftreten, die ich so nah wie möglich anschauen möchte und so bewegte ich mich mit ein paar Bierchen im Bag weiter Richtung Front.
«Ein paar»?, Ja, denn die Foo Fighters sollten an diesem Abend zweieinhalb(!) Stunden spielen. Voller Energie starteten die Rockstars vor einem riesigen Publikum ihre Show und machten ihrem Namen alle Ehre. Dave Grohl war einfach ein Kraftpaket im musikalischen Sinne. Wie man es von ihm nicht anders kennt, schrie er in jeder Pause wild umher und nutzte das M-Wort wie Schauspieler Samuel L. Jackson viele Male. Auch die Band-Vorstellung war an diesem Konzert sehr bemerkenswert. Dabei spielte jedes einzelne Mitglied ein Solo und Taylor Hawkins zeigte mit seinem Queen Cover, dass er das Zeug zum Sänger hat. Keine Songwünsche blieben offen und nach fast drei Stunden Schwerstarbeit verabschiedete sich die Band und hinterliess ein total begeistertes Publikum.

Angie schaute zwar auch kurz bei den Foos vorbei, verliess die riesen Menschenmenge aber dann nach einigen Songs, um sich das Konzert von den Punk-Rockern IDLES anzuschauen. Sie hatte die Band am St. Gallen Openair leider verpasst und nur das grosse Lob danach mitbekommen. Sie wurde nicht enttäuscht: Das Konzert der IDLES war voller Energie und das Publikum wurde in die Show mit einbezogen, schon während des zweiten Songs gönnte sich einer der Gitarristen ein Bad in der Menschenmenge. Definitiv eine unterhaltsame Band, empfehlenswert!

Danach ging es kurz zu Shake Shake Go aus England, die Indie-Folk machen. War ganz gemütlich, um einen Happen dazu zu essen, jedoch unserer Meinung nach nichts besonderes.

Per Zufall entdeckte ich (Angie) dann noch eine tolle Band, welche ich als meine Entdeckung des Festivals bezeichnen würde. Ich war eigentlich auf dem Weg zur Hauptbühne, wurde aber dann von Rendez-vous auf der Europe Stage aufgehalten. Dabei handelt es sich um eine Post-Punk Band aus Paris, die einem sofort mitreisst. Live haben mich die Jungs total überzeugt und ich hoffe, dass sie auch auf den Aufnahmen so gut sind. We’ll see!

Leider war das Konzert auch schon bald fertig, aber einen letzten Programmpunkt hatte ich bei mir noch auf der Liste: Khruangbin. Die Band wurde mir empfohlen, ich kannte sie also nicht wirklich und ging ohne grosse Erwartungen ans Konzert. Was dann passierte, habe ich selten so erlebt: schon nach 3 Songs war ich Fan der Band. Mit ihrem basslastigen, instrumentellen Sound konnte das Trio das Publikum mitreissen und es wurde bis in die hintersten Reihen aufmerksam zugehört und mitgewippt und getanzt. Fun Fact: Der Bandname bedeutet “Flugzeug” auf Thai. Gibt bei mir als gebürtige Thailänderin natürlich noch einen weiteren Sympathiepunkt.

Nach einer kurzen Pause gab es noch ein Konzert, welches dem ganzen Tag noch das Krönchen aufsetzte. Als grosser Rage Against The Machine Fan konnte sich Adrian diese Show nicht entgehen lassen. Die Band Subscribe bespielte die Tribute Stage und machten dem Original alle Ehre. Besonders bewundernswert war das ca. 800-köpfige Publikum, welches voller Emotionen all die Klassiker mitschrie und  viele Moshpits auslöste. Auch die Band, die selber tolle Songs vorzuweisen hat, war ebenfalls passioniert bei der Sache. Nach viel Rumgehüpfe war das Konzert und für uns auch ein unglaublich tolles Festival zu Ende und wir schlenderten mit einem breiten Grinsen Richtung Ausgang bzw. ins “Näschst”.

Fazit: Der letzte Tag war insbesondere für Adrian das diesjährige Highlight des Sziget Festivals. Im Vergleich zu den letzten Ausgaben gab es in diesem Jahr endlich erneut einen eher rocklastigen Festivaltag. Für Angie war es ein Tag voller Neuentdeckungen und ein toller Abschluss des Festivals.

Angie konnte auch an diesem Tag wieder tolle Fotos knipsen, welche ihr hier in unserer Galerie findet.