28.12.2019 – So war es bei der siebten, glorreichen Ausgabe des Hardcore United Fest

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, kommt immer vieles zusammen, ob Feiertage oder mehrere Familienessen. In den letzten Jahren ist eine persönliche Tradition dazugekommen: das Hardcore United Fest. Nach Aussagen der Organisatoren ging man dieses Jahr ein gewisses Risiko bei der Auswahl der Lokalität ein. Die Schüür ist nämlich um einiges grösser als der Sedel, wo die letzten Ausgaben des HCUF stattfanden. Umso erfreulicher war es, als einige Tage zuvor klar wurde, dass dieses Ding ausverkauft sein wird! Und so ging am Samstag um Punkt 19:00 Uhr das allerletzte Ticket über den Tresen. «Vor der Schüür und sogar auf der Langensandbrücke standen Leute herum, die noch ein Ticket suchten! Es fühlte sich an, als fände hier ein Festival statt», hiess es von Seiten Hardcore United Booking.   Aber fangen wir doch von vorne an.

Bei meiner Ankunft war ich überrascht, wie viele Besucher bereits zu dieser frühen Stunde hier waren. Nach einem kurzen Blick auf die Merch-Artikel, die im Foyer von allen Bands ausgebreitet waren, holte ich mir noch schnell ein Bier und ging dann gleich ab zur Bühne. Dort machten nämlich Cancel den Auftakt und gaben ihren düsteren Hardcore vor einem gut gefüllten Saal zum Besten. Gleich zwei neue Songs wurden präsentiert, die nach Aussage der Band in naher Zukunft veröffentlicht werden. Insgesamt ein toller musikalischer Einstieg; das Publikum hielt sich aber noch ein wenig zurück.

Es folgte eine kurze Pause, sodass ich Zeit hatte, kurz herumzustreuen und ein wenig zu plaudern. Anschliessend ging es weiter mit einem Garant für gute Stimmung. Die Rede ist natürlich von Chelsea Deadbeat Combo, die das Publikum wie erwartet mit ihren Punk- und Hardcore-Songs mitreissen konnten. Voller Freude war auch Sänger Norman der Meinung, dass es genial sei, wie viele Leute bereits vor der Bühne waren. Das Publikum erwiderte dies mit grossem Applaus und feierte den Sound der Berner. Nach einem kurzen, aber schönen Konzert ging es dann gleich weiter mit Gurd.

Fast 25 Jahre sind die Thrash-Metaller im Geschäft und das hat man von Anfang bis Ende ihrer Show gemerkt. Ich kannte die Band zuvor nicht und stilmässig sind sie nicht so mein Ding. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, das war eine hammerharte Leistung, die da abgeliefert wurde. Schnell, stilsicher und aggressiv war ihre Show, die dann mit dem Song «Just Give It Up» beendet wurde. Bei der nächsten Pause ging es ab nach draussen, um mich ein wenig zu stärken. Dabei gönnte ich mir ein «HC-HappyMeal» in Form von Wurst und Maiskolben und dazu bestellte ich noch ein überaus leckeres Winterbier. Nun wurde einem das erste Mal richtig klar, wie es an einem Hardcore-Fest mit 700 Leuten in der Schüür aussieht. Überall wurde geredet, gelacht und getrunken. Es herrschte dieselbe kumpelhafte Stimmung wie in den letzten Jahren.

Und dann kam rawk.ch-Kollegin Vera dazu. Die war vorher noch an einer WG-Party verschollen und hat sich erst später in die Schüür verirrt. Dafür war sie bei den nächsten drei Konzerten voll dabei und erzählt euch hier die wichtigsten Eckpunkte.

Ich würde behaupten, Mindcollision gelten als Legenden, was Live-Shows in der Schweiz angeht. Seit über zehn Jahren sind Mindcollision in der Musikszene unterwegs. Und wer sie schon einmal gesehen hat, weiss: Die liefern ab! Und zwar so richtig. Mit ihrem groovigen Crossover und ihrer neuen Scheibe «Delirium» bringen die Zuger die ausverkaufte Schüür zum Kochen. Es brodelt in den vordersten Reihen, es wird beim Mischpult getanzt und auch zuhinterst schwitzen wir wie der Weihnachtsbraten im Ofen.

Als nächstes stürmen Promethee die Bühne. Die Genfer schmetterten uns ihre Songs dermassen um die Ohren, dass wir nicht mehr wussten, wo oben oder unten war. Mit einer unverblümt wütenden Ehrlichkeit überzeugte die progressive Hardcore-Band ab der ersten Sekunde. So packend und ansteckend wie ihre Show und Energie war, so unangenehm emotional kamen die Songs rüber. Eine Mischung, die Gänsehaut erzeugt. Crazy!

Und dann war es soweit. Die Lokalmatadoren, die Helden des alljährlichen Hardcore United Fest kamen auf die Bühne. Und sie hatten allerhand dabei: Diverse 500er-Nötchen-Konfetti-Geschosse, unermüdliche Energievorräte und das Wichtigste: Die neue Scheibe „Moneyfest“. Und das war es – ein (Money-)Fest. Unzählige Stagediver, Moshpits, Mitsing- und Headbangeinlagen später waren wir alle so dermassen durchgeschwitzt, dass man die Sprinkleranlage hätte anstellen können und keinen Unterschied gesehen hätte. Neben den neuen gaben die Entlebucher auch ein paar ältere Songs zum Besten, und wir feierten jede Sekunde davon. Was für ein wunderbares Konzert von Insanity.

Nach erfolgreichem Taufen, Tanzen und Schwitzen war der Abend auch schon wieder vorbei. Aber die Vorfreude auf die nächste Ausgabe des Hardcore United Fest steigt bereits. Und nun können wir auch dieses Jahr gebührlich abschliessen und uns aufs 2020 freuen. Ein schönes Neues!

Titelbild: Martin Dominik Zemp, mdzphoto.ch
Bild Zwei: Angela Michel, anshixarts.com