31.08.2019 – Pfadi Folk Fest (PFF) in Stäfa

Es gibt Openairs, da geht es in erster Linie um die Musik (z.B. Openair Gränichen). Es gibt Openairs, da geht es um die Party (Gampel Openair). Es gibt Openairs, da geht es darum, bekannte Gesichter mal wieder zu treffen (Heitere Openair). Und es gibt das PFF, da geht es um all das.

Was aber ist dieses PFF genau? Das Pfadi Folk Fest ist ein in unregelmässigen Abständen stattfindendes Openair, das als Dankeschön allen Pfadileiter*innen der Schweiz ein unvergessliches Wochenende bieten soll (wenn einige dann doch ziemlich viel davon vergessen haben, zeugt dies von der Qualität der Partyzelte und Bierstände). Dabei wird den Gästen – auch Nicht-Pfader*innen sind willkommen – das Beste aus Musik-Festival und Pfadilager geboten. Kannst du dir nicht so vorstellen? Dann solltest du deine durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne etwas überziehen und weiterlesen.

Was lässt einem sich wohl fühlen an einem Festival? Es sind wohl eine ganze Menge Faktoren, die dabei eine je nach Person unterschiedlich grosse Rolle spielen. Einerseits geht es sicherlich um die Grundstimmung im Publikum und die Sympathie zu den anderen Besuchenden. In dieser Hinsicht ist es schwierig, dem PFF das Wasser zu reichen. Denn das Bewusstsein, mit allen anderen im Publikum ein Hobby zu teilen, lässt sofort eine gewisse Verbundenheit entstehen. Das PFF wird zudem von vielen Gruppen genutzt, um sich nach einem gemeinsam besuchten Kurs oder Lager mal wieder zu treffen. Dann geniesst auch das Auge an einem Festival mit. Kaum irgendwo wird mit so viel Herzblut gebastelt und aus Militärblachen und Holz eine Welt erschaffen, in die man unglaublich gerne eintaucht. Und die leider wie jedes Pfadilager nach zu kurzer Zeit schon wieder verschwindet. Selbstverständlich nicht zu vernachlässigen ist die Musik. Und da bewies auch das diesjährige PFF-OK ein glückliches Händchen, obwohl es nicht ganz an die letztjährige Ausgabe in Liestal herankam. Es bot dem Publikum eine abwechslungsreiche Mischung aus Schweizer Musik, die verschiedenste Genres abdeckte und nur wenige langweilige Momente kannte.

Der Samstag (leider konnte der Autor nur diesen besuchen) begann mit den gerade so richtig durchstartenden Black Sea Dahu, die wirklich wunderschönen Indie-Folk präsentierten. Ebenso wunderschön und noch etwas ruhiger und gemütlicher ging es bei Memory Of An Elephant zu und her. In der Folge wurde es mal funkig (The Peppermint Tea Group), mal rappig (oder schon fast “Nemo-ig”, mit Pato), mal kulinarisch (es war Essenszeit, das Zmorge und Znacht sind im Festivalbillet inbegriffen!), mal sommerlich-reggaeig (Pedestrians), mal erstaunlich düster rockig-metallig (Skrylls), mal gab es ein Breitbild-Cover (ja, der Autor mag Dabu Fantastic nicht sonderlich, aber sie haben sich gemacht), mal brass-rappig (Freunde des Dschungels) und mal “Silent-Disco-ig” (was leider den Auftritt von Naomi Lareine verpassen liess).

Gefestet wurde in der Folge noch bis in die frühen Morgenstunden, zu ebenso abwechlungreicher Musik wie schon auf den Bühnen und in einzigartigen Bars, die wirklich zum Verweilen gemacht waren. Den Artikel beenden wir mit dem Hinweis auf einen weiteren, ganz wesentlichen Pluspunkt dieses Openairs: Am PFF ist sogar der Kater am Sonntagmorgen nur halb so schlimm! Harten Alkohol gibt es nämlich auf dem ganzen Festivalgelände nirgends. Das lässt dich und dein Portemonnaie auch am Sonntag strahlen…