03.11.2019 – So war Yungblud im X-Tra in Zürich

Am Sonntagabend vor einer Woche zog es Angie und mich nach Zürich ins X-Tra. Grund dafür war der englische Musiker Dominic Harrison. Bekannt ist er unter dem Namen Yungblud und dieser erhielt seit seinem ersten EP-Release im letzten Jahr immer mehr Aufmerksamkeit. Da wir ihn am diesjährigen Sziget Festival verpasst hatten, wollten wir diesen Act unbedingt nachholen.

Aufgrund einer kleinen Autopanne waren wir ein wenig spät dran und so verpassten wir einige Songs der Vorband Saint PHNX. Das Duo hinterliess einen sympathischen Eindruck und überzeugte das vorwiegend weibliche Publikum mit ihrem ganz eigenen Pop-Sound.

Nach etwa 30 Minuten Wartezeit verdunkelte sich die Bühne und einzelne Lichter flackerten auf. Begleitet von viel weiblichem Gekreische betraten zuerst zwei pink vermummte Personen und kurz darauf Yungblud die Bühne. Gleich zu Beginn des Songs «21st Century Liability» schaffte er es, das Publikum, welches ununterbrochen herumhüpfte, mitzureissen und lieferte mit «Parents» einen weiteren Hit nach. Diese Eskalation war für einige der jüngeren Besucher sehr erschöpfend und so musste die Security bereits zu Beginn einzelne Personen herausbegleiten.

Zwischen jedem Song strahlte der junge Engländer mit einem breiten Grinsen auf das jubelnde Publikum. Dabei genügte es, bereits ein wenig näher an die Fans heranzutreten, um sie in Jubel zu versetzen. Während den Songs, aber auch danach, genoss der Musiker es sichtlich, im Mittelpunkt zu stehen. Für uns wirkte seine Art sympathisch jedoch auch ein wenig aufgesetzt und nicht besonders authentisch.

Der Song «Loner», welcher live noch rebellischer klingt als ab Platte, zeigte uns, dass Yungbluds Stimme für diesen Punksound sehr passend wäre. Uns gefiel es und wir hätten von ihm gerne mehr von dieser Sorte Musik. Hinsichtlich seines Debütalbums zieht es seine Musik aber eher in eine poplastigere Richtung.

Als nächstes folgten die unterschiedlichsten Songs seines ganzen Repertoirs.  Für den Song «Kill Somebody» begab sich Yungblud, ganz zur Begeisterung der Besucher, in die Mitte der Crowd. Bis zum Ende herrschte dementsprechend eine sehr ausgelassene Stimmung. Ein besonderes Highlight zum Schluss war für uns der neue Song «Braindead», wobei dieser mit seiner härteren Art erneut überzeugen konnte. So zettelte er zu unserer Verwunderung ein bemerkenswertes Moshpit an, wobei auch wir freudig mitmachten. In guter Stimmung ging das Konzert zu Ende und wir machten uns auf den Heimweg. Alles in allem kann gesagt werden, dass die Performance von hoher Qualität war und auch der Sound sehr gut abgemischt wurde. Jedoch konnten uns nur einige Songs besonders überzeugen. Wir bleiben aber gespannt, was der junge Musiker in Zukunft zu bieten hat. Hoffentlich noch ein paar härtere Songs…

Weitere Bilder vom Konzert findet ihr in Angies Gallery.