12.11.2019 – Lionheart im Dynamo in Zürich

Der letzte Dienstagabend versprach ein musikalisches Fest für jeden Hardcore Fan zu werden. Das Line-up war mit jeder Menge toller Bands bestückt. So war es umso mehr verwunderlich, dass der Event weniger gut besucht war, als andere Headlineshows von Lionheart oder Deez Nuts, war. Auch gab es nicht wie üblich eine organisierte Garderobe, sondern einen Kleiderständer, welcher vor dem Konzertsaal platziert wurde. Zudem war die Ticketkontrolle nicht am Eingang, nein, sie war im obersten Stock direkt vor dem Saal. Ein positiver Unterschied war dafür der zahlreiche Merch, den die Bands mitgebracht haben. Fast beide Seiten des Saals waren voll mit Shirts, Hoodies und den neusten Platten, was uns natürlich in Shopping-Laune versetzte. Nun aber zum essentiellen Teil des Abends – den Shows. Musikalisch konnte uns nämlich der Abend voll und ganz überzeugen.

Pünktlich starteten Fallbrawl den Abend vor einem, für diese Zeit, gut befüllten Saal. Dabei wechselten sich faustharte Breakdowns mit den cleanen Vocals und Screams von Sänger Andree Krupski, welche uns sehr passten. Da noch einige Bands folgen sollten, spielten Fallbraw leider nur ca. 30 Minuten. Und so ging es nach einer kurzen Bierpause gleich mit Obey The Brave weiter.

Obey The Brave sind immer mit einem stark-schweren Puls unterwegs und verlassen sich somit nicht auf Soundscapes oder langsame Tracks, um den Hardcore-Flow zu unterbrechen. Stattdessen verwenden sie enge Strukturen, Bewegungsdynamik und solide Refrains, die wiederholtes Hören erfordern. Auch Breakdown-Junkies kamen nicht zu kurz. Mit voller Geschwindigkeit spielen sie ihre Tracks und nutzen hier und da eine Flut von Swing Grooves, wütenden Schreien und schwere Drums mit maximaler Wirkung.

Als Kublai Khan die Bühne betraten, waren wir aufgewärmt und wir freuten uns auf mehr Musik. Diese lieferten die Amerikaner mit ihrem Beatdown-Hardcore. Während ihres Auftritts stach der Frontsänger mit seinen zwei Zöpfchen auf eine amüsante Art besonders heraus. Dennoch konnten die Songs, welche mit voller Energie und Rhytmusgefühl hingebrettert wurden, uns am meisten überzeugen.

Es folgte der erste «Hochkaräter» des Abends: Mit einem riesen Smiley-Banner im Hintergrund betraten Deez Nuts die Bühne. Während diesem Konzert merkte man besonders, dass weniger Leute als sonst an dieser Show teilnahmen. So war der Moshpit, aber auch der gewohnte Haufen von Leuten, welche in das Mikrofon von JJ Peters schreien wollten, kleiner als gewohnt. Frontmann JJ freute sich aber trotzdem und präsentierte die Songs sehr fokussiert. Obwohl die Songs der neuen Platte für die Crowd noch ein wenig ungewohnt waren, kamen sie gut an, insbesondere der Song «DTDFL4EVA».

Zum krönenden Abschluss zeigten Lionheart, was in ihnen steckt. Ebenfalls mit einem neuen Album ausgerüstet sorgten sie für eine Stimmung voller Moshpits und Mitgegröhle. Ohne Nachlass wurde ein Klassiker nach dem anderen aus den Boxen geknallt. Dabei klang das ganze sowohl hart als auch sehr versiert, was dem Publikum natürlich sehr gefiel.  Mit dem Song «LHHC» forderte die Band schlussendlich die verbleibende Energie des Publikums ein und hinterliess alle Konzertbesucher mit einer guten Laune. Zu unserer Verwunderung standen Drummer und Sänger bereits zwei Minuten nach der Show beim Merchstand, plauderten mit ihren Fans und vertickten ihre Kleider. Das nennen wir mal sympathisch.