31.10.2019 – So waren Schubsen im Werk21 in Zürich

Dass wir wieder eine Medienpartnerschaft mit Soundmanöver eingehen würden, war für mich klar, als «Schubsen» angekündigt wurden. Die Nürnberger Post-Punk Band hat mich vor 1 ½ Jahren extrem überzeugt. Aus diesem Grund habe ich an diesem Halloween-Abend auch noch zwei Freundinnen ins Werk 21 mitgeschleppt mit dem Versprechen, dass es «ein huere geile Abend» wird.

Der wohlige Keller an der Limmat fühlte sich bei unserer Ankunft aber nicht so nach Konzerten an. Ungefähr acht Leute standen rund um die Bar, und das eine Stunde nach Türöffnung. In einem leeren Konzertsaal rumzustehen, das ist wohl immer ein komisches Gefühl. Support-Act Schwegler/Lienhard haben diese Atmosphäre leider auch nicht belebt. Das Noise/Post-Punk Duo, das sich exklusiv für dieses Konzert zusammengefunden hat, war sicherlich alternativ. Der Drive von Bass und Breaks fehlte einfach. Das ist wohl die Kunst an Gitarren-Drum-Duos, die nötige Power zu haben und diese auch zu halten.

Meinem Versprechen vom geilen Abend konnte ich soweit wohl noch nicht gerecht werden. Meine Begleiterinnen gaben mir aber noch eine Chance und so gab es noch ein grosses Bier und das geduldige Warten auf Schubsen. Diese betraten um etwa 22 Uhr vor maximal 20 Menschen die Bühne. Sie waren da, vom ersten Moment an. Obwohl grosse Leerräume im Publikum klafften, setzte die Party zusammen mit der Bassline ein. Schon beim zweiten Track warf sich Dynamo-Stammgast Reto in die Menge und wurde von der Hälfte der Anwesenden durch den Keller getragen.

Schubsen machen Bock. Weirde, theatralische Dancemoves von Sänger Krupsi packen einem hypnotisch. Er ist Künstler und Punk. So flogen Schuhe über die Bühne und Mikrofone über Scheinwerfer. Ich weiss noch nicht, als was mir dieser Mann lieber ist: Als Schriftsteller oder Bühnen-Clown?!

Krupski schuhlos am Boden

Grosse Wertschätzung hat auch die Soundmanöver-Crew verdient. Ein Veranstaltungsreihe die, egal ob das Dynamo pumpevoll oder mit fünf Köpfen kaum gefüllt ist, Party macht. Die Organisatoren und das Barteam fördern kleine, aufsteigende sowie grössere Acts. Es braucht einfach Leute, die was in die Hand nehmen. So wie die Soundmanöver-Crew, die dann während dem Konzert auch noch eine Runde Pfeffi-Shots auf der Bühne und im Publikum verteilt. Zwei Flaschen Pfeffi wurden zusätzlich zum Bier getrunken, wovon ich einen guten Teil abbekommen habe.

Gratis Shots war aber nicht das Highlight, das geilste war wohl die Zugabe. Als Schubsen wieder vom Backstage hervorgekrochen kamen wurde Reto auf die Bühne gebeten. Der Typ, welcher immer an vorderster Front im Dynamo abgeht, ist ausgebildeter Schlagzeuglehrer und veröffentlicht auf seinem YouTube-Channel von diversen kleinen Bands Schlagzeugcovers. So auch von Schubsen den Song «Parole Rhythmus». Für diesen Track nahm Reto hinter dem Drum Platz und performte richtig fett zusammen mit der Band. Was für eine geile Show war das denn?!

Ziemlich betrunken hab ich es dann noch auf den letzten Zug geschafft. Glücklich, denn ich habe mein Versprechen eingehalten: Es war ein «huere geile Abend».