21.08.2019 – Zürich Open Air 2019: Donnerstag

Der Donnerstag des diesjährigen Zürich Openairs stand bei mir bereits länger dick angestrichen in der Agenda – Foals und Jungle sind einfach Bands, die man nicht verpassen darf.
Schon vor Geländeöffnung bildete sich eine Schlange vor dem Einlass – ein eher ungewöhnlicher Anblick für das ZOA. Ein Blick auf das Line-up verrät aber, warum sich so viele junge Mädchen vor dem Eingang tummelten: Billie Eilish.

Zuerst ging es aber noch zu den Girls von Let’s Eat Grandma – ein sympathisches Pop-Duo aus England. Der Sound konnte mich zwar nicht packen, jedoch verweilte ich gerne für einige Songs vor der Bühne.

Sehr jung, an oberster Stelle bei den Billboard Top 100 Charts und als neuer Popstar von vielen fast schon vergöttert. Das ist die Situation, in der sich Billie Eilish befindet. Dies wiederspiegelte auch die Riesenmasse an Bewunderern und Interessenten, welche gespannt auf die Performance der Amerikanerin warteten. Gleich zu Beginn startete der Song «Bad Guy» und der Lautstärkepegel schoss durch das Gekreische der weiblichen Fans in die Höhe. Bereits der Beginn zeigte uns, die junge Dame kann singen! Trotzdem stellte sich uns die Frage, ob der Publikumsjubel nun mehr dem neongrünen Outfit oder doch der Stimme von Billie Eilish galt. Das ganze Konzert wurde von einem grossen Teil der Menge gefeiert, hat uns jedoch nicht besonders gepackt. Und so zogen wir uns nach einigen Songs zurück. Ob es sich bei diesem Act nun um eine virtuose Künstlerin bzw. ein Kunstprojekt oder doch um eine ernstzunehmende Sängerin handelt, kann unserer Meinung nach noch nicht genau gesagt werden. Es lässt sich aber gespannt abwarten, wie sich diese Karriere in den nächsten Jahren entwickelt und ob da noch tolles, vielleicht in dieser Art noch nie dagewesenes Songmaterial folgen wird.

Besonders freuten wir uns auf den Act, welcher danach bei der Tentstage folgte. Foals bewegten sich in einer ganz anderen Liga als der Auftritt zuvor. Packend und sehr versiert bei der Sache wurde musiziert. Dabei versprühten sie ein warmes Sommerfeeling, welches das Publikum sehr genoss. Während der ganzen Show herrschte ein stetiger Stimmungswechsel, so wurde zuerst melancholisch gespielt, kurz darauffolgte aber gleich wieder ein knallharter Powersong. Auch präsentierten sie den neuen Song «Black Bull», bei welchem die Crowd voller Begeisterung mitsang. Wenn diese Band live spielt, kann eigentlich nichts schiefgehen und man kann sich auf eine überaus actionreiche Show einstellen. Für Angie als totaler Fan, aber auch für mich (Adrian), wobei es der erste Auftritt war denn ich von dieser Truppe sah, war es dementsprechend ein riesen Vergnügen.

Auf der Hauptbühne folgte gleich im Anschluss das DJ-Set von Calvin Harris, dessen Show eher auf Party, als auf etwas anderes aus war. Dies soll nichts Schlechtes sein, dennoch fällt am diesjährigen ZOA auf, dass der grösste Teil der Headliner aus DJs und nicht aus abwechslungsreichen Bands besteht. Dies finden wir im Allgemeinen sehr Schade, denn unser Grund an ein Festival zu gehen ist der, um Musik wirklich live zu konsumieren. Die Show war voller Top EDM-Hits, sowie viel Bass und das Publikum hüpfte ausgelassen umher. Nach einiger Zeit zog es uns dann aber wieder weg Richtung Zeltbühne.

Dort begann nämlich das Konzert von Jungle. Die Engländer legten wie gewohnt ein souveränes Set hin, welches zum Tanzen anregt. Die ganze Zeltbühne war am tanzen und hatte sichtlich Spass. So auch wir, die Stunde ging viel zu schnell vorbei und wir hätten noch gerne weiter getanzt.

Unser Fazit: Foals und Jungle an einem Tag – was will man mehr? Zudem haben wir uns einige neue musikalische Impressionen verschafft. Ein toller Punkt bei Festivals ist ja auch der, dass man Konzerte besuchen kann, bei denen man bei einer Klubshow eher nicht hingehen würde.