14.11.2019 – So waren die Petrol Girls und Thrice im Kofmehl

Wer sich trotz dem tristen Wetter ins Kofmehl begeben hat, wurde an diesem Donnerstagabend ganz sicher nicht enttäuscht. Wenn auch Refused leider auf Grund einer eigenen Show nicht als Support dabei sein konnten, haben die Petrol Girls trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Österreichisch-Englische Punkrock Band ist bekannt für ihre Messages. Ihre Texte behandeln Themen wie Politik, Ethik oder Gleichberechtigung. So manche Band erzählt solche Geschichten, aber ich muss sagen, Frontfrau Ren Aldridge meint es ernst mit uns und das spürt, sieht und hört man. Sie war mit ganzem Herzen bei der Sache und wer mit so viel Herzblut versucht, die Leute aufzuklären, hat es verdient, angehört zu werden. “Rise up for Rojava“ war auf ihrem Shirt zu lesen. Später erklärte sie uns dann auch, warum sie dieses Shirt trägt und dass die Band vor kurzem wegen ihrem Engagement in dieser Sache verklagt wurde und dass all die Menschen und die Band unsere Unterstützung bitter nötig haben. Auch wenn der Sound nicht ganz meinem Geschmack entspricht, war ihr Auftritt wirklich spannend und aufkratzend.

Nachdem die Petrol Girls die Bühne geräumt hatten, ging es auch nicht mehr lange, bis das Licht ausging und ein vielversprechender Rauch aufstieg. Thrice betraten die Bühne und starteten gleich mit einem Song von ihrer neusten Platte “Palms“. Was für ein gelungener Einstieg. Und ich muss zugeben, Thrice waren mir vor diesem Donnerstag auch nur durch ihr 2018 erschienenes Album “Palms” wirklich bekannt. Ich liebe dieses Album und höre es zu Spitzenzeiten mehrmals täglich durch! Doch es zeigte sich sehr schnell, dass die Band durchaus mehr im Repertoire hat, als ihre neue Scheibe. Das war einer der vielen Punkte, die mir am Konzert unheimlich gefallen haben. Alles in allem durften wir drei Songs aus “Palms” hören und dazu mitsingen, wobei ich doch lieber Dustin Kensrues Stimme lauschte, als der eines äusserst euphorischen Fans zu meiner rechten Seite. Der Rest des Sets bestand aus allerlei Songs aus älteren Alben und auch stiltechnisch war da einiges mit dabei. Wer, wie ich zuvor, nur die neuste Scheibe der Herren kennt, hat da ganz klar noch Nachholbedarf und sollte sich die restlichen Werke der Kalifornier unbedingt verinnerlichen.

Neben “Only Us” erkannte ich auch “Just Breathe” aus ihrem Set sofort. Und der Unterschied zum Rest der Songs ist für mich schon ziemlich klar zu hören. Ruhiger, schwerfälliger, für mich wirklich Songs, um die Augen zu schliessen und mitzuwippen. Die älteren Stücke regten dann auch wirklich zu aktiveren Bewegungen an. So bildeten sich von Zeit zu Zeit auch kleine “Moshpits”, wenn man sie denn so nennen will und kann.

Die Stimmung war während der ganzen Show einfach nur magisch. Man konnte sich problemlos von den Klägen eifach mitreissen lassen, die Augen schliessen, mitspringen oder auch einfach mal das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen. Denn auch dort tat sich einiges, zwischen Rauch und Lichtshow wurde, passend zu den Songs, einige Sprungeinlagen gemacht. Das einzige, was hier wirklich ein wenig genervt hat, war der übertriebene Einsatz der Strobos. Die bleibenden weissen Flecken im Blickfeld waren am Ende des Abends wohl das grössere Problem, als das Dröhnen in den Ohren. Aber auch hier gibt es natürlich auch Gutes zu berichten: Ansonsten war die Licht- und Nebelmischung perfekt und hat die Songs und deren Stimmung bestens untermalen.

Zum Schluss, als letzte Zugabe, haben Thrice dann noch “Beyond The Pines”, den dritten Song aus “Palms”, zum Besten gegeben. Ich glaube, passender hätten sie ihren letzten Song in Solothurn kaum wählen können. Es war der perfekte Abschluss für einen ebenfalls unglaublich grossartigen Abend.

Setlist
1. Only Us
2. Image Of The Invisible
3. Silhouette
4. Just Breathe
5. Yellow Belly
6. The Arsonist
7. Of Dust Of Nations
8. At The Last
9. Deeper Wells
10. The Artist In The Ambulance
11. Hurricane
12. Stare At The Sun
13. Red Sky
14. Doublespeak
15. Black Honey
16. In Exile
17. The Window
18. The Earth Will Shake
19. Deadbolt
20. Beyond The Pines