Interview mit Fever 333 über ihre Musik und Fondue

Vor einiger Zeit rissen Fever 333 das Plaza in Zürich förmlich auseinander. Ein paar Stunden vor dem Konzert begab ich mich für ein Interview bereits zum Konzertlokal, um ein wenig mehr über die Kalifornier zu erfahren. Überraschenderweise hatte ich das Vergnügen, die ganze Band kennenzulernen und so plauderten wir im Backstage gemütlich über Fondue, die Einstellung der Band und natürlich über ihren Sound.

Ihr seid nun bereits zum zweiten Mal hier in der Schweiz. Wie gefällt es euch, hier zu spielen?
Jason: Es ist wunderschön hier, aber leider auch unglaublich teuer. Heute hatte ich im Restaurant eine Suppe und die kostete gut 14 Dollar! Das ist verrückt.

Aric: Aber die Leute sind cool hier. Die Atmosphäre beim letzten Mal hat uns sehr gefallen.

Was habt ihr alles schon von der Schweiz gesehen?
Stephen: Wir waren dieses Mal beim Rheinfall und haben dort was gegessen. Leider hatten wir nicht so viel Zeit. Ich habe gehört, ihr habt auch Eishöhlen und Gletscher.

Du meinst zum Beispiel den Titlis?
Stephen: Ja genau! Wenn wir wieder in die Schweiz kommen, möchte ich unbedingt mal dorthin.

Habt ihr bereits eine unserer traditionellen Spezialitäten wie Raclette oder Fondue ausprobiert?
Jason: Fondue kenne ich, aber wir haben es hier noch nie probiert. Das, was man in Amerika kriegt, ist einfach grausam schlecht. Aber wir probierten hier Schokolade und die ist lecker!

Stephen: Wenn ihr Fondue hier irgendwo zu einem vernünftigen Preis habt, probiere ich es gerne!

Nun zu eurer Band. Was ist die Bedeutung hinter dem Namen «Fever 333» und woher kommt der Name?
Jason: Ehrlich gesagt, “Fever” ergab sich einfach aus einer Liste von Namen, die wir aufgeschrieben hatten. Der Gedanke dahinter war, dass wir unsere Ideale und Überzeugungen wie ein Fieber ausbreiten wollen.  Also wie bei vielen grossen Bewegungen startet der Gedanke mit einer Person. Diese wendet sich an weitere Personen und das “Fieber” wird so immer grösser. Das war der Grundgedanke. Nun zu “333”: Zu Beginn sollte die Zahl Drei einfach uns drei Mitglieder repräsentieren. Bei weiteren Diskussionen kamen jedoch Wörter wie Community und Change ins Gespräch, was uns besonders wichtig ist. Aufgrund dessen änderte sich dann unsere Idee.  So steht nun die Drei für den Buchstaben C und die drei Cs stehen wiederum für Community, Charity und Change. Und das ist nun sozusagen die gesamte Grundlage, auf der dieses Projekt beruht.

Was hat euch dazu bewegt, diese Band zu gründen?
Jason: Es war eine Antwort darauf, wie wir uns zurzeit künstlerisch und sozialpolitisch bzw. politisch fühlen. Ich war vorher in einem Projekt und habe über diese Dinge gesprochen, über die ich jetzt spreche. Jedoch war dies meiner Meinung nach nicht mehr ausreichend, für das was ich erreichen wollte. Darauffolgend habe ich mich von diesem Projekt zurückgezogen. Und als ich dieses Projekt hier startete, waren Aric und Stephen die ersten, die ich anrief. Stephen kann es am besten von seiner Sicht aus erklären.

Stephen: Ich war in einem Projekt, das 2013 zu Ende ging und als das passierte, war es das erste Mal in meinem Leben seit der Highschool, wo ich nicht tourte und nicht aktiv musizierte. Da fing ich an, mich mehr für die Welt um mich herum und meine Rolle darin, sowie Politik, sei es regionale oder internationale, zu interessieren. Vorher liess ich einfach alles passieren und ich war wie abgeschottet. Und so dauerte es einige Zeit, um herauszufinden, an was ich glaubte. Als wir zusammen fanden, folgten Diskussionen und der Wille, mit der Musik auch etwas zu sagen. Man könnte sagen, das Timing, um ein Projekt wie dieses zu starten, war für uns alle einfach perfekt.

Was ist das Wichtigste, das ihr mit eurer Musik den Menschen mitteilen wollt?
Jason: Power! Dass du damit geboren bist und sie auch nutzt. Für dich und zum Nutzen der Welt, um dich herum.

