19.02.2020 – Beartooth, The Amity Affliction und Higher Power im Kofmehl Solothurn

Als ich mich auf den Weg ins Kofmehl machte, fragte ich mich, was mich heute erwarten würde. Das Line-up versprach nur Gutes: Beartooth und The Amity Affliction, welche beide vor Kurzem neue Musik herausgebracht haben. Zwei Metalcore Hochkaräter, bei welchen Pits und Singalongs vorprogrammiert sind! Und viele, richtig viele, scheinen meine Meinung zu teilen: als wir uns der ziemlich langen Warteschlange vor dem Kofmehl anschlossen (ich machte mir bereits Sorgen, dass ich den Foto-Slot der Support Band Higher Power verpassen werde), prangte das Wort “Ausverkauft!/Sold Out!” von allen Seiten. Es sollte also kuschelig werden.

Ich schaffte es dann doch noch, ganze vier Minuten vor der ersten Band durch die Eingangskontrolle zu gelangen. Aber viele standen immer noch draussen in der Schlange. Dies hatte zur Folge, dass sich das “Köfu” erst während dem Set von Higher Power so richtig anfing zu füllen. Die vier Engländer bezeichnen ihren Stil als Melodic Hardcore. Sie spielten sehr tight und brachten ihre Performance als gelungenes Gesamtpaket rüber, was zu erster Bewegung im Publikum führte. Meinen Geschmack trafen sie leider nicht vollends und so besuchte ich den Food Truck, um die Zeit etwas zu überbrücken.

 

Unmittelbar nachdem der letzte Ton von Higher Power verstummt war, begann sich der Saal das erste Mal so richtig zu füllen. Als das Quartett von The Amity Affliction dann auf die Bühne stürmte und uns direkt Lieder von ihrem neuen Album um die Ohren schmetterte, erwachte das Kofmehl zaghaft. Dass die Australier jetzt doch schon 17 Jahre im Business sind merkte man ihnen an: nahezu makellos spielten sie sich von Song zu Song durch ihr Set. Man darf die Band also noch lange nicht zum Alteisen zählen! Als sie dann “Shine On” anstimmten, gab’s für die Crowd kein Halten mehr. Es wurde hemmungslos mitgesungen und der Moshpit war sehr gut “besucht”. Abgerundet wurde ihr doch sehr kurzes Set mit den fast schon zu Core-Klassikern zählenden Songs “Don’t Lean On Me”, “Pittsburgh” und “Deaths Hand”. Ein Hammer-Set! Einziger Wermutstropfen blieb der Sound, denn die Vocals gingen leider fast verloren im sonst sehr druckvollen Mix.

 

Als dann Beartooth die Bühne betraten, explodierte das Kofmehl wortwörtlich, denn direkt zu Beginn zündeten sie Konfettikanonen, was die Partystimmung noch mehr unterstrich. Jetzt stimmte alles! Die Energie, die von der Bühne kam, wurde von der Crowd erwidert. Bis ganz nach hinten feierten und sangen die Menschen mit. Abgemixt war die Band jetzt auch viel besser. Anstatt unterzugehen, wurde bei Beartooth der Gesang förmlich von der Band getragen. Caleb (Vocals) hatte das Kofmehl fest im Griff und stichelte die Crowd immer wieder mit Ansagen wie “Turn the entire Floor into a f*cking Moshpit!” weiter an. Der eine oder andere frage sich wohl langsam, wie viel da noch vom Kofmehl übrig bleiben würde am Schluss. Abgerundet wurde das Konzert noch einmal mit einem Konfettiregen, der sich von der Decke ergoss. Was für ein Konzert! Ich bin gerne wieder dabei, wenn es wieder heisst: Beartooth in der Schweiz!