21.08.2019 – Cold Reading und Mayday Parade in der Kufa Lyss

Am Mittwochabend trafen wir vor der Kufa in Lyss auf schwarz gekleidete Mädels mit farbigen Haaren und auf ein süsses Büsi. Die Katze liess sich von allen wartenden Gästen mit Streicheleinheiten verwöhnen und versüsste die Wartezeit bis zum Konzertbeginn. Fiona freute sich schon lange auf das Konzert von Mayday Parade und Tina hatte, im Gegensatz zu Fiona, nicht wirklich eine Ahnung, was sie genau erwarten würde. Eröffnet wurde der Abend von den sympathischen Herren von Cold Reading aus der Schweiz, die uns wohlbekannt sind.

Cold Reading fanden mit ihren Instrumenten und einem Haufen Equipment kaum Platz auf der kleinen Kufa-Bühne. Das hielt die einzelnen Bandmitglieder aber nicht davon ab, ganz in ihrer eigenen Musik abzutauchen und sich energetisch dazu zu bewegen. Die Luzerner wirken ab Platte immer etwas zurückhaltend, der sphärische Indie-Rock Sound fast zu ruhig. Live überschütten sie die Menschen aber mit einer gewaltigen Ladung Energie und ganz viel Emotionen. Michael und Arthur erzählten zwischen den Songs über die kommenden EPs, die als gesplittetes Konzeptalbum erscheinen werden. Auch wenn Sänger Michael ein paar Mal mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, tat das dem soliden Auftritt des Quintetts keinen Abbruch. “Wir haben immer technische Probleme.” kommentiere Arthur mit einem Lächeln im Gesicht.

Florida ist nicht nur der Sunshine State der USA und bekannt als DAS amerikanische Rentnerparadies, nein, aus Florida kommen auch einige sehr beliebte Pop-Punk Bands. So auch Mayday Parade, die sich 2007 mit ihrem Debüt Album “A Lesson in Romantics” in die Herzen tausender neuer Fans spielten. Und vor allem mit Songs aus eben jenem Album sorgten die Jungs um Frontmann Derek Sanders (der barfuss auf der Bühne stand) für einen äusserst stimmungsvollen Abend in der KUFA Lyss.

Dabei zeigte sich: Mayday Parade verzaubern vor allem mit ihren Akustik-Liedern. Denn bei “You Be The Anchor That Keeps My Feet On The Ground, I’ll Be The Wings That Keep Your Heart In The Clouds” und “Miserable At Best” kommt Sanders unverkennbare Stimme voll zur Geltung. Bei den etwas härteren Songs wurde sie leider ein wenig durch das extrem laute Schlagzeug übertönt. Das lag vielleicht auch etwas daran, dass Jake Bundrick, der eigentliche Drummer von Mayday Parade, nicht mit auf Tour konnte, da er sich zu Hause von einer Operation erholen musste und an seiner Stelle ein Ersatzdrummer mit dabei war.

Neben ihrer musikalischen Leistung beeindruckte die Band aber auch durch ein sehr seriöses Auftreten: Sie merkten sich die Namen der Zuhörenden und kommunizierten mit ihnen; sie benutzen keine Fluchwörter, um einen möglichst ‘coolen’ Eindruck zu hinterlassen, sondern wirkten dankbar, bescheiden und sehr sympathisch. Wir hätten ihnen gerne noch länger zugehört, aber nach etwas mehr als einer Stunde war das Set dann vorbei, was für einen Mittwochabend aber auch OK war.