28.11.2019 – So waren Royal Republic im Bierhübeli

Wie bei so manchen Konzerten in letzter Zeit, mussten wir uns auf dem Weg zum Bierhübeli in Bern erst durch den Regen und die Kälte kämpfen. Der Weg hat sich aber allemal gelohnt, denn wir waren zur Abwechslung mal überpünktlich angekommen und als Belohnung gab’s ein frisches Bier im Gustav, der hauseigenen Bierhübeli-Bar.

Pünktlich zum Konzertbeginn der alternative Rockband Blackout Problems hatte ich mir dann auch ein schönes Plätzchen mit freier Sicht auf die Bühne ergattert und konnte es mir gleich recht gemütlich machen. Ich muss sagen, ich habe weder Royal Republic noch Blackout Problems vorher aktiv gehört oder jemals live gesehen. Bei Blackout Problems verwundert mich das auch nicht, da doch viele ihrer Songs nicht wirklich meinem Gusto entsprechen. Für meinen Geschmack grösstenteils zu ruhig, zu viel Synthesizer, zu nahe an all dem, was gerade auf Energy Bern läuft.

Die Show hingegen konnte sich wirklich sehen lassen. Die Münchner haben sich die grösste Mühe gegeben, das Publikum auch optisch mitzureissen. Und als mich dann der Frontmann Mario Radetzky bei seinem Ausflug ins Publikum noch fast über den Haufen gerannt hat (ich hoffe, er hat sich nicht weh getan, als er gegen mein Knie gerannt ist) war meine Meinung bestätigt: schön, mal wieder so viel Motivation auf und neben der Bühne zu sehen. Doch etwas konnte das Berner Publikum dann doch nicht auf sich beruhen lassen. Mit der Aussage “ob Bern oder Zürich, ist doch beides dasselbe” hat Mario sich einige Gegner geholt und musste sich den einen oder anderen Buh-Ruf aus dem Publikum gefallen lassen. Naja, da sind wir Berner halt doch ein wenig empfindlich. Und auch einige Greta-thematischen Aussagen hätte sich der Frontmann wohl besser verkneifen sollen. Wie auch immer, trotzdem eine coole Show, musikalisch wurde sauber abgeliefert und auch die Energie auf der Bühne passte.

Von einer grossartigen Bühnenshow konnte man dann auch bei Royal Republic sprechen. Ein riesiger Blitz aus Lichtern zierte die Bühne, die Bandmitglieder waren in Pailletten-Sakkos gekleidet und die Lichtshow liess ebenfalls nicht zu wünschen übrig. Was für eine Stimmung und zwar von Beginn weg bis zum Ende des Auftritts der Schweden. Momentan touren Royal Republic mit ihrem neusten Album “Club Majesty“, welches am 31. Mai erschienen ist. Wer sich das Cover bereits angeschaut hat, weiss auch, warum ein gigantischer Blitz die Bühne dekoriert hat und weswegen die Bandmembers so pompös gekleidet waren: Die Scheibe widmet sich voll und ganz dem Thema Disco. Irgendwie erinnerten mich viele der Songs zu Beginn an The Boss Hoss, keine Ahnung warum genau, aber dieser Gedanke kam mir während des Konzerts mehrmals.

Adam Grahn hat für mich auf der Bühne die Sympathie in Person verkörpert. Der Kerl hat Spass gemacht! Wie die Band die Disco-Stimmung ans Publikum weitergegeben hat, war sowieso einfach nur Hammer. Es wurde mitgesungen, mitgesprungen und vor allem mitgefeiert. Grosses Kino. Auch musikalisch boten die vier aus Malmö Präzision auf den Punkt. Ich konnte keinen Ton finden, der nicht gepasst hätte. Die mehrstimmigen Parts waren perfekt gesungen und trotz der regen Bewegung auf der Bühne gab es aus meiner Sicht nicht die kleinste Verfehlung. Jedenfalls verging nicht viel Zeit, bis sich das Bierhübeli mit der dampfenden Luft durch die Tanzerei gefüllt hatte und man sich, auch ohne Bewegung, ab und zu abkühlen musste.

Ich hatte viel Spass und bin trotz der Tatsache, dass mir beide Bands kein grosser Begriff waren, richtig zufrieden und froh, Gast bei dieser Show gewesen zu sein.