07.02.2020 – Thy Art Is Murder auf ihrer bisher grössten Tour

Thy Art Is Murder befinden sich gerade auf der grössten Tour, die sie je gespielt haben. Zusammen mit ihren Freunden von Carnifex (US), Fit For An Autopsy (US), Rivers Of Nihil (US) und I Am (US) touren sie von Australien über Europa und bis nach Nordamerika. Ihre EU/UK Tour “Human Target” startete am 25. Januar, mit insgesamt 28 Destinationen. Eine davon war die Show vom letzten Freitag, den 07. Februar, im z7 in Pratteln.

Als wir im Z7 ankamen, hatte die erste Band I Am ihr Set leider bereits zu Ende gespielt. So war auch der Aussenbereich vor dem Konzertsaal super voll. Die Leuten gingen an die frische Luft, machten eine Rauchpause oder holten sich etwas Leckeres beim Foodtruck. Schon bald ging es weiter mit der nächsten Band, Rivers Of Nihil. Die Jungs aus Pennsylvania stachen mit ihrem Technical-Death-Metal aus dem sonst Deathcore-lastigen Line-up heraus. Ihre Show wurde besonders von langen instrumentalen Parts und längeren Solos dominiert. Der Menge schien es zu gefallen, die Fäuste wurden erhoben und die Haare herumgewirbelt.

In der Pause gab’s dann mal wieder ein Bier und schon stand die nächste Band auf der Bühne: Fit For An Autopsy. Eine Band, die ich zuletzt 2014 gesehen habe und die für mich an diesem Abend mein persönliches Highlight war; natürlich nebst Thy Art Is Murder. Sie starteten ihr Set mit dem Song “The Sea of Tragic Beasts” aus ihrem neusten gleichnamigen Album, welches 2019 erschien. Es folgten zwei weitere neue Songs, die auch sehr gut bei den Fans ankamen. Es wurde gemoshed und es herrschte eine ausgelassene Stimmung im Saal. Wie auch bei den anderen Support Bands, war ihr Auftritt sehr kurz und umfasste nur sechs Songs. Natürlich durfte da der Song “Black Mammoth” nicht fehlen, den sie zu guter Letzt spielten.

Fit For An Autopsy

In der folgenden Pause wurde zur Abwechslung der Band-Merch begutachtet und kurz frische Luft geschnappt. Doch ging es nach knapp 20 Minuten schon weiter mit dem Scharfrichter: Carnifex! Nun suchten wir uns ein anderes Plätzchen, um eine bessere Sicht auf das Geschehen vor und auf der Bühne zu erhalten. Die kleine Tribühne rechts im Saal eignete sich dazu perfekt. Abgesehen vom leichten Corps Paint ihrer Gesichter, war aber besonders das Band-Banner von Carnifex auffallend, welches fast doppelt so gross war wie diejenigen der drei vorherigen Bands. Der Saal war zu diesem Zeitpunkt voll. Bis weit hinter dem FOH (front of house) stand das Publikum. Beim zweiten Song “Hatred And Slaughter” schrie der Sänger Scott Lewis: “Jump!”, was sich die Menge nicht zweimal sagen liess und anfing in die Luft zu springen. Mit ihrem letzten Song “Hell Chose Me” verabschiedete sich die Band mit einem donnernden Breakdown.

Carnifex

Die darauf folgende Pause wurde von den Fans genutzt, um sich nach der hitzigen Show von Carnifex zu erfrischen. Natürlich mit viel Bier. Die Stimmung im Saal stieg, nicht nur weil einige coole 80er-Jahre Songs gespielt wurden, sondern natürlich auch, weil sich alle auf den langersehnten Headliner freuten. Mit ihrem klassischen Intro “I Like To Party” von den Vengaboys starteten Thy Art Is Murder ihr Set. Sänger CJ war beim ersten Song noch mit Kapuze vermummt, zeigte kurz darauf sein aktuelles Tourshirt mit hippem Leo-Print. Weiter ging es mit dem neuen Song “Death Squad Anthem” aus ihrem neusten Album “Human Target”. Es folgten einige neue Songs in ihrem Set, die sehr gut bei den Fans ankamen. Ihre Show wurde mit drei riesen Screens auf der Bühne mit diversen passenden Visuals unterstützt. Besonders auffallend war aber das Skellett, welches am Mikrophonständer prangte – vielleicht ein neues Tourmaskottchen? Auf jeden Fall lieferte die Band eine unglaubliche Show und fegte das Publikum mit ihren Breakdowns weg. Im Pit wurde auf Hochtouren gemosht und so einige Biere flogen durch die Luft. Auch gab es vereinzelt tapfere Stagedivers, die sich den Weg bis nach vorne zur Bühne bahnten. Mein perönliches Highlight war ihr letzter Song vor der Zugabe, “Reign Of Darkness”, der mein Herz etwas höher schlagen liess. Ich weiss nicht mehr, wie oft ich die Band bereits live gesehen habe (wahrscheinlich schon mehr als sieben Mal), doch bei dieser Show übertrafen sie sich! Nich nur ich, sondern der gesamte Saal, war begeistert und verabschiedete die Band mit einem schallenden Applaus. Was für ein Abend!

Thy Art Is Murder

Bilder: Florence Dreier (Smart Phone)