Vor einem Jahr, als ich euch das erste Mal hier sah, habt ihr als Support von Bring Me The Horizon gespielt. Was hat sich seitdem verändert?
Jason: Einfach gesagt der Fakt, dass wir nun auf Solo-Tournee hier sind! Aus welchem Grund auch immer, wir sind jetzt in der Lage, diese Dinge alleine zu machen. Wir haben zwar ziemlich hart gearbeitet, jedoch hätten wir nie gedacht, dass es sich so entwickeln wird. Alle Leute, die an unsere Konzerte kommen und die uns diese Plattform ermöglichen, sie sind der Grund, warum wir das machen. Denn sie haben die Power, diese Demonstrationen bzw. Diskussionen und den Raum, an dem wir alle beteiligt sind, zu schaffen.

Oft werdet ihr als ein Mix aus Bands wie Rage Against the Machine, Limp Bizkit oder At the Drive-in beschrieben. Seid ihr damit einverstanden?
Stephen: Damit bin ich einverstanden.

Jason: Wir mögen all diese Bands! Ich meine, das sind die Leute mit deren Sound wir aufgewachsen sind und welche grosse Spuren hinterlassen haben. Trotzdem ist es ein wenig seltsam. Denn wir möchten ja nicht erreichen, dass wir “nur” wie eine andere Band klingen. Aber wenn wir solche Vergleiche hören, ist es natürlich auch ein grosses Kompliment für uns, denn wir wären nicht dieselben Musiker ohne solche Bands und deren Einflüsse.

Mit welchen drei Bands würdet ihr euch bzw. euren Sound beschreiben?
Jason: Meiner Meinung nach Public Enemy, N.W.A und Rage Against The Machine. Der Einfluss von RATM liegt dabei ein wenig auf der Hand. Ich finde jedoch, wir klingen nicht nach ihnen. Wenn es aber um die Art und Weise geht, wie wir Hip-Hop, Punk und Rock miteinander vereint haben, gibt es dabei sicherlich einige Ähnlichkeiten. Dennoch muss gesagt werden, dass diese Band in ihrem rebellischen Stil Massstäbe gesetzt hat, welche nicht einfach so getoppt bzw. in der gleichen Art gesetzt werden können.

Stephen: Es gibt keine bessere “Rage”-Band als Rage Against The Machine selbst!

Euer Sound ist insgesamt sehr breitgefächert. Habt ihr euren Stil bereits gefunden oder seid ihr immer noch auf der Suche danach?
Jason: Ich denke, wir versuchen immer noch, neue Wege zu finden um uns auszudrücken. Wie du sagst, fühlen wir uns in vielen diversen Musikstilen wohl. Damit wir uns authentisch fühlen, möchten wir deshalb etwas schaffen, das sich so anfühlt, als wäre es eine genaue Repräsentation der Personen, die wir während dieser Zeit waren. Sicherlich werden sich Dynamiken, Texturen und Herangehensweisen zu Vorherigem unterscheiden. Solche Dinge sind notwendig, um weiterhin interessant zu bleiben. Aber es ist nicht so, dass wir bei der nächsten Platte alles auf den Kopf stellen werden. Hier gilt einfach: Man muss lieben, was man tut. Schliessliech spielen wir 200 Shows pro Jahr!

Wenn man sich zum Beispiel Bands wie The Clash anhört, sticht eines besonders heraus: Sie haben die unterschiedlichsten Dinge produziert und das ihre ganze Karriere lang. Das hat es interessant, einzigartig und auch fesselnd gemacht. Ich denke, dass besonders auch ihre musikalischen Interessen einen bestimmten Einfluss auf ihr Schaffen hatten. Und das ist bei uns genau gleich. Während Aric sich zum Beispiel Trip Hop und Goth-Zeug anhört, ist Stephen wiederum ein grosser Fan von Hardcore, Punk und Rap. Und so werden immer einige Kleinigkeiten aus Genres, die wir cool finden, in unsere Arbeit eingebaut, um unseren eigenen Sound zu kreieren.

Warum habt ihr beschlossen eine Katze als euer Bandlogo zu verwenden?
Jason: Die “Black Panther Party for Self Defense”, das ist die Bedeutung dahinter. Sie nutzten es, weil der Panther dafür bekannt ist, dass er nur dann zuschlägt, wenn er sich bedroht fühlt. Daher ist seine letzte Option der Angriff zur Verteidigung. Und dieser Gedanke ist unserer Meinung nach passend zu dem, was wir mit unserer Band aussagen wollen.

Abschluss: Ein paar Stunden später ging es mit dem Konzert los und ich kann euch sagen, das war ein Spass! Die ganze Band ging voll ab und rissen das ganze Publikum mit. Und auch bei mir, wobei ich ein wenig am “herumkränkeln” war, setzte sich ein riesiger Energieschub während dem Konzert ein.