Zürich Open Air 2019: Tag 3 und 4

Zum Einstieg ins Wochenende bzw. des dritten Festivaltages am Freitag, sahen wir uns Black Sea Dahu an. Mit einem sympathischen Auftreten und einer eindringlichen Stimme erzeugte Janine Cathrein eine gemütliche Stimmung.

Als nächstes folgte eine Mischung aus Pop und Rap von Mavi Phoenix, welche bei der Zeltbühne auftrat. Nach einiger Zeit verleidete uns jedoch schnell der monotone Sound ihrer Songs und wir zogen weiter.

Anders war es bei Giant Rooks, die ab dem ersten Song das Publikum in der Hand hatten. Dabei drehten die Menschen in den ersten Reihen besonders durch, was sehr amüsant anzusehen war. Mit klassischem Indie-Rock erntete die deutsche Truppe viel Applaus und präsentierten auch einige neue Songs, was uns sehr gefiel.

Leider sagten The Kooks ihren Gig wie beim letzten Mal am ZOA ab, was besonders Angie sehr schade fand. Erfreulicherweise wurde mit Metronomy spontan ein würdiger Ersatz gefunden. Und so gab es trotzdem eine tolle Atmosphäre vor der gut besuchten Mainstage. Kurz darauf folgte erneut Indie-Rock von den Engländern Friendly Fires, wo wir für einige Songs mitlauschten.

Und erneut gab es an diesem Tag mit Swedish House Mafia einen DJ-Headliner am ZOA. Auf einem ca. drei Meter hohen Podest spielte das Trio ihre grössten Welthits. Das ganze Konzept der Show war sehr ausgeklügelt und sorgte mit viel Feuerwerk zum Ausrasten der Menge. Sie lieferten Beat um Beat bzw. Hit um Hit ab, wobei die meisten Songs Eigenproduktionen waren.

Zum Abschluss des Abends folgten zwei weitere DJ-Sets, nämlich Nina Kravitz und Darrien. Darrien brachte mich besonders zum Durchdrehen, denn dieser liess zum krönenden Ende die grössten Prodigy Songs durch das Dancetent hallen.

Bei strahlendem Sonnenschein startete für uns am Samstag der letzte Tag des Festivals mit der Gruppe Low Island. Ihr Stil war dabei eine Mischung zwischen Indie und melodiösem Electro. Für mich war es eine riesen Neuentdeckung, denn der Sound dieser Gruppe konnte mich bereits nach dem ersten Song überzeugen. Mit ihrer intensiven aber auch verspielten Show legten sie zu dieser frühen Stunde einen tollen Start mit zahlreichem Publikum hin und ich freue mich bereits auf ein nächstes Mal.

Aufgrund der warmen Temperaturen folgte eine kühle Erfrischung und kurz darauf begann das Konzert von Wanda. Mit einer riesen Freude motivierten die Österreicher zum Mitsingen und Tanzbeinschwingen. Die Band (und insbesondere ihr Frontmann) führten das ganze Konzert auf eine sehr lockere, aber auch musikalisch professionelle Art durch. So rissen sie einige Witze und beschenkten das Publikum in den vorderen Reihen mit Bier und Whisky, was sehr amüsant anzusehen war. Auch nahm die Truppe die Tatsache, dass ihre Instrumente erneut nicht gestimmt waren, mit Humor. Insgesamt hatte ich während dem Konzert Spass, obwohl der Sound nicht besonders meinem Musikinteresse entsprach.

Anschliessend folgte ein kurzer Halt bei der Zeltbühne, genauer gesagt bei Sophie Hunger, die mit einem Glas Wein in der Hand eine solide Performance lieferte. Nach einigen Songs ging es jedoch wieder zurück zur Mainstage. Diese wurde am Samstag von gleich zwei Hauptacts beespielt: Macklemore und Paul Kalkbrenner.

Der Amerikaner und seine zahlreiche Crew gaben dabei ihr letztes Konzert seiner Sommertour auf der Zürcher-Bühne. Aus diesem Grund holten sie vor der erholsamen Pause noch alle restliche Energie hervor und motivierten zum Mitfeiern. Das Publikum machte ohne zu zögern eifrig mit und jubelte in den einzelnen Pausen-Ansprachen von Macklemore. Das, was gesagt wurde, war von der Message her zwar korrekt, trotzdem müssen wir aber sagen, dass viel zu viel gequatscht wurde.

Paul Kalkbrenner versetzte das Publikum wiederum in einen sphärischen Einklang und liess seine Techno-Beats über die Boxen knallen. Viele fühlten den Sound genüsslich, wobei aber auch eine grosse Menschenmasse eher gelangweilt davon zog. Das tolle daran war, dass so viel Platz entstand, um sich passend zur Musik zu bewegen und sie zu geniessen.

Nach einem eineinhalbstündigen Set zog es mich noch eine Weile zur Dancestage, um genüsslich zum Live-Sound von Sam Feldt zu feiern. Nach einem Bier hiess es aber auch für mich, einen Schlussstrich zu ziehen und das ZOA-Gelände hinter mir zu lassen.

Fazit: In diesem Jahr spielte das Wetter mehrheitlich mit und machte das Festivaltreiben sehr angenehm. Auch musikalisch war es abwechslungsreich, obwohl wir hoffen, dass sich das Bookingteam im nächsten Jahr wieder abwechslungsreichere Mainacts einfallen lässt. Insgesamt geben wir aber der diesjährigen Ausgabe des Zürich Open Air einen Daumen nach oben und sagen: bis zum nächsten Mal.