18.-19.10.2019: 5 Must-sees am bergmal Festival

Endlich ist es wieder soweit: Am 18. und 19. Oktober 2019 geht die vierte Ausgabe des bergmal Festivals über die Bühne. 17 unterschiedliedlichste Bands aus dem Bereich des Post-/Experimental-Rock werden das Dynamo Zürich beschallen. Es gibt an den zwei Abenden wie immer Neues zu entdecken, da sich die Booker/innen wieder grosse Mühe gegeben haben, etablierte sowie aufstrebende, heimische sowie internationale Acts zwischen düsterstem Doom und sphärischem Shoegaze nebeneinander aufspielen zu lassen. Wer dennoch nicht ganz ziellos von Bühne zu Bühne pilgern möchte, dem seien hier fünf persönliche Tipps ans Herz gelegt.

1. Telepathy

Wie bereits im letzten Jahr beginnt das bergmal-Abenteuer am Freitagabend mit vier Bands. Hier freue ich mich besonders auf Telepathy, deren Show um 21:15 startet. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als “Cinematic Sludge Metal”, und für einmal steht das “Cinematic” nicht für den faux-emotionalen Soundtrack einer kitschigen Nicolas-Sparks-Szene, sondern für das musikalische Equivalent einer Lawine in Slow Motion – aus sicherer Distanz und im abstrakten Sinne als Naturspektakel ganz schön anzusehen, doch die schiere Gewalt bleibt allgegenwärtig. Bitte Gehörschutz mitbrigen, sodass ihr den Samstag auch noch geniessen könnt.

2. HOLM

Am Samstagabend lohnt es sich, zeitig wieder beim Dynamo zu sein, denn um 16:45 eröffnen HOLM die Roof Stage. Das Schweizer Trio hat dieses Jahr mit “Through Windows” eines der erfrischendsten Post-Rock-Alben veröffentlicht. Ihre Songs öffnen sich Einflüssen aus Prog, Ambient oder Kraut und lassen sich tragen, wohin auch immer sie der Strom treibt. Auch die frühen Besucher des Festival-Samstags dürfen sich diesem Sog hingeben und werden vielleicht in eine Trance eintauchen, aus der sie bis tief in die Nacht nicht mehr freigelassen werden.

3. Tides from Nebula

Die Polen von Tides from Nebula können mittlerweile mit gutem Recht als Szene-Veteranen bezeichnet werden, haben sie doch mit “From Voodoo to Zen” gerade ihr fünftes Album veröffentlicht. Auf diesem geht es grooviger und Synthie-lastiger denn je zu und her. Gemischt mit den zuweilen auch härteren Klängen ihrer früheren Platten dürften die Jungs ein abwechslungsreiches und vor allem massives Set abliefern. Stagetime 20:25.

4. Emma Ruth Rundle

bergmal und Post-/Experimental-Rock stehen nicht nur für ausufernde instrumentale Gitarrenwände. Bester Beweis ist die Headlinerin Emma Ruth Rundle. Von 22:45 bis Mitternacht wird die Sängerin und Gitarristin die Roof Stage mit ihren düsteren, gothisch angehauchten Songs zwischen Folk und Shoegaze verzaubern. Rundle stellt dabei nicht sich ins Zentrum, sondern das aufwühlende Gesamtklangbild, das Ausflüge in noisige Gefielde ebenso oft zulässt wie reduzierte, beinahe lethargische Mantras.

5. Tides of Man

Nach dem Austritt ihres Sängers suchten Tides of Man nicht nach Ersatz, sondern entschieden sich dazu, als instrumentale Band fortzufahren. Wie richtig diese Entscheidung war, davon kann man sich als Abschluss des bergmal-Festivals um 00:00 auf der Cellar Stage überzeugen. Ihr zweites instrumentales Album “Every Nothing” ist vor gut einem Jahr erschienen und zeigt, wie man auch mit bekannten Zutaten etwas verdammt Gutes kochen kann. Vielleicht ist es ihrer Vergangenheit als Band mit “konventioneller” Aufstellung oder ihren vielen Einflüssen aus dem Indie-Bereich geschuldet, aber irgendwie bleiben ihre Songs trotz vieler Post-Rock-Tropen knackig, fassbar und eingängig. So wird man mit einem Hoch in die herbstliche Nacht entlassen.

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Beitragsbild: Nicole Imhof